Eschweiler - Rachida lässt die Schleier schweben

Rachida lässt die Schleier schweben

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Das Kostüm und die beiden Schleier hatte sich Rachida eigens für die Deutschen Meisterschaften schneidern lassen. Foto: Michael Cremer

Eschweiler. Tanz ist ihr Leben. Sie ist Lehrerin und wird doch auch immer Schülerin bleiben, denn sie legt großen Wert darauf, sich stetig weiterzuentwickeln. „Stillstand”, sagt sie, „gibt es im Tanz nicht.” Der Erfolg gibt Rachida Recht.

Bei den Deutschen Meisterschaft im Orientalischen Tanz holte sie in diesem Jahr zwei zweite Plätze, in der nationalen wie internationalen Szene hat sie sich längst einen Namen gemacht. Zu ihrer ersten großen Benefizveranstaltung im September werden absolute Topstars des Orientalischen Tanzes ihre Gäste sein.

Sie heißt Rachida El Majdoub, doch sie nennt sich schlicht „Rachida”, Künstlernamen sind in der Szene durchaus üblich. Vor 29 Jahren kam sie mit ihrer Familie aus Marokko nach Aachen, da war sie vier Jahre alt. Schon früh gab sie diesem „Lebensgefühl” Tanzen nach, begann als Sechsjährige eine klassische Ballettausbildung und kam nach und nach zum Modern Dance, zu Jazz Dance, Salsa und Flamenco. „Die ganzen Einflüsse konnte ich später einbauen.”

Erst mit 18 fing sie an, sich ernsthaft mit Orientalischem Tanz zu beschäftigen. Den Begriff Bauchtanz mag sie gar nicht, denn den „Raqs Scharqi”, den „Tanz des Ostens”, tanzt man mit dem ganzen Körper, sagt sie. Offiziell benutzt wird der Begriff Bauchtanz (Bellydance) eigentlich nur in den USA.

Tänzerische Vielfalt

Rachida begann zunächst an der Volkshochschule, Orientalischen Tanz zu lernen, merkte aber rasch, dass dies so nicht ihr Ding war. „Ich kenne das anders, habe ich mir damals gesagt.” Sie besuchte Workshops und geriet nach und nach an namhafte Lehrer, war beim Tanzhaus NRW, in Berlin und vor allem in Marokko. „So, wie es zeitlich und finanziell eben machbar war.”

Mit dem Lernen hat sie nie aufgehört. Sie machte verschiedene Ausbildungen, etwa im Stocktanz oder im Umgang mit der Zimbel, lernte den Schleiertanz in all seinen Ausprägungen und den Taqasim, einen folkloristischen Tanz, der in der Regel von Improvisationen auf einem Solo-Instrument begleitet wird. Und sie lernte den Muwashahat, jenen ebenso anspruchsvollen wie anmutigen Hoftanz, den die Mauren von Spanien aus nach Europa „exportierten”.

Zum Unterrichten ist sie eher durch Zufall gekommen. Damals erkrankte eine ihrer Tanzkolleginnen, die als Dozentin an der VHS in Eschweiler arbeitete. Sie sprang kurzfristig ein, bekam Gefallen daran (und sehr viel Anerkennung) und blieb für einige Jahre. In Eschweiler eröffnete Rachida 2008 auch ihre Tanzschule; mittlerweile hat sie 80 Schülerinnen - im Alter von 6 bis 62. Sie ist gefragt: Ihre bundesweiten Workshops, sagt sie, seien bis November 2011 ausgebucht. Zudem ist sie gern gesehener Gast bei vielen Aufführungen. So war sie - und auch einige ihrer Schülerinnen - in Carla Brettschneiders Inszenierung der „Kleinen Meerjungfrau” im Eurogress zu sehen, mit eigener Choreografie. Die drei Vorstellungen waren allesamt ausverkauft.

Ihren größten Erfolg feierte die 33-Jährige im März, als sie bei den Deutschen Titelkämpfen in Leverkusen in den Kategorien Klassischer Orientalischer Tanz und Show/Fantasy jeweils Vizemeisterin wurde. Für die zweite Kategorie hatte sie sich nach eigenem Entwurf eigens ein lila Kostüm schneidern lassen und zwei Schleier in Lila und Rosa. Gerade einmal zwei Tage Zeit hatte sie anschließend, um das Kostüm selbst zu besticken.

Bellydance-Superstar

Das nächste Großereignis in ihrem Leben lässt nicht lange auf sich warten. Am 11. September veranstaltet Rachida im „Obelisk” in Vaals ihre erste Benefizgala. Zu dieser Veranstaltung, deren Erlös an die Organisation „Ärzte ohne Grenzen” geht, erwartet sie hochkarätigen Besuch. So lässt sie Ava Fleming aus den USA einfliegen, den Superstar der amerikanischen Bellydance-Szene. An den beiden Tagen vor und nach der Gala wird Ava Fleming zudem Workshops veranstalten.

Weitere Gäste sind unter anderem Manis, bekannte Dozentin am Tanzhaus NRW und Hauptorganisatorin der „Orientale”, sowie Sophia Chariarse, die in Indien aufgewachsen ist und als Koryphäe des „Bollywood Dance” gilt.
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