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Realschüler blicken hinter die Kulissen der Kaserne

Von: ran
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Stabsbootsmann Hans-Georg Heinrich gab Schülern der Realschule grundsätzliche Informationen zur Bundeswehr. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. „Die Bundeswehr ist ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Deshalb ist es wichtig, dass junge Menschen Einblicke erhalten.” Peter Schöner, Vorsitzender des Europavereins „Gesellschaftspolitische Bildungsgemeinschaft” (GPB), betont, dass auch und gerade in einer Demokratie die Auseinandersetzung mit der eigenen Armee von Bedeutung ist.

Jetzt besuchten 15 Schüler der 10. Jahrgangsstufe der Realschule Patternhof die Donnerberg-Kaserne, um sich vor Ort ein Bild zu machen.

Freude über Teilnehmer

Bevor Stabsfeldwebel Christian Schöneborn die Schüler zu einem Rundgang durch die Kaserne einlud, begrüßte auch Kasernenkommandant Thomas Mennikheim die Jugendlichen: „Es ist schön, dass ihr hier seid. Wir freuen uns, junge Menschen bei uns zu empfangen. Schließlich ist die Bundeswehr insgesamt in der Öffentlichkeit zu wenig im Gespräch”, bedauert er.

Anschließend ergreift Stabsbootsmann Hans-Georg Heinrich das Wort. Der Wehrdienstberatungsbeauftragte der Region hatte zahlreiche Grundinformationen zur Armee der Bundesrepublik Deutschland parat: „Die Bundeswehr ist im Grundgesetz verankert.

Und dort steht Schwarz auf Weiß, dass niemand gegen seinen Willen zum Dienst an der Waffe verpflichtet werden darf”, macht er deutlich. Die grundsätzliche Aufgabe der Bundeswehr sei der Schutz des Landes und seiner Bürger.

Um diesen gewährleisten zu können, sei in Notsituationen auch der Gebrauch von Schusswaffen unumgänglich. „Dies muss jedem, der sich freiwillig zur Bundeswehr meldet, klar sein. Jeder Freiwillige, der eine Uniform der Bundeswehr trägt, ist ein Soldat.” Und inzwischen seien auch Auslandseinsätze Teil des Dienstes. „Rund 7500 Soldaten der Bundeswehr sind davon momentan betroffen”, berichtete der Marinesoldat.

Nach der Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht gelte es nun für die Soldaten, sich freiwillig auf Zeit zu verpflichten. Dabei variierten die Dienstzeiten zwischen 4 und 17 Jahren.

„Jeder Freiwillige hat nach seiner Verpflichtung aber eine Widerspruchsfrist von sechs Monaten”, betonte Hans-Georg Heinrich. Voraussetzung, Dienst bei der Bundeswehr zu tun, ist aber die bundesweite Versetzungsfähigkeit. „Ich bin in meinen nun 34 Dienstjahren acht Mal versetzt worden”, stellte der Stabsbootsmann Heinrich den lebenden Beweis für seine jungen Zuhörer dar.

Der freiwilligen Verpflichtung eines Soldaten gehe stets ein Einstellungstest voraus. „Dieser beinhaltet auch einen Sporttest sowie Gruppengespräche, in denen die Teamfähigkeit des Bewerbers unter die Lupe genommen wird. Wir suchen nämlich Teamplayer, keine Eigenbrötler”, ließ der Karriereberater der Bundeswehr wissen.

Um gute Chancen auf einen Arbeitsplatz bei der Bundeswehr zu haben, werde in der Regel eine „vernünftige” Mittlere Reife als Schulabschluss vorausgesetzt. Eine Offizierslaufbahn setze das Abitur beziehungsweise Fachabitur voraus.

Das Einstiegsgehalt bei der Bundeswehr betrage zurzeit 1530 Euro, ging Hans-Georg Heinrich ins Detail. „Man wird vom ersten Tag an als Soldat bezahlt, nicht als Auszubildender. Das Geld darf aber niemals die Antriebsfeder sein, sondern Überzeugung.”

Die Anforderungen bei der Bundeswehr seien hoch. „Wir brauchen in Zukunft Experten auf nahezu allen Ebenen. Soldat zu sein heißt auch, in relativ jungen Jahren Verantwortung zu übernehmen”, schließt der Referent seine Ausführungen.
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