Eschweiler/Stolberg - Propsteier Wald: „Lasst bloß das Tor zu!”

Propsteier Wald: „Lasst bloß das Tor zu!”

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Noch stehen einige hundert dieser Munitionsbunker auf dem Gelände des früheren Camps Astrid. Sie sollen demnächst einer großen Photovoltaik-Anlage weichen. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler/Stolberg. „Nach nunmehr fast 60 Jahren könnte so eines der größten ehemals exterritorialen Gebiete in der Region zugänglich gemacht werden.” Die Rede ist vom Propsteier Wald, der zwar seit Jahren nicht mehr „Camp Astrid” ist, aber dennoch für die Bevölkerung gesperrt - jedenfalls offiziell, auch wenn man mittlerweile durch die Löcher im Zaun mit Lastwagen fahren kann.

Und manche Leute tun das sogar, heimlich, um dort Müll abzuladen. Der Wald soll künftig wieder für Bürger da sein. Teil der Flächen aber werden zu einem Gewerbe-und Forschungsgebiet.

Mittendrin ein großes Tor

Den Namen gibt es bereits: Camp CO2-Zero. Anwendung, Entwicklung und Demonstration von regenerativen Energien und Umweltschutz-Technologie soll auf den versiegelten Flächen im Wald stattfinden, dort, wo die Kaserne des belgischen Militärs war und in Ruinen noch ist. Ein Sonderbaugebiet ist hier geplant. Dieses Camp schließt sich direkt an das Stolberger Gewerbegebiet „Camp Astrid” an, das von der Nachbarstadt aus ebenfalls auf einem Teil des Kasernengeländes erschlossen wurde. Ein Tor wird die beiden Gebiete voneinander trennen.

Außerdem sieht der Plan im Norden des Waldes einen Standort für Windräder vor. Auf einer früher als Munitionslager genutzten Fläche ist eine Photovoltaikanlage geplant. Der größte Teil des Propsteier Waldes soll aber als Wald für die Bürger zugänglich werden.

Für das Camp CO2-Zero muss zunächst der Flächennutzungsplan (FNP) der Stadt Eschweiler geändert werden. Bei einer Gegenstimme beschloss der Planungsausschuss des Rates jetzt, eine Änderung des FNP in die Wege zu leiten. An dieser Planung sollen auch die Bürger rechtzeitig beteiligt werden.

Nicht bei allen Teilen der bisherigen Planung besteht Einigkeit bei dem Kommunalpolitikern. „Was will die Stadt tun, damit dort nicht eine Durchgangsstraße nach Röhe entsteht?” fragte Dietmar Widell (Grüne). Wenn die einzige Trennung zwischen Stolberg und Eschweiler an dieser Stelle ein Metalltor ist, das „faktisch die meiste Zeit offen steht”, dann habe der Stadtteil Röhe genau den Schwerlastverkehr, den man seit Jahren vermeiden will.

Es ist die alte Befürchtung

Es ist die alte Befürchtung, die schon vor Jahren heftig diskutiert wurde, als die Stadt Eschweiler einen Teil des Militärgeländes im Propsteier Wald der Stadt Stolberg für ein Gewerbegebiet überließ. Von diesem Gewerbegebiet bis zur Autobahnauffahrt Röhe wären es auf der breiten Straße durch den Wald nur wenige Minuten. Aber bislang müssen die Lkw entweder durch Atsch zur Auffahrt Verlautenheide oder durch Pumpe-Stich und die Aue fahren.

Bezweifelt wurde auch der Sinn des Windräder-Standortes im Propsteier Wald. Die Hobbypiloten von Merzbrück sehen dort die Lage ihrer bisherigen Platzrunde in Gefahr. Dietmar Widell befürchtet, für den Bau müsste ein alter Buchenbestand weichen, auch sei ein Fledermaus-Vorkommen gefährdet.
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