Prym schnürt eigenes Rettungspaket

Von: Michael Grobusch
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Stolberg. Auf dieses Alleinstellungsmerkmal hätten die Verantwortlichen vermutlich liebend gern verzichtet: Als erstes Unternehmen der Region wird die Stolberger William Prym GmbH und Co. KG mit einer Bürgschaft des Landes Nordrhein-Westfalen bedacht.

Die sechs Millionen Euro, die der Bürgschaftsausschuss einstimmig empfohlen hat und die nach der zügig zu erwartenden Zustimmung von Finanzminister Helmut Linssen aus Düsseldorf überwiesen werden sollen, gehören zu einem Rettungspaket, das die Geschäftsführung - nach ihrer erfolglosen Investorensuche - mit ihren Banken zu schnüren versucht.

Mit seiner Hilfe sollen die derzeit vor allem bei der Konzern-Tochter Inovan spürbaren Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise abgefedert und zudem die finanziellen Engpässe überbrückt werden, die bedingt sind durch eine hohe zweistellige Rückstellung. Diese hatte Prym aufgrund der beiden von der Europäischen Wettbewerbskommission wegen illegaler Markt- und Preisabsprachen verhängten Bußgelder von insgesamt 67,5 Millionen Euro bilden müssen.

Zehn Millionen Euro kann Prym nach Informationen unserer Zeitung aus dieser Rücklage entnehmen, nachdem auf Grundstücke im italienischen Lecco eine Grundschuld zugunsten der Europäischen Union eingetragen worden ist. Rund zwölf Millionen Euro fordert die Geschäftsleitung dem Vernehmen nach zudem bis Ende 2010 als Arbeitgeber-Beitrag zur Krisenbewältigung ein. Viel Geld, über das die Gewerkschaft nur dann verhandeln will, wenn das Unternehmen gegenüber den zuständigen Bezirksleitungen alle Zahlen und Bilanzen offenlegt.

Die Geschäftsführung um ihren Vorsitzenden Andreas Engelhardt wollte sich am Freitag mit Verweis auf noch laufende Verhandlungen nicht zu den Geschehnissen äußern.
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