Raue Töne beim „Slam gegen Gewalt“

Von: fe
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Die Projektmacher von „Slam gegen Gewalt“ freuen sich schon auf die Aufführungen: Michael Heidmann, Mine Kilic, Lothar Horndt, Dr. Wolfgang Joussen, Sabine Schleime, Nicole Hillemacher-Esser und Melanie Lumma (von links). Foto: Ebbecke-Bückendorf

Eschweiler. Woher kommt Gewalt? Und wie geht eigentlich Frieden? Mit einem selbst geschriebenen Theaterstück und viel Musik wollen Eschweiler Schülerinnen und Schüler Antworten geben. Das Stück „Die Klasse“ wird am Montag, 30. Mai, in der Liebfrauenschule und am Donnerstag, 2. Juni, in der Waldschule aufgeführt.

Konflikte mit Gewalt zu lösen – in der großen Politik wird es vorgemacht, es beginnt aber schon im Kleinen. „Der Streit in der Familie, in der Gruppe, in der Nachbarschaft und in der Schulklasse eskaliert schnell, und Handgreiflichkeiten sind oft ein vermeintlicher Lösungsansatz“, erläutert Dr. Wolfgang Joussen vom Projektteam „Face“.

„Aber Gewalt produziert nur Gegengewalt“. Das Projektteam, das aus der Zusammenarbeit der Eschweiler Schulsozialarbeiter und der städtischen Mobilen Jugendarbeit entstanden ist, betreut seit September 2015 eine schulübergreifende Arbeitsgemeinschaft von Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

16 Schülerinnen und Schüler von vier Schulen – der Gesamtschule Waldschule, der Realschule, der Liebfrauenschule und des Berufskollegs – sowie Besucher des Jugendtreffs „Check In“ an der Hehlrather Straße haben in mehrmonatiger Arbeit ein turbulentes Theaterstück entwickelt. „Die Klasse“ ist allerdings mehr als nur ein Theaterstück. „Es ist eine Art Polit-Slam“, beschreibt es Nicole Hillemacher von der Mobilen Jugendarbeit des Eschweiler Jugendamtes.

Eine Kombination aus Theater und Musik – die Jugendlichen haben ihr Thema in zwei Gruppen erarbeitet, einem Theater-Workshop und einem Musik-Workshop mit je acht Teilnehmern. Nicht nur die Texte des Stückes wurden selbst geschrieben, auch die Songs sind selber getextet und komponiert. Geleitet wurden diese Workshops von Melanie Lumma (Theater) und Michael Heidmann (Musik), mit Unterstützung von Mine Kilic von der Mobilen Jugendarbeit Eschweiler. „Slam gegen Gewalt“ haben die Teilnehmer dann auch ihr Theater- und Musikprojekt genannt.

Vor dem kreativen Schaffen stand ein theoretischer Teil. In der ersten Phase des Projektes setzten sich die Jugendlichen, die in der Arbeitsgemeinschaft mitmachen, mit den Ursachen und Formen von Gewalt, Krieg, Unterdrückung und Verfolgung auseinander. Fachkundig angeleitet wurden sie dabei von Johanna Müller und Matthias Nicolai (Waldschule) und Sabine Schleime (Liebfrauenschule).

Schulsozialarbeiter Lothar Horndt hofft, „dass diese Aktion eine Signalwirkung hat“. Um Idee und Inhalt der Aktion in der Region weiter zu verbreiten, erarbeitet das Projektteam eine Handlungsrichtlinie, „damit andere Städte das für sich selber auch entwickeln können“.

Geeignet ist das Stück, in dem es verbal mitunter recht rüde zugeht, für Jugendliche ab der 8. Jahrgangsstufe. In Eschweiler wird es zwei Aufführungen von „Die Klasse“ geben, eine weitere ist in Stolberg geplant. Die Termine: Premiere Montag, 30. Mai, 19 Uhr, Bischöfliche Liebfrauenschule. Zweite Aufführung am Donnerstag, 2. Juni, 19 Uhr Gesamtschule Waldschule.

Für diese beiden Aufführungen gilt: Eintritt frei, aber Kartenreservierung notwendig. Das geht telefonisch (Telefon 02403/7487460) oder per E-Mail bei nicole.hillemacher@eschweiler.de. In Stolberg wird das Stück im Rahmen des Schüler-Theaterfestivals am 10. Juni im Kulturzentrum Frankental aufgeführt. Auch dort ist der Eintritt frei.

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