Raiba-Cup: Weisweiler „Underdogs“ zeigen Zähne

Von: Dirk Müller
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So jubeln Gewinner: Siegerehrung mit dem SV Breinig und der zweitplatzierten Fortuna Weisweiler (rechts). Foto: Dirk Müller
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: Die Spieler der Fortuna Weisweiler bedanken sich beim zahlreichen Publikum für die starke Unterstützung.
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Szenen aus dem Finale Fortuna Weisweiler (in blau) gegen den Sieger SV Breinig.

Eschweiler. Den Sieg beim 19. Raiffeisen-Cup konnte der vermeintlich schwächste der fünf teilnehmenden Landesligisten erringen: Derzeit nur auf Tabellenplatz 16 zu finden, jubelte am Ende des zweitägigen Turniers der SV Breinig und nahm vom Schirmherren, dem SPD-Landtagsabgeordneten Stefan Kämmerling, und Johannes Gastreich, Vorstandsvorsitzender der veranstaltenden Raiffeisen-Bank Eschweiler, den Siegerpokal entgegen.

Noch überraschender war jedoch, dass mit der Fortuna Weisweiler (Kreisliga B) dem klassenniedrigsten Club in der Endrunde der Einzug ins Finale gelang.

Am ersten Turniertag in der Sporthalle des Berufskollegs zeigten die Fortuna aus Weisweiler und die Sportfreunde Hehlrath die besten Leistungen, setzten sich gegen SCB Laurenzberg, TSV Donnerberg, Eschweiler SG, SV Nothberg, Rhenania Eschweiler und SV St. Jöris durch und erreichten überzeugend die Endrunde des Raiffeisen-Cups.

Im Gesamtergebnis konnten die Hehlrather Sportfreunde (Kreisliga A) die Rhenania Lohn (ebenfalls Kreisliga A) auf dem achten, den von der „Papierform“ mit Platz 6 der Landesliga favorisierten VfL Vichttal auf dem siebten und den Titelverteidiger, Landesligisten und ausrichtenden Verein FC Germania Dürwiß auf dem sechsten Rang hinter sich lassen.

Im ersten Halbfinale trafen mit der Alemannia Mariadorf und dem SV Breinig zwei Landesligisten aufeinander, und das Alsdorfer Team begann druckvoller. Die Stolberger des SV Breinig gingen dennoch in der 3. Minute in Führung.

Die Alemannia blieb die offensivere Mannschaft, Breinig beschränkte sich auf Konter – das allerdings mit Erfolg: Das 2:0 erfolgte in der 6. Minute. Mariadorf steckte nicht auf, erzielte keine 60 Sekunden später den Anschlusstreffer, doch bei dem Spielstand von 2:1 blieb es, und der SV Breinig stand als erster Finalist fest.

Die „Underdogs“ aus Weisweiler gerieten im zweiten Halbfinale gegen den Aachener Landesligisten Rhenania Richterich in der 3. Minute in Rückstand. Dann ambitionierter spielend, glich die Fortuna in der 7. Minute durch ein technisch schön heraus gespieltes Tor aus, und nicht zuletzt durch die Leistung des Weisweiler Torwarts Christian Klinkhammer kam es zu einem 9-Meter-Schießen, das die Weisweiler Fortuna, erneut dank Klinkhammer, mit 3:1 gewann. Das „kleine Finale“ um den dritten Platz entschied anschließend Rhenania Richterich in der regulären Spielzeit für sich und bezwang Alemannia Mariadorf mit 1:0.

Mit einem Paukenschlag startete die zwei Klassen niedriger spielende Fortuna aus Weisweiler in das Finale, als Michael Müller in der 1. Minute das 0:1 erzielte. So gewarnt, entwickelte sich der überlegene SV Breinig zur spielbestimmenden Mannschaft, und Jerome Grammerstorf glich zunächst aus, traf kurze Zeit später zum 2:1. Die Begegnung gewann ein wenig an Härte, der „Held“ des Halbfinales, Christian Klinkhammer, erhielt einen Platzverweis, und die Fortuna spielte in Unterzahl.

Thomas Koll traf zwei Mal ins Tor, und Ramazan Koc schoss das 5:1 für den SV Breinig. Doch die Moral der kämpferischen Weisweiler war ungebrochen: Rund sieben Minuten vor Schluss verwandelte Stefan Filster zwei Chancen, und die Fortuna verkürzte auf 5:3. Auch eine weitere Zeitstrafe gegen den Eschweiler Club konnte den Siegeswillen des Teams nichts anhaben, die Möglichkeit zum Anschlusstreffer in Unterzahl scheiterte aber am Pfosten. Nach dem 5:3 Endstand war die Rollenverteilung in der Sporthalle des Eschweiler Berufskollegs klar: Der SV Breinig ist der souveräne Gewinner des 19. Raiffeisen-Cups, und die Fortuna Weisweiler der vom Publikum viel umjubelte „Sieger der Herzen“.

Sehr zufrieden mit dem Turnier zeigte sich am Ende auch Frank Dickmeis, Vorsitzender des Ausrichters FC Germania Dürwiß: „Wir haben hochklassige, faire Spiele ohne Verletzungen gesehen, die Ränge waren voll, und unsere Turnierleitung aus Willi Greven, Matthias Hanf und Tim Schmitz hat ebenso hervorragende Arbeit geleistet wie die vielen freiwilligen Helfer.“

Einziger Wermutstropfen für Dickmeis dürfte wohl das Abschneiden der im Vorjahr noch siegreichen eigenen Mannschaft gewesen sein. „Etwas mehr als den sechsten Platz hätte ich mir schon gewünscht, aber vielleicht klappt es ja bei der Stadtmeisterschaft am kommenden Wochenende besser. Grundsätzlich hat für uns der Klassenerhalt in der Landesliga ohnehin oberste Priorität“, sagte der Vorsitzende des FC Germania Dürwiß.

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