Eschweiler - Projekt: ein Krankenhaus in Kambodscha

Projekt: ein Krankenhaus in Kambodscha

Von: Rudolf Müller
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Zahlreiche Kunstgegenstände aus vieler Herren Ländern wie diese von einem peruanischen Künstler geschaffene Klappkrippe erinnern an die Fernreisen, die Dr. Hanns-Joachim Vögeli und seine Frau Trude auch in entlegenste Winkel der Welt führen. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. Mit Ärzten ist es so eine Sache. Die wechselt man nicht eben mal so wie den Bäcker oder Heizöllieferanten. Ohne Vertrauen geht’s nicht. Das weiß kaum einer besser als Hanns-Joachim Vögeli. Seit 50 Jahren hat er sich der Medizin verschrieben.

„Was einen guten Hausarzt ausmacht? Die Zufriedenheit der Patienten, Präsenz, Vertrauen“, sagt Dr. Vögeli. Seit 38 Jahren betreibt er seine Praxis in der Moltkestraße. Und gehört zur fast ausgestorbenen Spezies derjenigen Ärzte, die heute noch Hausbesuche machen.

Und nicht zuletzt das ist es, was ihm auf einem Internet-Ärzteportal Bestnoten einträgt: „Dr. Vögeli ist immer für seine Patienten da, egal ob Feiertag, Samstag, Sonntag und in der Woche macht er in der Mittagspause Hausbesuche bei älteren Patienten! Wenn er nicht mehr praktiziert und Eschweiler keine Notfallpraxis mehr hat, braucht Eschweiler einen größeren Friedhof“, schreibt ein Patient.

Dass er einmal Mediziner werden würde, war dem in Aachen geborenen und in Eschweiler aufgewachsenen Knaben nur mittelbar in die Wiege gelegt. Vater Ernst-Willi führte seine Hausarztpraxis seit 1949 an der Ecke Burgstraße/Röthgener Straße.

Zu einer Zeit, „als Arzt noch ein 24-Stunden-Job an sieben Tagen in der Woche war“, wie Vögeli sagt. Der Vater riet deshalb dem mathematisch-naturwissenschaftlich begabten Sprössling, der sein Abi 1965 in Bayern am Internat Schloss Neubeuern baute, zu einer Ausbildung als Techniker.

Der junge Vögeli suchte einen Berufsberater auf, der ihn fragte, ob er den Kontakt zu Menschen oder zu Maschinen bevorzuge. Damit war die Entscheidung gefalle. 1966 begann Hanns-Joachim Vögeli sein Medizinstudium in Zürich, das er nach Semestern in München und Würzburg schließlich an der RWTH Aachen beendete.

Nach Jahren in den Krankenhäusern von Eschweiler und Birkesdorf wurde er 1978 Allgemeinmediziner und ließ sich in der eigenen Praxis an der Moltkestraße nieder. Und die führt er heute noch mit Erfolg. Seine Patientenkartei umfasst über die Jahre rund 25.000 Namen. Und heute noch kommen immer neue hinzu. Was zeigt, dass Vögeli in Patientenkreisen einen ausgezeichneten Ruf genießt.

Und nicht nur dort: Seit 1984 ist er Feuerwehrarzt, prüft alle 14 Tage freitags Wehrmänner nicht nur aus Eschweiler und Stolberg, sondern inzwischen auch aus Aachen, Würselen und Herzogenrath auf Herz und Nieren, ist Träger des Ehrenhelms der Eschweiler Wehr und fungiert seit 19 Jahren als ehrenamtlicher Turnierarzt beim CHIO.

Früher selbst aktiver Reiter, ist er seit 25 Jahren Mitglied im Aachen-Laurensberger Rennverein, war ebenso lange – bis 1993 – aktiver Scharwächter und ist heute noch für seine Büttenauftritte berühmt. Nebenher ist der Kunst- und Musikliebhaber auch noch Mitglied im Business-Club Aachen.

Und – kein Mensch versteht, wie er das zeitlich alles hinbekam – er war bis zum Sommer vergangenen Jahres 20 Jahre lang nicht nur aktiver Golfer, sondern auch Präsident der Internationalen Golfclubs Mergelhof. In den letzten Jahren führte er nicht nur den dort ansässigen deutschen Golfclub, sondern auch den belgischen Partnerclub.

So etwas ist aufwändig, braucht Zeit. Birgt aber auch Möglichkeiten, die Dr. Vögeli und seine Frau Trude für einen überaus guten Zweck zu nutzen wussten: Elf Benefizturniere stellten sie auf die Beine, trugen so mit insgesamt rund 90000 Euro zu Renovierung und Ausbau des Friedensdorfs Oberhausen bei. Hier wird sich seit Jahrzehnten um schwer kriegsverletzte Kinder gekümmert.

Trude Vögeli unterstützte das Dorf seit seiner Gründung Ende der 60er Jahre. Als die deutschen Lions sich der Idee annahmen, waren Trude und Hanns-Joachim Vögeli, seit 2005 Mitglieder des Lions-Clubs Eschweiler Ascvilare, mit Begeisterung mit bei der Sache.

Seither rührt Trude Vögeli, die dafür bereits vom eigens aus den USA angereisten Internationalen Präsidenten der Internationalen Lions-Foundation ausgezeichnet wurde, nicht nur die Spendentrommel für das Dorf, sondern organisiert auch eine intensive Betreuung von Friedensdorf-Kindern, die in unserer Region operiert werden. Inzwischen ist Trude Vögeli Präsidenten des Lions-Clubs Ascvilare, ihr Göttergatte Vorsitzender des Lions-Fördervereins, dem die Verteilung der Spendenmittel obliegt.

Wie er das alles schafft? „Nur durch die hervorragende Planung meiner Frau, mit der ich seit 38 Jahren – fakultativ von Zeit zu Zeit glücklich, liebevoll, gerne, anhaltend, warum nicht, jetzt erst recht, selbstverständlich, gut versorgt – verheiratet bin“, sagt der Arzt, der gemeinsam mit seiner Frau jetzt ein weiteres Projekt für das Friedensdorf in Angriff nimmt: Sie sammeln Spenden, um in Kambodscha ein Krankenhaus bauen zu können.

90.000 Euro sollen zusammenkommen, zu denen das Hilfswerk der deutschen Lions, so hoffen die Vögelis, ein Großteil zuschießen wird. Auch die Bruderschaft St. Christoph, eine mehr als 625 Jahre alte „Vereinigung christlicher Nächstenliebe“ mit Sitz in St. Anton am Arlberg, unterstützt die Vögelis jährlich mit einigen tausend Euro für das Friedensdorf. Seit 25 Jahren ist der Eschweiler Mediziner dort Mitglied. Der Tourismusgesellschaft Arlberg gehört der früher passionierte Skifahrer schon seit 65 (!) Jahren an.

Kambodscha ist den Vögelis nicht unbekannt. Seit 20 Jahren packt sie immer wieder das Fernweh. Ihre Wohnung zieren Silberkreuze aus Äthiopien, Keramiken aus Usbekistan, Terrakotta-Krieger aus Xian, eine Klappkrippe aus Peru und zahlreiche weitere Erinnerungen an Bildungsreisen durch die halbe Welt.

Jemen, Burma, Japan, Java – alles abgehakt. In diesem Jahre stehen Botswana und Namibia auf dem Reiseplan, im kommenden geht’s per Schiff nach Island, Grönland und in die Arktis. Was noch fehlt auf der Liste der Fernreiseziele ist Australien. Da war Enkelin Zoe gerade für ein halbes Jahr. Schüleraustausch.

Morgen nun wird Dr. Hanns-Joachim Vögeli 70. An sich schon ein Erfolg, sagt er, für jemanden, dessen Vater mit 57 das Zeitliche segnete. Aber kein Alter, an Ruhestand zu denken. So lange er fit ist, bleibt er seinen Patienten erhalten. „Bisher habe ich meine Praxis noch keinen einzigen Tag wegen Krankheit im Stich gelassen“, ist er stolz auf seine Gesundheit.

An der ändern auch seine Vorlieben für guten Wein und Zigarren nichts. „Ein Glas Wein, ein Glas Bier gehören dazu, sagen Mediziner heute. Und mit einer Zigarre, bei der man Freude empfindet, tut man sich auch psychisch etwas Gutes“, sagt er.

„Erfreulicherweise passt sich die Lehrmeinung mehr und mehr meiner Lebensweise an. Und wie man an mir sieht, kann die nicht verkehrt sein.“ Seine Arbeit macht ihm nach wie vor Spaß, das merken auch seine Patienten. „Ich bin gesund, habe keine Krankheiten – ich wüsste auch gar nicht, wo ich damit hingehen sollte.“

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