Eschweiler - Proklamation: Jetzt hat Prinz René I. das Kommando

Proklamation: Jetzt hat Prinz René I. das Kommando

Von: Patrick Nowicki
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Trompetenklänge gehören zur Proklamation einfach dazu: In diesem Jahr heizten die Original Eschweiler dem Publikum mächtig ein.
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Die Lohner „Lightnings“ zeigten eine originelle Choreografie. Foto: Patrick Nowicki
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Hommage an „ihren“ Prinzen: die Husarentanzgruppe der KG Onjekauchde Röhe.

Eschweiler. Seine Tollität hat sich einiges vorgenommen: Kaum war Prinz René I. am Samstagabend in der Festhalle Dürwiß proklamiert, schon übernahm er das Kommando. Nicht nur über das närrische Volk, sondern auch über das Rathaus.

Bürgermeister Rudi Bertram erhielt erst einmal großzügig freu, sämtliche Bützjenwünsche sind in den nächsten Wochen vom Karnevalskomitee zu erfüllen und obendrein darf das Wort „Aschermittwoch“ nicht mehr erwähnt werden. Was die Autofahrer erfreut: „Zu jeder städtischen Knolle wird eine Biermarke ans Auto gesteckt. Die Kosten übernimmt der Bürgermeister“, verfügte der Narrenherrscher. Kein Wunder, dass ihm sein Narrenvolk schon nach wenigen Sätzen zu Füßen lag.

Mit seinem Zeremonienmeister Daniel Asara und natürlich dem gewohnt souveränen Komiteepräsidenten Norbert Weiland führt der Röher, der mit bürgerlichem Namen René Schönenborn heißt, durch einen Programmmarathon voller Reden, Tanz und Musik. Schon der Einmarsch geriet rekordverdächtig, denn Prinz René I. ließ sich reichlich Zeit, rote Rosen auf seine Untertanen regnen zu lassen. Noch war Seine Tollität nicht im vollen Ornat: Erst als Norbert Weiland die Prinzenpritsche, den Prinzenhut, den Prinzenstern und die Ernennungsurkunde überreichte, war seine Regentschaft amtlich. Bürgermeister Rudi Bertram überreichte symbolisch den Stadtschlüssel. Dies alles gehört zur Tradition im Eschweiler Karneval, der sich wohltuend von kommerziellen Veranstaltungen unterscheidet.

Sollte es jemanden gegeben haben, dessen Puls am Samstag noch höher war als der von Prinz und Zeremonienmeister, so war dies sicherlich Dorothee Schmitz. Sie trat zum ersten Mal als Prologsprecher der KG Narrenzunft Pumpe-Stich in die Bütt‘. „Frauenpower nach 64 Jahren“, rief sie der Menge zu. Ihr Vorgänger Tobias Wienands hatte auch Grund zur Freude, denn er erhielt den Silbernen Stern des Eschweiler Karnevalskomitees. Was schnell deutlich wurde: Die Inde­stadt hat in der Bütt‘ einiges zu bieten. Jonas Wintz von den Bösen Buben ließ gleich mehrere Redner aufleben und imitierte Wienands, Wings, Külzer & Co. so originalgetreu, dass sogar die Parodierten selbst herzerfrischend lachen mussten.

Dass es seit einigen Jahren immer wieder junge Redner schaffen, die Bühnen zu erobern, ist sicherlich auch Michael Henkel und Guido Streußer alias Labbes & Drickes zu verdanken, die mit der Rednerschule der Eischwiele Mullejaane so manches Talent auf die Beine geholfen haben. Henkel entlockte so ziemlich jedem Blasinstrument die Melodie des Beatles-Klassikers „Hey Jude“ und nahm als Darth Vader aus der Filmreihe Star Wars schließlich das Stadtgeschehen auf die Schippe. Da half es auch nicht, dass Streußer das Alphorn auf Tubagröße verbog.

Einige Tanzgruppen ließen den Funken am Samstagabend schnell aufs Publikum überspringen. Allen voran die Husarengarde der KG Onjekauchde Röhe, der Gesellschaft, der Prinz René I. und Daniel Asara angehören. Die jungen Damen gratulierten „ihrem“ Gespann mit einem artistischen Tanz. Die „Lightnings“ der KG Kirchspiel Lohn hielten, was ihr Name versprach. Ihr energiegeladener Tanz begeisterte das Narrenvolk in der Festhalle dermaßen, dass natürlich eine Zugabe folgen musste. Wer könnte den Zusammenhalt der 22 Eschweiler Karnevalsgesellschaften besser symbolisieren als die Mariechen und Tanzpaare? Der von Steffi Kämmerling einstudierte Tanz zu modernen Kölner Karnevalsliedern unterstrich, dass die Gemeinschaft im Komitee mehr ist als ein bloßes Lippenbekenntnis.

Schunkeln und Singen

Apropos Lieder, natürlich wurde reichlich geschunkelt und gesungen am Samstagabend. Zur Musik des Happy Sound Orchestras, das nicht nur für den Tusch zuständig war, sondern auch immer wieder im Dreivierteltakt das Programm auflockerte. Zum Inventar der Proklamation gehören die Musiker von De Kröetsch, deren Frontmann Harald „Hucky“ Weiland im vergangenen Jahr noch selbst als Zeremonienmeister auf der Festhallenbühne stand. Diesmal ließ er die Sechssaiter erklingen. Die Original Eschweiler hatten wieder ihren Schlageronkel im Kuhmantel dabei. Das Korps unterstrich, warum Eschweiler auch als Stadt der Fanfarentrompeter bekannt ist.

Dass dies auch in Zukunft so bleiben soll, garantierten die Jugendtrompeter der KG Eefelkank Hastenrath unter der Leitung von Simon Grün. Es ist Tradition, dass ein Nachwuchskorps zur Einstimmung spielt. Ebenfalls Tradition: die Gratulation der Ex-Prinzen (Wolfgang Mertens) und Ex-Zeremonienmeister (Christian Wolny) sowie das Dankeschön an die Partnerinnen der Narrenherrscher, an Christin Schönenborn und Jana Dolfen.

Der furiose Schlussakkord blieb dem Prinzen René I. und seiner Muttergesellschaft KG Onjekauchde vorbehalten. Der Verein machte seinem Narrenherrscher die Aufwartung. Der bedankte sich mit seinem Prinzenlied „Me fiere va morjens bes am Ovend“. Die CD ist passend zum Start in die heiße Phase der Fünften Jahreszeit in Eschweiler nun zu erhalten. Dass der Auftakt gelungen ist, daran gab es nach dieser Proklamation keinen Zweifel.

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