Eschweiler - Rathaus-Quartier: Invest steigt auf 70 Millionen Euro

Rathaus-Quartier: Invest steigt auf 70 Millionen Euro

Von: Rudolf Müller
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Die Schreddergenehmigung für das Abrissmaterial liegt inzwischen vor, an der Stromversorgung wird gearbeitet, und auch die Moschee (im Hintergrund links) soll in wenigen Wochen Vergangenheit sein. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. Wochenlang herrschte Ruhe auf dem Gelände des einstigen City-Centers. Was vielleicht auch ganz gut war: Hätte die Abrissfirma in diesen heißen, staubtrockenen Wochen mit dem Schreddern der auf dem Areal lagernden Betonberge begonnen, hätte der Staub mit Sicherheit für reichlich Ärger gesorgt. Dass das nicht passiert ist, war ein Versäumnis der Bauleute.

Die nämlich hatten den nötigen Antrag auf Genehmigung der Schredderarbeiten erst reichlich spät gestellt. Und da in das aufwendige Genehmigungsverfahren nicht nur die Städteregion involviert, sondern unter anderem auch ein Schallschutzgutachten vorgelegt werden muss, herrschte Untätigkeit auf der Baustelle. Am Mittwoch schließlich konnte die Genehmigung erteilt werden: Jetzt wird das Abrissmaterial – kontaminierter Bauschutt wurde bereits abgefahren – auf der Baustelle zermahlen und zum allergrößten Teil an Ort und Stelle als Basis der künftigen Tiefgarage in den Boden gebracht.

Inzwischen wird auf dem Areal wieder gearbeitet: Im Auftrag der Investoren Pieroth und Schumacher wird die von einem Bagger in Mitleidenschaft gezogene Trafostation an der Wollenweberstraße ebenso ersetzt wie ihr Pendant an der Ecke Dürener Straße/Peilsgasse. Zudem wird eine Stromleitung, die quer durch die Baustelle führt, über öffentliches Gelände neu verlegt.

Die fehlende Schreddergenehmigung war nicht das einzige, was zu Verzögerungen führte. Auch die Tatsache, dass die Moschee der Ditib-Gemeinde an der oberen Wollenweberstraße, deren Areal ebenfalls dem neuen Rathaus-Quartier einverleibt werden soll (darüber sind sich Gemeinde und Investoren einig) noch immer nicht umgezogen ist.

Zwar hat die Gemeinde nach einigem Hin und Her ein neues Domizil an der Grachtstraße gefunden, doch unterzeichnet ist der Kaufvertrag noch nicht, weil sich zwischenzeitlich auch andere mögliche Käufer für das Objekt interessiert hatten. Diese Hürde ist zwar ausgeräumt, doch nun sind die Verantwortlichen der Ditib-Moschee in ihren Jahresurlaub Richtung Türkei abgereist...

Dennoch: Auch wenn das Rathaus-Quartier ein private Baumaßnahme ist und man im Rathaus kaum Einfluss darauf hat, hat dort niemand Zweifel daran, dass das Projekt allen diesen Widrigkeiten zum Trotz realisiert wird. Und zwar größer – vor allem mit deutlich mehr Wohnraum – als ursprünglich geplant. Sollte das Investitionsvolumen der Investoren Bernd Pieroth und Ralf Schumacher ursprünglich 40 Millionen Euro betragen, so sollen dort inzwischen sogar 70 Millionen Euro verbaut werden.

Und das Interesse potenzieller Mieter, so heißt es seitens der Beteiligten, ist enorm. Mit den Handelsketten, die im neuen Rathaus-Quartier für einen attraktiven Geschäftsbesatz sorgen sollen, ist man sich inzwischen einig. Dass eine Kita, ein Gastronomiebetrieb, die Volkshochschule nebst Fernuni und eine Außenstelle der Städteregion hier zu finden sein werden, steht ebenfalls fest. Lange auf der Suche waren Pieroth und Schumacher nach einem großen Bauunternehmen, das das Rathaus-Quartier erstellt.

Angesichts des anhaltenden Baubooms keine leichte Suche. Aber auch diese Hürde ist inzwischen genommen. Eines der bundesweit führenden Unternehmen steht „Gewehr bei Fuß“. Voraussetzung: die Moschee-Frage wird geklärt und Pieroth/Schumacher verfügen über eine positiv beschiedene, qualifizierte Bauvoranfrage. Die nötigen Unterlagen sollen in den nächsten Tagen im Rathaus vorliegen. Schon im Herbst könnte der Bauantrag folgen.

 

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