Pünktlichkeit ist das A und O des Geschäfts

Von: Stefan Herrmann
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Eschweiler. „New York - Rio - Tokyo... und Weisweiler”. Ganz so geht der Song der Formation „Trio Rio” aus dem Jahr 1986 zwar nicht, für den Eschweiler UPS-Standort wäre es aber trotzdem die passende Hymne.

„Wenn Sie heuten bei uns ein Paket bis spätestens 18 Uhr abgeben, ist es am nächsten Morgen in den USA”, stellt Niederlassungsleiter Guido Lehmann die Philosophie des Logistikunternehmens United Parcel Service, kurz UPS, vor. „Und zwar bis 9 Uhr, nicht 9.01 Uhr oder 9.02 Uhr”, ist eine pünktliche Lieferung für Öffentlichkeitsarbeiterin Sandra Blum das A und O ihres Geschäfts. Dafür arbeiten weltweit mehrere Hunderttausend UPS-Angestellte, dafür sind auch an der Max-Planck-Straße im Weisweiler Gewerbegebiet „In der Krause” 117 Mitarbeiter (fast) rund um die Uhr im Einsatz.

Beim Besuch der CDU-Delegation am Freitagnachmittag um den Bundestagsabgeordneten Helmut Brandt, das Europaparlamentsmitglied Sabine Verheyen und den neuen Städteregionsrat Helmut Etschenberg war es ruhig und beschaulich. „Das ändert sich in wenigen Stunden”, erklärte der stellvertretende Niederlassungsleiter Horst Skwarra, dass das große Pakete-Umladen stets am frühen Abend einsetzt. Und natürlich am frühen Morgen. Dann rollt das Band, werden die markanten braunen Zustell-Fahrzeuge beladen und die Routen vorbereitet. Tagsüber sind die Wagen dann unterwegs, im Schnitt auf einer 131 Kilometer langen Tour.

„Unsere Zusteller sind übrigens ohne Navi unterwegs”, kann 33-jährige Blum von einer ausgeprägten Ortskenntnis der fahrenden Mitarbeiter berichten. Daher, betont sie, sei man als Unternehmen stets darum bemüht, Angestellte langfristig zu binden. Die Zahlen untermauern dies: Im Fahrerbereich liegt die UPS-Treue bei durchschnittlich 12 Jahren, im Managementbereich sogar bei 18 Jahren.

60 Vollzeitbeschäftigte und 53 Teilzeitangestellte hat der Weisweiler Standort, der die Gebiete Kreis Aachen, Kreis Heinsberg und Kreis Düren versorgt. Seit dem 1. Juli 1980 ist man im Westzipfel der Republik präsent. „Nur vier Jahre, nachdem UPS seinen ersten Sitz in Deutschland gründete”, so Gebietseinsatzleiter Skwarra.

Täglich rollen tausende Pakete in zwei Sortierungen über die Bänder. 950 feste Abholkunden hat die Niederlassung, dazu kommen noch einmal 50 so genannte Einmalversender. So wie die Oma, die ihrem in Boston studierenden Enkel noch schnell zu Weihnachten ein Päckchen mit Geschenken schicken will. Überhaupt, Weihnachten... „Das ist für uns natürlich eine absolute Spitzenzeit, in der wir viel zu tun haben”, kann Guido Lehmann aber eigentlich das ganze Jahr über mit den Zahlen zufrieden sein. Auch aktuell in der Krise. Dass, so glaubt der Leiter, liege auch an dem Qualitätsanspruch, den UPS an sich selbst stelle.

„Wir halten den Service, den wir versprechen. Es gibt bei uns kein âNein, das können wir nicht´.” Und dazu gehört es nun einmal, von Weisweiler aus etwas zu verschicken, was am nächsten Morgen auf einem anderen Kontinent pünktlich abgeliefert wird. Dafür gibt es in der 1997 erweiterten Halle einen extra als „Air Recovery Point” ausgezeichneten Bereich. Von da aus geht´s dann flugs Richtung Flughafen Köln/Bonn, wo UPS seit 1986 die deutschlandweit wichtigste Drehscheibe für den weltweiten Lufttransport unterhält.

In der Region sind für diesen Service im Schnitt 45 Fahrzeuge der 60 Wagen starken Flotte unterwegs. Doch auch mit einigen Schwierigkeiten haben die UPS-Mitarbeiter im hiesigen Einzugsgebiet zu kämpfen. „Die Zustellzeiten in Fußgängerzonen sind für uns problematisch”, weist Lehmann darauf hin, dass viele Geschäfte erst um 10 Uhr aufmachen, aber nur bis 10.30 Uhr beliefert werden dürfen. Eine logistisch saubere Lösung für alle Parteien stehe hier noch aus.

Themen wie Leiharbeiter und Mindestlohn sind für die UPS-Standorte derweil kein Thema. „Wir zahlen übertariflich”, stehen Lehmann und das Unternehmen dafür ein, dass Leistung auch entsprechend entlohnt wird. Und auch bei Qualifizierung und Sicherheit setzen Lehmann und seine Kollegen auf kontinuierliche Arbeit. Eine schnell einleuchtende Maxime lautet: UPS-Zusteller fahren beim Ausliefern möglichst rechts um die Ecke, um stets nach rechts hin aussteigen zu können. „Sie sollen, wenn es geht, nicht die Straße wechseln.”

Ein sicherer Versand von der Haustür aus bis nach New York, Rio, Tokio. Und irgendwo zwischendrin liegt bei UPS-Kunden der Region dann halt auch Weisweiler. Das Tor zur weiten Welt.
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