Rat und Hilfe bei den Krisen im Leben

Von: chh
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Schuldnerberatung, ausführliche Gespräche, Rat bei Behördenangelegenheiten: Die Aufgaben von Heinz-Dieter Hahn, Sozialarbeiter in der Caritas/Wabe-Fachberatungsstelle, sind vielfältig. Foto: Handschuhmacher

Eschweiler. Schulden, Arbeitslosigkeit, steigende Kosten für Miete und Energie, Schwierigkeiten bezahlbaren Wohnraum zu finden – die Probleme, mit denen die Menschen zu Heinz-Dieter Hahn in die Caritas/Wabe-Fachberatungsstelle kommen, sind vielfältig. Und genauso vielfältig sind in der Konsequenz die Aufgaben des Sozialarbeiters.

66 Menschen haben im vergangenen Jahr bei Hahn Unterstützung gefunden – gezählt werden dabei nur die Menschen, die mindestens drei Beratungskontakte hatten. Für viele von ihnen ist der Umgang mit Geld problematisch, 25 Menschen nahmen bei Hahn eine Schuldnerberatung in Anspruch. „Viele geben am Anfang des Monats zu viel Geld aus oder investieren ihr Geld in die falschen Dinge“, weiß Hahn. Schnell ist dann zur Monatsmitte kaum noch Geld für beispielsweise Lebensmittel da.

In diesen Fällen bietet die Caritas/Wabe Fachberatungsstelle die Möglichkeit, ein Geldverwaltungskonto einzurichten. Das heißt, ein Großteil oder alle monatlichen Einnahmen landen auf einem Konto, das Heinz-Dieter Hahn verwaltet. Die Klienten bekommen dann bei Bedarf eine bestimmte Summe ausgezahlt. Und auch monatliche Kosten wie Miete und Nebenkosten werden dann von diesem Konto abgebucht. „Unser Ziel ist es natürlich, die Menschen im Umgang mit Geld zu schulen. Sie sollen ein Haushaltsbuch führen und wieder lernen selbstständig mit ihrem Geld umzugehen“, sagt Hahn. Das Geldverwaltungskonto wird deshalb erst einmal befristet für sechs Monate eingerichtet.

Ein Großteil der Klienten der Fachberatungsstelle sind alleinstehende Langzeitarbeitslose, die häufig auch keine abgeschlossene Ausbildung haben – und damit auch kaum noch eine Perspektive auf dem Arbeitsmarkt im Jahr 2013. „Diese Menschen sind für den heutigen Arbeitsmarkt kaum noch vermittelbar“, sagt Hahn. „Wenn sie Arbeit finden, dann meist nur einen Vertrag, der von vorneherein auf ein paar Monate befristet ist. In den Genuss von Arbeitslosengeld I kommen die Leute dadurch erst gar nicht.“

Zusätzlich kritisiert Hahn, dass ALG-II-Bezieher häufig negativ wahrgenommen werden. Entgegen eines weit verbreiteten Bildes in der Öffentlichkeit würden lediglich zwei Prozent der Leute Sozialleistungen missbrauchen, weiß Hahn.

Auch wenn jemand droht wohnungslos zu werden, weil er die Miete nicht bezahlt hat, springt Heinz-Dieter Hahn ein. „Ich führe dann Gespräche mit dem Vermieter und schaue, ob die Situation noch zu retten ist“, sagt Hahn. So gibt es etwa die Möglichkeit für die Übernahme der Energiekosten ein Darlehen aufzunehmen. In zwei Fällen konnte er so im Jahr 2012 Mieter vor einer Kündigung bewahren; für acht Menschen hat der Sozialarbeiter neue Wohnungen gefunden.

Jedoch zeigt der Jahresbericht der Fachberatungsstelle auch die eine oder andere „Nullrunde“ an. So konnte Hahn keine der betreuten Personen in ein versicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis oder eine Arbeitsmaßnahme vermitteln. „Ich unterstütze die Menschen beim Verfassen von Anschreiben oder bei der Vorbereitung auf ein Bewerbungsgespräch“, sagt Hahn. Für die Vermittlung von Arbeitsstellen sei hingegen die Arbeitsagentur zuständig.

Die „Fachberatungsstelle für Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten“ ist eine Einrichtung der Caritas und des Vereins „Wabe“. „Wabe“ steht für „Wohnung, Arbeit und Beratung“. Die Sprechstunden in der Beratungsstelle an der Franzstraße 19 finden dienstags von 9 bis 12 Uhr, donnerstags von 14 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung statt. Hahn ist erreichbar unter Telefon 80 04 14 oder per E-Mail: heinz-dieter.hahn@wabe-aachen.de.

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