Eschweiler - Projekt „Qualität vor Ort“: Viele Ideen, Weichen für Kinder zu stellen

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Projekt „Qualität vor Ort“: Viele Ideen, Weichen für Kinder zu stellen

Von: Patrick Nowicki
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Kunterbunte Kita-Landschaft: Die Stadt Eschweiler will ein Rahmenkonzept für die frühe Bildung im Zuge des Projekts „Qualität vor Ort“ entwickeln. Das Ergebnis soll im März des kommenden Jahres präsentiert werden. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
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Angeregte Diskussionen im Ratssaal: Jugendamts-Mitarbeiter Christian Kolf sammelt Vorschläge der Erzieherinnen. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Der Grundstein für die weitere Entwicklung wird im frühen Kindesalter gelegt. Welche Schwerpunkte bei der frühkindlichen Bildung in Eschweiler gesetzt werden sollen und wie sie umzusetzen sind, will nun das Projekt „Qualität vor Ort“ herausfinden. Ziel ist es, ein Netzwerk von Tagespflegepersonen, Kita-Personal, Jugendamtsmitarbeiter, Elternvertretern und Trägern von Einrichtungen zu bilden.

Ein erster Schritt dazu wurde am Mittwochabend im Eschweiler Ratssaal gemacht, wo das Projekt offiziell gestartet wurde.

Betont ergebnisoffen gingen die Teilnehmer zu den Gesprächsrunden an die Tische der Moderatoren. Dort sollte in drei Blöcken á 15 Minuten gesammelt werden, warum man die Qualitätsentwicklung in der frühen Bildung voranbringen möchte, was man unter Qualität verstehe und welche Handlungsschritte man vorschlage.

Geleitet wurden die Kleingruppen von Mitarbeitern des Eschweiler Jugendamtes. Rolf Dahmen, Stefan Pietsch, Markus Eßer, Nicole Hillemacher-Esser, Christian Kolf und Olaf Tümmeler sammelten die Vorschläge, die nun von einer Steuerungsgruppe ausgewertet werden sollen.

Um es vorweg zu nehmen: Neue Aspekte nannten die Kursteilnehmer nicht. Qualität in der Erziehung steht und fällt mit der personellen und finanziellen Ausstattung der Einrichtungen. Allerdings hatte das Jugendamt Eschweiler schon vorab Denkanstöße gegeben. So kam es Teilnehmern darauf an, gleiche Startbedingungen für alle Kinder in den Kitas zu schaffen.

Ebenfalls ein Thema: der kostenlose Kita-Platz für alle. Diskutiert wurden erweiterte Öffnungszeiten und wie diese umgesetzt werden können. Immer wieder tauchen in den Gesprächen die Entwicklungen auf, die die Kitas in den vergangenen Jahren zu bewältigen hatten. Stichworte sind Inklusion und Integration sowie die frühkindliche Sprachförderung und mehr. Moderiert wurde die Veranstaltung von Tim Krüger, der den Prozess in Eschweiler von Seiten der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung eineinhalb Jahre lang begleitet.

Drei Initiatoren

Die Stiftung, das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie die Jacobs Foundation riefen die Aktion „Qualität vor Ort“ ins Leben. Insgesamt 150 lokale Netzwerke sollen deutschlandweit initiiert werden. 20 Modellkommunen werden darüber hinaus Konzepte entwickeln und umsetzen.

Svenja Butzmühlen von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung will den Erfolg des Projekts, das bis Mitte kommenden Jahres läuft, nicht an einem Ergebnis festmachen: „Letztlich kommt es darauf an, ob der Prozess gut gelungen ist und weiterläuft.“ Der zuständige Dezernent Stefan Kaever wird konkreter: „Es wäre ein Erfolg, wenn wir Synergien schaffen können.“

Man wolle die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Einrichtungen fördern. Aus diesem Grund waren auch Vertreter der acht verschiedenen Träger und der 32 Kindertageseinrichtungen sowie Kindertagespflegepersonen eingeladen. Idealerweise mündet das Projekt in einer gemeinsamen Rahmenkonzeption zur Qualitätsentwicklung in der frühkindlichen Bildung.

Bis dahin ist es jedoch noch ein weiter Weg. Bei einer Veranstaltung im März des kommenden Jahres will man die Ergebnisse präsentieren. Die Steuerungsgruppe will sich zum ersten Mal Ende April dieses Jahres treffen und Arbeitsgruppen festlegen, die sich mit Schwerpunkten beschäftigen und konkrete Konzepte und Vorschläge dazu entwickeln.

Eschweilers Jugendamtsleiter Jürgen Termath geht davon aus, dass etwa vier Treffen der Arbeitsgruppen erforderlich seien. Der Steuerungsgruppe gehören Vertreter aller Einrichtungen an. Sie soll insgesamt elf Personen umfassen, die weiteren Arbeitsgruppen festlegen.

Das Projekt hat in den Augen des Bürgermeisters Rudi Bertram eine große Bedeutung für die Kommune: „Als ich mich 1997 dazu entschlossen habe, als Bürgermeister zu kandidieren, habe ich darüber nachgedacht, wie sich eine Stadt entwickelt“, schilderte er im Ratssaal. Die frühe Entwicklung von Kindern sei ein wichtiger Baustein und eine herausfordernde Aufgabe. Deswegen sei es in seinen Augen wichtig, wenn die Akteure und Fachleute sich zusammenschließen würden.

Der Wunschzettel der Pädagogen wird sicherlich lang werden, allerdings ist die Umsetzung alles andere als sicher. Denn inwieweit die Forderungen der Kita-Mitarbeiter, der Träger und anderer an der Bildung kleiner Kinder beteiligten Personen letztlich verwirklicht werden, ist wieder eine Aufgabe der Politiker. Denn ein Aspekt spielte an allen Diskussionstischen im Ratssaal am Mittwoch eine große Rolle: die Finanzierung. Wobei eine Teilnehmerin klar formulierte: „In die Bildung kleiner Kinder kann man nicht zu viel Geld hineinstecken.“

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