Projekt: Zahlreiche Herausforderungen für die Kommune

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Eschweiler. Vielschichtig sind die Themen, um die sich eine Steuerungsgruppe im Rahmen des Projekts „Global nachhaltige Kommune“ kümmert. Vertreter verschiedener Gruppen erarbeiten dabei zusammen Ziele.

Zahlreiche Herausforderungen, etwa der demografiebedingte Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft (Stichwort „Überalterung“, „Fachkräftemangel“, „Neue Lebens- und Wohnformen“) sowie Zukunftsaufgaben, wie der wirtschaftliche Umbruch in der Region („Strukturwandel“), die Integration von Flüchtlingen, die Bereitstellung von (bezahlbarem) Wohnraum für alle Generationen und Lebensphasen (Singles, Familien, Senioren), die Schaffung von Arbeitsplätzen für alle Qualifizierungsstufen, der Natur-, Klima-, Arten- und Ressourcenschutz erfordern eine auf Nachhaltigkeitsgrundsätzen beruhende wirtschaftliche und gesellschaftliche Weiterentwicklung, insbesondere auf kommunaler Ebene.

Im Spannungsfeld von Kommunalfinanzierung, kommunaler Selbstverwaltung und Daseinsvorsorge und den zunehmenden Aufgaben müssen die Kommunen noch kreativer und innovativer sein und ihre Handlungsspielräume effektiv ausnutzen.

Als eine der ersten Modellkommunen erstellt die Stadt Eschweiler nun im Rahmen des Projekts „Global Nachhaltige Kommune NRW“ eine Nachhaltigkeitsstrategie und ein Handlungsprogramm zur nachhaltigen und integrierten Entwicklung vor Ort, die soziale, ökonomische und ökologische Zielsetzungen vereint und Handlungsmöglichkeiten auf kommunaler Ebene aufzeigt, die auch einen positiven Einfluss auf die globalen Entwicklungen haben sollen.

So kann die Stadt beispielsweise mit der Initiative „Fairtrade Town“ ein deutliches Zeichen für ihre globale Verantwortung setzen und den Menschen, die zum Beispiel Kaffee oder Kakao produzieren, einen auskömmlichen Lohn ermöglichen.

Funktionsfähiges System

Das Prinzip der „starken Nachhaltigkeit“, bei der sich wirtschaftliches und soziales Handeln nur innerhalb der ökologischen Grenzen abspielen darf, also ein funktionsfähiges ökologisches System auf der ganzen Erde dauerhaft gesichert bleibt, soll bei der Zielsetzung und Maßnahmenplanung der Nachhaltigkeitsstrategie Anwendung finden.

Jetzt fand die 1. Sitzung der Steuerungsgruppe im Rahmen des Projekts „Global Nachhaltige Kommune NRW“ am Blausteinsee statt. Die Steuerungsgruppe, die sich aus mehr als 30 Vertretern der Stadtverwaltung, der Politik, der Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammensetzt, wird im Laufe des Projekts viermal zusammenkommen.

Sie setzt strategische Akzente, erarbeitet Vorschläge zu Themen einer nachhaltigen Entwicklung und formuliert Ziele sowie konkrete Maßnahmen zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie für die Stadt Eschweiler. Einfließen werden die Ergebnisse in ein Handlungsprogramm als Teil der Nachhaltigkeitsstrategie, die im Herbst 2017 vom Rat der Stadt Eschweiler beschlossen werden soll.

„Unsere Region ist vom Strukturwandel geprägt. Darum sehen wir in dem Projekt eine Chance, uns im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung strategisch neu aufzustellen“, sagt Rudi Bertram, Bürgermeister der Stadt Eschweiler.

Ein fachbereichsübergreifendes Team aus Vertretern der Stadtverwaltung, das sogenannte Kernteam, bereitet im Vorfeld der Steuerungsgruppensitzungen die jeweiligen Diskussionspapiere vor und erarbeitet konkrete Projektvorschläge, die mit den Vertretern aus Politik und Öffentlichkeit abgestimmt werden sollen. Die zukünftige Einbindung einer breiteren Öffentlichkeit ist vorgesehen und soll im Rahmen eines Workshops oder einer Zukunftswerkstatt erfolgen.

Stärken, Schwächen, Chancen

Bei der Sitzung diskutierten die Teilnehmer über den derzeitigen Stand zur nachhaltigen Entwicklung in Eschweiler. Mögliche Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken für die Stadt wurden erörtert.

Den zahlreichen Projekten zum Klimaschutz, zur Integration von Flüchtlingen oder zur Kinder- und Jugendförderung, die bisher schon durchgeführt wurden, stehen viele neue Herausforderungen gegenüber, wie zum Beispiel die Bekämpfung der Kinderarmut, die nachhaltige Stadt- und Verkehrsentwicklung oder die Schaffung von Arbeitsplätzen über alle Qualifizierungsstufen.

15 Modellkommunen erarbeiten bis Herbst 2017 ihre Strategien im Kontext der 2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung und der Globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) und berücksichtigen dabei die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie sowie die NRW-Nachhaltigkeitsstrategie. Die Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW (LAG 21 NRW) berät und begleitet die Kommunen.

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