Radtour über die Alpen für guten Zweck

Von: Patrick Nowicki
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Gruppenbild mit Pferd: Nicht nur Lucky, sondern auch Werner Glasmacher, Heinz Brosig und Claudia Schönborn vom Reit- und Therapiezentrum Lohner Hof wünschen Philipp Reis (rechts) eine erfolgreiche Benefiztour zu den Alpen. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. In wenigen Tagen steigt Philipp Reis wieder in den Fahrradsattel. Sein Ziel diesmal: die Alpen mit ihren Pässen. 3200 Kilometer hat er sich vorgenommen. Wie viele Höhenmeter er bewältigen wird, weiß der Dürwisser noch nicht.

Aber wofür er sich anstrengt schon: Jeder gefahrene Kilometer soll dem Reit- und Therapiezentrum Lohner Hof zugute kommen. Dafür greift er nicht nur selbst in die Geldbörse, sondern er hofft auch auf viele Mitstreiter, die für den gemeinnützigen Verein im Rahmen seiner Benefiztour spenden.

Vorreiterrolle in Deutschland1

Am 3. Juli soll es losgehen. Der Startpunkt ist natürlich der Lohner Hof, der mehr denn je auf Spenden angewiesen ist. Dabei hat die Einrichtung am Hagelkreuz deutschlandweit eine Vorreiterrolle inne. Vom Deutschen Kuratorium für Therapeutisches Reiten anerkannt, erfüllt es zudem die ISO-Norm 9001, was regelmäßig vom TÜV Rheinland überprüft wird.

„Wir wollen keine Therapieform für eine Elite sein”, lautet ein Grundsatz, den die Projektleiterin des Lohner Hofes, Claudia Schönborn, vertritt. Dies allerdings bedeutet, dass nicht alle Kosten gedeckt werden können, will man die Betroffenen nicht zu sehr finanziell belasten. Die Reittherapie wird nämlich nur selten von Krankenkassen oder vom Landschaftsverband bezahlt. Eigentlich unverständlich, schließlich erzielt sie nachweislich hervorragende Ergebnisse - nicht nur bei Behinderten. Die im Lohner Hof betreuten Menschen sind zwischen 3 und 83 Jahre alt und ihre Defizite sind vielschichtig.

Der Vorsitzende des Vereins, Heinz Brosig, verbringt viel Zeit damit, Klinken bei Sponsoren zu putzen, um die Finanzierung des Therapieangebots zu sichern. Denn vom vielfachen Lob alleine kann eine solche Einrichtung nicht leben. „Es ist eher ungewöhnlich, dass wir angesprochen werden, aber das ist uns natürlich umso willkommener”, freut sich der 72-Jährige auf die Anfrage von Philipp Reis, die nächste Benefiztour dem Lohner Hof zu widmen. Der ehemalige Mitarbeiter der RWE Power AG will die durch seinen Vorruhestand gewonnene Zeit sinnvoll nutzen: „Ich möchte etwas zurückgeben, was ich Positives erlebt habe.” Seit 2004 tritt er für verschiedene gute Zwecke in die Pedale. Vor einem Jahr umkurvte er die Nordsee zu Gunsten des Kinderhospizvereins in Aachen, diesmal soll das Geld in Eschweiler bleiben.

Die Reise wird ihn diesmal über Saarbrücken und Straßburg zum Genfer See führen. Von dort bricht er nach Osten Richtung Alpen auf: Über Locarno und Luzern geht es nach Liechtenstein. Bregenz, Füssen und Rosenheim sind die nächsten Stationen, ehe dann die Fahrt wieder nach Norden führt. Passau, Regensburg, Ulm, Heidelberg, Wiesbaden und Koblenz lauten die Orte auf der Heimreise. Läuft alles nach Plan, dann rollte er auf seiner letzten Etappe am Samstag, 7. August, wieder auf das Gelände des Lohner Hofes. „Allerdings kann ich noch nicht versprechen, dass ich pünktlich bin”, schmunzelt Reis. Unterwegs trifft er nämlich so manchen anderen Radfahrer, der einen Tipp im Gepäck hat. Dann könne es durchaus geschehen, dass er einen Abstecher mache. Allerdings hofft er natürlich darauf, dass mit jedem Kilometer mehr auch mehr Geld aufs Konto des Reit- und Therapiezentrums fließt.

Ein Lifter wird dort besonders benötigt. Also ein Gerät, das Behinderte aus dem Rollstuhl in den Pferdesattel hievt. Und ein Kleintraktor, um das Areal der Anlage zu pflegen. Allerdings fehlt für die Anschaffungen im Moment das erforderliche Geld. „Wir spüren natürlich auch die wirtschaftliche Lage”, räumt Claudia Schönborn ein, „manche Sponsoren können uns nicht mehr in dem Maße unterstützen.” Mit viel ehrenamtlichem Fleiß will der Verein dies kompensieren, aber auch das hat seine Grenzen, denn die Zahl der Menschen, denen eine Reittherapie helfen kann, sinkt keineswegs.

Aktionen wie die von Philipp Reis helfen. Manche Strecke auf seiner Benefiztour kennt der Dürwisser von den Profi-Radsportlern. Allerdings wird er sicher nicht deren Tempo an den Tag legen können, was er allerdings mit Humor nimmt: „Bei der Tour de France sind doch nur Weicheier. Ich fahre schließlich die Alpenpässe mit Gepäck hinauf.” Wichtig sei ihm ohnehin nur, dass am Ende das Reit- und Therapiezentrum Lohner Hof als Sieger feststehe.

So kann man die Aktion unterstützen

Wer Philipp Reis ein Stück bei seiner Benefiztour Richtung Alpen begleiten möchte, der hat am Samstag, 3. Juli, Gelegenheit dazu. Um 8.30 Uhr nimmt er die erste Etappe nach St. Vith unter die Pedale. Los geht es am Lohner Hof, wo für Interessierte auch die Gelegenheit besteht, sich das Angebot dort anzuschauen.

Während seiner fünfwöchigen Tour werden wir Philipp Reis redaktionell begleiten und regelmäßig von seinen bewältigten Stationen berichten.

Wer die Aktion des Indestädters unterstützen möchte, kann einen Betrag auf das Konto des Lohner Hofes überweisen. Spendenquittungen werden selbstverständlich von dem Verein ausgestellt. Die Daten: Kontonummer 7268428 bei der Sparkasse Aachen (BLZ 39050000), Stichwort: Benefiz-Radtour.

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