Projekt Blausteinsee: jetzt kommen Aussichtsplattform und Infozentrum

Von: Rudolf Müller
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Blausteinsee
Die Seebühne ist längst als Veranstaltungsort und Blickfang des Blausteinsees akzeptiert. Heute beginnen die Arbeiten zum zweiten Bauabschnitt des Seezentrums mit Aussichtssteg und Infozentrum. Foto: dpa

Eschweiler. Am 31. ist für ihn der letzte. Wilfried Schulze, seit acht Jahren Technischer Beigeordneter der Stadt, räumt seinen Stuhl. Die Wände seines Büros, jahrelang mit Zeichnungen und Plänen aller möglichen Projekte tapeziert, die Eschweiler zukunftsfit machen sollten, hat er schon in den Urzustand zurückversetzt. Mit der Stadt selbst hat er das nicht vor.

Im Gegenteil: Kurz vor Schluss gibt Schulze noch einmal richtig Gas und bringt Projekte auf den Weg, die für Eschweiler von entscheidender Bedeutung sind.

Das Blausteinsee-Zentrum zum Beispiel. Die vor knapp einem Jahr eröffnete Seebühne ist längst von Veranstaltern und Besuchern angenommen und zu einer Attraktion in der Region geworden - jetzt wird der Aussichtssteg samt Infogebäuden errichtet.

Heute soll´s losgehen mit den Pfahl-Gründungsarbeiten für das 24 m hohe, an einen Tagebau-Absetzer erinnernde Stahlgerüst mit seinen Aussichtsplattformen, das im September montiert werden soll, berichtet Brigitte Höne, Projektkoordinatorin in der Hochbauabteilung des Rathauses.

Dann werden auch die beiden Flügelbauten rechts und links des Stegs errichtet: beide etwa 10 x 10 m groß, zweigeschossig, unter anderem mit Seminar- und Ausstellungsräumen für unterschiedlichste öffentliche Nutzungen.

Im April soll alles fertig sein - aufwendige Außenanlagen mit breiten Treppen inklusive. Schlugen Seebühne und Tribüne noch mit 1,5 Millionen Euro zu Buche, so kostet das jetzige Vorhaben 2,7 Millionen Euro. Auf Steg und Flügelbauten entfallen 700.000 bzw. 800.000 Euro, auf die Außenanlagen 1,2 Millionen.

„Wenn diese Stahlskulptur steht, wird das wie eine Initialzündung für private Invests sein”, ist Schulze sicher. „Die Freizeitwirtschaft wird zum herausragenden Alleinstellungsmerkmal der Stadt.”

Gebaut wird in den kommenden Monaten auch einige Meter abseits des Seezentrums: Östlich des unteren Kreisel sollen öffentliche Toiletten, Duschen und Umkleiden entstehen.

Bis eine „soziale Kontrolle” durch das geplante Hotel-Resort greift, sorgt eine Sicherheitsfirma im Auftrag der Blausteinsee-GmbH dafür, dass Vandalen hier am See das Leben schwer gemacht wird.

Neue Plätze in der City

In der übernächsten Woche fällt auch der Startschuss für eine weitere Großbaumaßnahme: die Umgestaltung der Marienstraße. An die zwei Jahre soll es dauern, bis die Kanalerneuerung und nachfolgend der Straßenbau beendet sein werden.

Dann wird das Erscheinungsbild der Marienstraße sich dem der bereits umgestalteten Straßen angepasst haben - mit hellem Pflaster, Stellplätzen und Baumbeeten an den Seiten und einer Bitumen-Fahrspur in der Mitte. Und mit drei aufgepflasterten Plätzen dort, wo Rosenallee und Grabenstraße sowie Neu- und Moltkestraße einmünden. Der letztgenannte Platz wird leicht nach Süden verschwenkt: So steht die architektonisch attraktive Dreieinigkeitskirche als Blickfang auf der zentralen Achse.

Die große Herausforderung: Hatten die Straßenumgestalter bislang nur mit Anlieferverkehr der Läden in den Fußgängerzonen zu tun, so müssen die Arbeiten auf dieser wichtigen West-Ost-Achse und Flaniermeile unter Verkehr stattfinden.

Gebaut wird ab der letzten Juliwoche auch in der Moltkestraße. Ein halbes Jahr soll´s dauern. Projektkoordinator Alexander Breuer von der Abteilung Straßenraum und Verkehr: „Genau kann man das kaum sagen. Gerade beim Kanalbau müssen wir sehr vorsichtig zur Sache gehen angesichts der alten Gemäuern und des Baumbestands in der Straße.” Und auch die Martin-Luther-Straße erhält im Anschluss einen neuen Kanal.

Schwierig: Röthgener Straße

„Wenn die Arbeiten in der Marienstraße unter Verkehr schon ein Problem sind, dann ist die Röthgener Straße die Quadratur des Kreises”, sagt Wilfried Schulze über den Mitte August beginnenden Ausbau der jetzt schon häufig überlasteten Röthgener Straße zwischen Talstraße und Hoeschweg. Bauzeit für Kanalbau und Straßenumgestaltung samt von Gutachtern empfohlenem Kreisverkehr an der Talstraße: „mindestens zwei Jahre”. Kosten: 3,6 Millionen Euro. Aber: „Bei allen Maßnahmen liegen wir teils erheblich unter den Schätzkosten!”
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