Raupen und Pilze machen Eichen krank

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:
wald_bu
Gefräßige Raupen machen den Eichen zu schaffen. Wie in ganz NRW, hat sich auch der Zustand des Stadtwaldes 2010 verschlechtert. Försterin Susanne Gohde - auf dem Bild mit Weimaraner-Hündin Fa - ein Grund zur Besorgnis, aber kein Grund zur Panik. Foto: Sarah Maria Berners

Eschweiler. Für die Eichen im Stadtwald war 2010 kein gutes Jahr. Wie in ganz Nordrhein-Westfalen, haben auch den Eschweiler Eichen die Raupen des Frostspanners ordentlich zugesetzt und die Bäume vor allem im nördlichen Teil des Stadtwaldes kahlgefressen.

„Wenn so etwas passiert, bekommen die Eichen im Juni sozusagen als letzte Rettung noch einen Johannistrieb”, erklärt Försterin Susanne Gohde. Im vergangenen Jahr hat aber auch der ihnen nichts genutzt, denn ein Pilz, der Echte Mehltau, hatte die Bäume befallen. Die traurige Folge: Herbststimmung im Sommer.

„Die Blätter fielen schon Ende Juni, Anfang Juli trocken von den Bäumen.” Und das in einem Wald, der eigentlich gute Bedingungen für Eichen bietet. „Forscher nehmen an, dass die Schäden durch Frostspanner und Mehltau erst in diesem Jahr ihren Höhepunkt erreichen”, sagt Gohde.

Zwei schlechte Jahre hintereinander würden den Eichen ordentlich zusetzen. Wird der Sommer sehr trocken, könnten viele absterben. Denn Eichen führen nur in wenigen Jahresringen (drei bis vier Jahre) Wasser. Wird durch den Schädlingsbefall das Wachstum gehemmt, sind die Jahresringe sehr schmal. „Bei Trockenheit gerät der Baum dann in Stress”, erklärt Gohde. Das mache ihn anfälliger für weitere Schädlinge wie den Eichen-Prachtkäfer.

„Wellenförmige Entwicklung”

Für Försterin Susanne Gohde ist die Entwicklung zwar alles andere als erfreulich, aber kein Grund zur Panik: „Es gibt immer wellenförmige Entwicklungen in der Natur. In den 80er Jahren hat es bereits große Debatten über das Waldsterben gegeben, aber viele dieser Bäume stehen immer noch.” Pflanzen hätten, so die Försterin, einen enormen Lebensdrang und eine starke Regenerationskraft.

Tun können die Förster gegen diese derzeitige Entwicklung ohnehin wenig. „Natürlich kann man mit der chemischen Keule gegen die Frostspanner vorgehen oder Krankheitserreger versprühen, aber davon wären nicht nur die Schädlinge, sondern auch viele schöne Schmetterlingsarten gefährdet.”

Zudem würde der Stadtwald von Joggern, Radfahrern und Spaziergängern genutzt, so dass diese Methoden gar nicht erst zu Debatte stünden. Mechanische Verfahren wie Leimringe, die verhindern, dass die flugunfähigen Frostspanner-Weibchen ihre Eier auf den Baum bringen können, brächten einen kaum zu bewältigenden Arbeitsaufwand mit sich.

Bleibt zu hoffen, dass die Schädlingspopulation im nächsten Jahr rapide sinkt, wie es die Forscher annehmen. Aber nicht nur Schädlinge, sondern auch Ozon und Abgase machen den Bäumen zu schaffen. Eichen machen 20 Prozent des Stadtwaldes aus, weitere 20 Prozent sind Buchen. Und die haben sich leicht erholt, deutliche Schäden am Kronenbild sind zurückgegangen. Bei den Fichten (20 Prozent) sind die kranken Bäume kranker geworden, die gesunden mehr. Die Befallsituation durch den Borkenkäfer ist derzeit nicht besorgniserregend.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert