Eschweiler - Projekttage am Berufskolleg: Praxisnah und am Berufsalltag orientiert

Projekttage am Berufskolleg: Praxisnah und am Berufsalltag orientiert

Von: ran
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Praxisnah: Im Rahmen der Projekttage der Höheren Berufsfachschule für Technik des Berufskollegs Eschweiler setzten sich angehende Automatisierungstechniker mit dem Thema „Wechselschaltung“ auseinander. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Der Schritt von der Schule in die Berufsausbildung ist groß. Praxisnaher und am Berufsalltag orientierter Unterricht kann diesen Schritt deutlich erleichtern. 56 Unterstufenschüler der Höheren Berufsfachschule für Technik des Berufskollegs Eschweiler erhielten nun die Gelegenheit, sich im Rahmen zweier Projekttage mit durchaus komplexen berufstypischen Problemen auseinanderzusetzen.

Im Bereich „Automatisierungstechnik“ stand die Beschäftigung mit dem Thema „Wechselschaltung“ zum Schalten einer Beleuchtung mit zwei verschiedenen Schaltstellen im Vordergrund. „Von Schaltplänen ausgehend erarbeiten die Schüler selbstständig in Kleingruppen die Theorie der Wechselschaltung, um diese im weiteren Verlauf der Projekttage in die Praxis umzusetzen“, erklärt Lehrer Uwe Scheunemann.

Seine Kollegen Michael Joußen und Florian Bauer programmieren mit ihren angehenden Informationstechnikern während der Projekttage Lego-Mindstorms-Roboter, die exemplarisch für Industrieroboter stehen. „Nach einführenden Aufgaben, die den Schülern die grundlegende Handhabung der Programmierumgebung und der Roboter nahebringen, steht ein Wettkampf der Roboter im Zentrum der Projekttage.

Teams sollen aus Lego-Einzelteilen ihren fahrbaren Roboter zusammenbauen und mit Sensoren, also Licht, Schall, Ultraschall und Druck, sowie Aktoren, sprich Motoren und Lautsprecher, versehen. Hier ist neben Kreativität auch ein Gefühl für Konstruktionstechnik gefragt“, so Michael Joußen.

Dass das praktische Arbeiten am Berufskolleg Eschweiler immer wichtiger wird, steht für Uwe Scheunemann außer Frage: „Die Zahl der Schüler, die bisher noch nie ein Handwerksgerät wie Schraubenzieher oder Kneifzange in der Hand gehalten haben, wird auch im Bereich der Berufsfachschulen für Technik von Jahr zu Jahr größer.“ Wobei der Begriff Schüler wörtlich zu nehmen ist. Denn in der Unterstufe der Berufsfachschule für Technik befindet sich in diesem Schuljahr keine Schülerin.

„Die Förderung in den weiterführenden Schulen bezieht sich im Bereich der MINT-Fächer in erster Linie auf Mathematik, kaum auf das Handwerk“, glaubt Thomas Gurdon einen Grund für das mangelnde Interesse von Schülerinnen zu kennen. „Eigentlich unverständlich, denn die Aussichten auf einen Ausbildungsplatz und einen anschließend sicheren Arbeitsplatz wären gut“, weiß der Leiter des Berufskollegs Eschweiler, der unterstreicht, dass der Kampf gegen den Fachkräftemangel wohl kaum ausschließlich mit Männern zu gewinnen sei.

Als Gegenmittel denken die Verantwortlichen des Berufskollegs Eschweiler darüber nach, den nächsten „Girls-Day“ zu nutzen, um die Chancen, die die Berufsfachschule für Technik sowohl in Sachen Automatisierungs- als auch Informationstechnik bietet, offensiver darzustellen. Zumal an den berufsbildenden Schulen große Anstrengungen unternommen werden, mit dem technischen Fortschritt durch neue Ausstattungen Schritt zu halten.

Etwa mit einer neueren Version der Lego-Mindstorm-Roboter. „Diese bietet den Schülern die Gelegenheit, sich mehr auf das Denken konzentrieren zu können, weil sie ihnen ermöglicht, selbstständig Probleme zu erkennen und Fehler zu beheben“, nennt Michael Joußen ein Beispiel.

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