Propsteier Wald: Förderverein „verjüngt“ Natur ohne Hilfsmittel

Von: thd
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Stellten den Förderverein bei der ersten Mitgliederversammlung öffentlich vor (v.l.): Franz-Josef Emundts, Eberhard Büttgen, Hermann Gödde, Reiner Fey, Hans-Gerd Hilgers und Stephan Miseré. Sie hoffen, Umweltschäden durch Gewerbebetriebe zu verhindern. Foto: Theres Dickmeis

Eschweiler. Mit der steigenden Zahl der Mitglieder steigen auch die Verpflichtungen eines Vereins. So zählt der im vergangenen Jahr ins Leben gerufene Wald-Förderverein Propsteier Wald schon 106 Mitglieder und neun Fördermitglieder.

Bei seiner ersten Mitgliederversammlung im gut gefüllten Eschweiler Talbahn­hof folgten die Mitglieder gespannt den Vorträgen. Vorsitzender Eberhard Büttgen präsentierte den Förderverein zum ersten Mal in der Öffentlichkeit und hatte ein straffes Programm vorbereitet. „Wir möchten den Wald für alle Bürger öffnen und den einzigartigen Lebensraum schützen. Darüber hinaus möchten wir ein Naturerlebnis schaffen und die Holzwirtschaft etablieren“, beschreibt Eberhard Büttgen kurz die Kernziele des Vereins.

Vertrag Mitte des Jahres

Um diese Ziele durchzusetzen, muss erst einmal der Kooperationsvertrag zwischen der „Bima“, dem aktuellen Eigentümer des Propsteier Waldes, der Stadt Eschweiler und dem Förderverein unterschrieben werden. „Uns liegt noch keine Endfassung vor, aber wir werden den Vertrag voraussichtlich Mitte des Jahres 2013 unterschreiben. Der Kooperationsvertrag schützt vor Verunstaltung, und auch im Interesse der Bima steht eine zielorientierte, keine wertschöpfungsorientierte Vereinbarung an erster Stelle“, erklärt Eberhard Büttgen und fügt hinzu: „Mittlerweile möchten alle drei Partner eine öffentliche Ausschreibung für den Wald vermeiden, damit eben dort bloße gewinnorientierte Personen keinen Schaden an der Umwelt verursachen können.“

Der Förderverein zeige der Bima mit den angestrebten Zielen und Maßnahmen, dass es lukrativer sei, den Wald zu behalten, als ihn zu verkaufen. Darüber hinaus helfen der öffentliche Druck und das Interesse dem Verein, denn die Waldgenossenschafts-Initiative erhielt im Jahr 2011 den Deutschen Naturschutzpreis.

Der Propsteier Wald ist eines der größten ungeteilten Waldgebiete in der nördlichen Städteregion. In Teilen des etwa 370 Hektar großen Waldes war bis 1995 der belgische Militärstützpunkt „Camp Astrid“ beheimatet. Seitdem ist der Wald gesperrt und entwickelte eine beeindruckende Flora und Fauna. „Teils vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten sind dort zu finden, wie der Mittelspecht, Übersehenes Knabenkraut oder auch Schlingnatter“, erklärte nach der offiziellen Mitgliederversammlung Stephan Miseré in seinem Kurzvortrag über die ökologischen sowie naturschutzfachlichen Besonderheiten. „Wir planen eine Naturverjüngung ohne Hilfsmittel und die Schaffung von Waldrändern“, fügt Miseré hinzu.

Also warum den Propsteier Wald nicht direkt unter Naturschutz stellen? „Die gesamten Hektar des Waldes wären für den Naturschutz nicht begründbar. Deshalb beschränken wir uns erst auf zwei Bereiche, die aus fachlicher Sicht begründbar sind“, beantwortet Franz-Josef Emundts vom Bund für Umwelt und Naturschutz.

Mit der Schaffung eines Naherholungsgebiets eröffnet der Förderverein neue Möglichkeiten. „Wir möchten ein Naturerlebnis schaffen und die Natur näherbringen. Wir planen Partnerschaften mit örtlichen Schulen und Kindergärten, Waldwochen für Ferienspiele, also den Wald für einen Kinderwald nutzen.

Das bedeutet keinen Waldspielplatz, sondern einen Naturspielraum“, sagt Büttgen.

„Darüber hinaus streben wir ein Energieholzangebot, Kompensationsmaßnahmen, ein Potenzial für erneuerbare Energien und ein Camp CO2 statt eines Camp As­trids an.“

Wanderungen im Frühjahr

Für das Jahr 2013 haben sich die Pläne bereits konkretisiert. Büttgen: „Im Frühjahr und im Herbst bieten wir zwei Wanderungen an, die allerdings erst einmal auf die Mitglieder beschränkt sind. Die Waldwoche, Wald- und Wegsäuberung, Landschaftspflege sowie eine Weihnachtsbaumaktion nehmen ebenfalls immer mehr Gestalt an.“"

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