Realitätsnahe Übung zu Großschadensereignis

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Städteregion Aachen. Im Januar 2011 ist die Städteregion Aachen noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen. „Vor knapp zwei Jahren waren wir nur wenige Zentimeter von einem Großschadensereignis entfernt“, erklärt Kreisbrandmeister Bernd Hollands, der auf Basis dieser realen Bedrohung mit engagierten Fachleuten aus dem Katastrophenschutz ein Szenario entwickelt hat, das jetzt im Rahmen einer Übung abgearbeitet wurde.

Dabei wurde zum ersten Mal eine Übung von Krisenstab und Einsatzleitung in unmittelbarem Zusammenspiel mit einer Kommune vor Ort durchgeführt. Es waren die Eschweiler Einsatzkräfte, die in Kooperation mit den Kollegen in den Räumen der Einsatzleitung des Amtes für Ordnungsangelegenheiten, Rettungswesen und Katastrophenschutz in Simmerath die realitätsnahe Übung absolvierten.

Der Gemeindebrandinspektor und Wehrleiter aus Roetgen, Joachim Wynands, hatte die Einsatzleitung übernommen. Er koordinierte die etwa 100 Übungsteilnehmer von Feuerwehren, THW, Polizei, Bundeswehr, Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter Unfallhilfe und Notfallseelsorge. Nicht nur der Leitende Notarzt, sondern auch Fachleute aus Verwaltungen, Verbänden und anderen Berufszweigen, wie beispielsweise Chemiker, arbeiteten mit, um den Ernstfall zu trainieren. In Eschwei-ler waren 30 örtliche Kräfte der Feuerwehr, des Ordnungs- und des Tiefbauamtes, aus dem St- Antonius-Hospital, des Wasserverbandes Eifel-Rur sowie der Energie- und Wasserversorgung unter Führung von Wehrleiter Harald Pütz und Ordnungsamtsleiter Edmund Müller im Einsatz.

Im Übungsdrehbuch war es unter anderem durch das steigende Wasser in einem Produktionsbetrieb zu Schäden an Blausäurefässern gekommen. Folglich war unter Berücksichtigung der Niederschläge, der Windgeschwindigkeit und der Wasserbewegung zu bestimmen, in welchem Radius und wie die Bevölkerung gewarnt werden muss, und wie der Schaden, möglichst ohne Menschenleben zu riskieren, beseitigt werden kann. Parallel wurden der Einsatzleitung mögliche Stromausfälle in Altenheimen und Krankenhäusern sowie gefährliche Unterspülungen gemeldet. In der mitübenden Stadt Eschweiler standen eine angedachte Evakuierung der überfluteten Innenstadt sowie die Sicherstellung des Krankenhausbetriebs am St- Antonius-Hospital für einen solchen Fall im Mittelpunkt der Schadensbewältigung.

Hauptaufgabe der Einsatzleitung in Simmerath war die Führung und Koordination der zahlreichen Einsatzkräfte und deren Materialien. Im angenommen Szenario waren fiktiv etwa 1900 Helfer eingesetzt. Damit im Ernstfall alles reibungslos funktioniert, finden solche oder ähnliche Übungen zweimal im Jahr statt.

Der zuständige Dezernent Gregor Jansen hatte schon morgens mit wertschätzenden Worten die Akteure in Eschweiler motiviert und auch Eschweilers Bürgermeister Rudi Bertram bedankte sich nach der Übung für das gezeigte Engagement und die hohe Professionalität aller Beteiligten. Die enge und abgestimmte Zusammenarbeit aller Hilfskräfte habe sich schon mehrfach bei großen Schadensereignissen in der Vergangenheit bewährt. Das angenommene Schadensausmaß bei der Übung sei zwar noch um einiges größer gewesen, aber auch diese Herausforderung sei hervorragend gemeistert worden.

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