Randalierer im Vollrausch hält Polizei in Atem

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Ausgelassene Feier: Einige Jecke trieben es auf dem Markt und an der Schnellengasse zu bunt und lösten wegen Randale Polizeieinsätze aus. Foto: Annika Kasties

Eschweiler. Ein Randalierer im Vollrausch gehört zu der negativen Bilanz eines ansonsten überwiegend friedlichen Fettdonnerstags in Eschweiler. Gegen 17.45 Uhr riefen Mitarbeiter des St.-Antonius-Hospitals die Polizei zu Hilfe, weil ein 27-Jähriger auf der Intensivstation randalierte.

Das Personal fesselte ihn mit Bandagen. Warum sich der Mann auf der Intensivstation befand, konnte Polizeisprecher Paul Kemen am Freitag auf Anfrage nicht beantworten. Ein Patient der Station sei er nicht gewesen.

Die Beamten nahmen den polizeilich bekannten Mann in Gewahrsam. Gegen ihn bestand Haftbefehl wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung. Zudem hatte er die Auflage seitens des Gerichts keinen Alkohol zu trinken. „Für den ist Karneval vorbei“, kommentierte Kemen.

Ermittlungsverfahren eingeleitet

Auch eine Anzeige wegen eines versuchten Sexualdelikts auf dem Markt beschäftigt die Beamten. Die Polizei hat gegen zwei Männer ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Darüber hinaus mussten die Beamten wegen mehrerer Fälle von Randale auf dem Markt und an der Schnellengasse ausrücken.

Auch die 22 Kräfte der Feuer- und Rettungswache hatten einen ereignisreichen Tag. Das vor einigen Jahren etablierte Einsatzkonzept „Weiberfastnacht“ der Feuerwehr Eschweiler mit den Eschweiler Hilfsorganisationen (Malteser Hilfsdienst, Johanniter Unfallhilfe und Deutsches Rotes Kreuz) wurde wieder erfolgreich umgesetzt.

Dabei wird zum einem der reguläre Rettungsdienst der Feuerwehr Eschweiler durch vier zusätzliche Rettungsfahrzeuge verstärkt, so dass im Stadtgebiet neun Rettungsfahrzeuge zur Verfügung stehen. Aufgrund der Erfahrungen der vergangenen Jahre wurde auch dieses Mal ein eigener Notarzt für Eschweiler gestellt, da gerade an den tollen Tagen die städteregionalen Notärzte stark beansprucht sind.

Darüber hinaus wurden im Bereich Marienstraße und Markt jeweils Unfallhilfsstellen errichtet, an denen Verletzte erstversorgt und untersucht wurden. Die Rettungskräfte konnten somit vor Ort über die Notwendigkeit eines Transports ins Krankenhaus entscheiden. An den Hilfsstellen verzeichnete die Rettungswache 25 (Vorjahr 30) Hilfeleistungen, die zu elf (Vorjahr zehn) Transporten ins Krankenhaus führten.

Unterstützung von vielen Seiten

Die Hilfsorganisationen bilden gemeinsam mit Polizei, Ordnungsamt, Security und Feuerwehr eine gemeinsame Veranstaltungsleitung für die närrischen Events an der Marienstraße sowie am Markt. Hierbei unterstützten zwei Einsatzleitwagen der Johanniter Hilfe und der Städteregion sowie der Abrollbehälter „Einsatzleitung“ der Feuerwehr Eschweiler.

Zu dem Aufgebot der Feuer- und Rettungswache gehörten zwischen 10 und 23 Uhr erneut 25 freiwillige Einsatzkräfte der Löschzüge Bohl und Stadtmitte. Sie hielten sich in ihren Räumlichkeiten am Florinweg oder in Bohl auf und konnten bei Feuer- und Hilfeleistungseinsätzen sofort ausrücken. Weitere Unterstützung erhielten die Einsatzkräfte von rund 55 Angehörigen der Eschweiler Hilfsorganisationen und von 25 Kräften der freiwilligen Feuerwehr.

Darüber hinaus waren in den Bereichen Markt, City-Center und Marienstraße Trupps der Sanitätsorganisationen unterwegs, um im Bedarfsfall sofort sanitätsdienstliche Maßnahmen zu ergreifen. Die Unfallhilfsstelle am Markt wurde gegen 22.30 Uhr aufgelöst, da sich dort – vermutlich wegen des schlechten Wetters – immer weniger Besucher aufhielten.

Insgesamt rückten die Rettungsfahrzeuge während ihrer 24-Stunden-Schicht zu 58 Einsätzen (Vorjahr 53) aus, wovon mindestens 19 Einsätze (Vorjahr 18) karnevalsbedingt waren. Jüngster „Karnevalspatient“ wegen überhöhten Alkoholkonsums war gegen 15.32 Uhr (Vorjahr 13 Uhr) ein 15-jähriger Junge. Insgesamt mussten fünf Jugendliche (Vorjahr drei) unter 18 Jahren wegen Alkoholmissbrauchs ins Krankenhaus transportiert werden.

Damit stiegen im Vergleich zum Vorjahr die Gesamteinsatzzahlen trotz des schlechten Wetters und der geringeren Anzahl an Besuchern leicht an, teilte Axel Johnen mit. Schon am späten Donnerstagnachmittag zeigte sich der Einsatzleiter der Eschweiler Feuerwehr angesichts dieser Entwicklung überrascht. Positiv zu vermelden sei jedoch, dass es nur sehr wenige Verletzte nach Schlägereien gegeben habe.

Auch Schnittverletzungen durch Glasscherben habe es nicht gegeben. „Vor der Einführung des Glasverbots hatten wir nachmittags immer schon diverse Schnittverletzungen“, erinnert sich Johnen. Im Bereich der Marienstraße verzeichneten die Einsatzkräfte überhaupt keine Einsätze.

Neben den rettungsdienstlichen Einsätzen gab es auch Einsätze im feuerwehrtechnischen Bereich. Gegen 22 Uhr wurde ein schwerer Verkehrsunfall auf der Hüchelner Straße zwischen Nothberg und Hücheln gemeldet, zu dem der Rüstzug der Wache und die freiwillige Bereitschaft aus Stadtmitte ausrückten. Ein Auto war von der Fahrbahn abgekommen und auf eine Wiese gefahren. Dabei verletzte sich der Fahrer schwer. Er wurde nach notärztlicher Versorgung ins Eschweiler Krankenhaus gebracht.

Ruhig ab 2 Uhr nachts

Wie Axel Johnen mitteilte, wäre nach Bergung des Fahrzeugs und Säuberung der Fahrbahn eigentlich die Bereitschaft der freiwilligen Kräfte beendet gewesen. Von 23.30 bis 3.50 Uhr unterstützte eine Drehleiter der Feuer- und Rettungswache jedoch die Aachener Feuerwehr bei der Bekämpfung des Großbrandes in einer Maschinenhalle des Werkzeugmaschinenlabors (WZL) der RWTH Aachen.

Gegen 2 Uhr nachts beruhigte sich das Einsatzgeschehen stark und die Rettungsdienstkräfte rückten nur noch zu wenigen Einsätzen aus.

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