Raus aus der Schule, rein in die Werkstatt

Von: tim
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Die beiden Industriemechaniker-Auszubildenden Christina Benezeder und Daniel Ritz zeigten den Schülerinnen im RWE-Ausbildungszentrum Interessantes aus der Pneumatik. Foto: Timo Müller
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Wie funktioniert das Leben im Freien? Soldaten erklärten den jungen Frauen am Donnerstag, wie man ein Biwak aufbaut. Foto: Timo Müller

Eschweiler. Gespannt lauschen die Mädchen Oberfeldwebel Michael Kaffee, während sie um ein Lagerfeuer in einem kleinen Waldstück innerhalb der Donnerbergkaserne Platz nehmen. Kaffee erzählt den Schülerinnen worauf es bei einem Biwak, also einem Lager im Freien, ankommt, wie man ein Lagerfeuer richtig aufbaut, und aus einzelnen Zeltplanen ein großes Zelt errichtet.

Die 14 bis 16-Jährigen informierten sich am Donnerstag beim „Girls Day“ („Mädchentag“) über die verschiedenen beruflichen Möglichkeiten, die die Bundeswehr auch Frauen bietet. Doch nicht nur die Donnerbergkaserne war am Donnerstag gut besucht. Neben der Eschweiler Feuerwehr, der AWA Entsorgung GmbH, dem Obi-Heimwerkermarkt, dem Logistikunternehmen UPS, der WilTec Wildanger Technik GmbH hatte auch das RWE-Power-Ausbildungszentrum an der Dürwisser Straße in Weisweiler zum „Girls Day“ eingeladen, und gewährte 25 jungen Frauen einen Einblick in technische Berufsfelder.

Der Nachwuchs fehlt

Denn genau hier fehlt in vielen Betrieben der Nachwuchs. Junge Frauen in Deutschland verfügen zwar über eine vergleichsweise gute Schulbildung, doch entscheiden sich mehr als die Hälfte der Mädchen für einen aus zehn verschiedenen Ausbildungsberufen im dualen System, darunter kein einziger aus dem naturwissenschaftlich-technischen Bereich.

Da sie ihre Berufsmöglichkeiten nicht voll ausschöpfen, fehlt vielen Betrieben, gerade in technischen und techniknahen Bereichen, qualifizierter Nachwuchs. Um diesem Trend entgegenzuwirken, wurde im Jahr 2001 der „Girls Day“ ins Leben gerufen, der den jungen Frauen für einen Tag einen Einblick in Büros, Labore und Werkstätten gibt.

In der Donnerbergkaserne ging es für die Mädchen nach der Besichtigung des Biwaks noch an vier weitere Stationen. So zeigten ihnen die Soldaten verschiedene gepanzerte Radfahrzeuge, wie den „Fuchs“ oder den „Fennek“, erläuterten, wie deren Instandsetzung und Wartung von Statten gehen, führten das automatische Ladesystem der Panzerhaubitze 2000 vor, und informierten über die zivilberufliche Ausbildung bei der Truppe.

So sind bundesweit über 5000 gewerblich-technische Auszubildende bei der Bundeswehr beschäftigt, darunter beispielsweise Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, Kfz-Mechatroniker, Fluggerätemechaniker, Tischler und Fachkräfte für Lagerlogistik. Die 50 jungen Frauen, die am Donnerstag durch die Kaserne zogen, zeigten sich sichtlich interessiert und nahmen am Ende des Tages viele nützliche Informationen mit nach Hause.

Lötkolben und Zange

Genau wie die 25 Mädchen, die sich für eine Führung durch das RWE-Power-Ausbildungszentrum entschieden hatten. Hier probierten sie Maschinen aus, nahmen Lötkolben und Zangen in die Hand und feilten konzentriert an ihrem eigenen Werkstück.

„Junge Frauen sollten technische Berufe keinesfalls meiden, denn diese Berufsbilder sind nicht nur eine echte Alternative zu den sogenannten „typischen Frauenberufen“, sie sind darüber hinaus spannend und bieten exzellente Aussichten, um später zu den gefragten Fachleuten auf dem Arbeitsmarkt zu zählen“, so Roger Ringel, Leiter der Ausbildung bei RWE Power. „Wir bilden seit Jahren Frauen in technischen Berufen aus. Die jungen Mädchen sind sehr erfolgreich in ihrer Ausbildung und stehen ihren männlichen Kollegen in nichts nach.“

170 neue Azubis

Die RWE Power AG bildet im rheinischen Revier derzeit rund 700 junge Menschen aus. Auch in diesem Herbst kommen wieder über 170 neue Auszubildende dazu. Insbesondere für die Ausbildungsberufe Mechatroniker und Konstruktionsmechaniker werden zum Ausbildungsstart 2016 immer noch interessierte Mädchen und Jungen gesucht. Mehr Informationen dazu gibt‘s online unter www.rwe.com/ausbildung, sowie telefonisch unter der Ausbildungshotline Telefon 0221/4801444.

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