Projekt an der Liebfrauenschule: Rechte für Frauen? Leider nicht überall!

Von: ran
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Die EF-Oberstufenschüler (10. Jahrgangsstufe) der Bischöflichen Liebfrauenschule beschäftigten sich im Religionsunterricht vier Wochen lang intensiv mit dem Thema „Mädchen- und Frauenrechte“. Am gestrigen Vormittag präsentierten sie in der Aula im Rahmen einer vier Schulstunden langen Präsentation die Ergebnisse ihres Projekts. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Heute ist in Deutschland „Equal Pay Day“! Dieser besagt, dass Frauen in der Bundesrepublik in den bisher 77 Tagen des Jahres im Vergleich zu Männern quasi umsonst gearbeitet haben. Denn nach wie vor werden Frauen auch hierzulande deutlich schlechter bezahlt als die Vertreter des männlichen Geschlechts.

Auf sage und schreibe 21 Prozent beläuft sich diese Differenz! Und dies in einem Industrieland, in dem die Gleichberechtigung von Frauen und Männern in Artikel 3 des Grundgesetzes festgeschrieben ist. Gemessen an der Situation von Mädchen und Frauen in anderen Teilen der Welt ist diese zweifellose Ungerechtigkeit allerdings ein verhältnismäßig „kleiner Fisch“.

Die schockierende Liste der Diskriminierung ist lang, beginnt mit dem Verbot von Bildung und reicht von häuslicher, oft sexueller Gewalt (auch in Deutschland) und Zwangsverheiratung über Zwangsprostitution und Genitalverstümmelung bis zur Abtreibung weiblicher Föten, der Tötung weiblicher Babys sowie Ehrenmorden.

Vier Wochen lang beschäftigten sich nun 100 Oberstufenschüler der EF-Stufe (10. Jahrgangsstufe) der Bischöflichen Liebfrauenschule im Religionsunterricht mit der Situation von Mädchen und Frauen in aller Welt, zeigten die Ungleichheiten, Benachteiligungen und Ungerechtigkeiten, mit denen Mädchen und Frauen auch und gerade heutzutage weltweit zu kämpfen haben, auf, benannten aber auch zahlreiche Initiativen von Organisationen, die für Mädchen- und Frauenrechte kämpfen und durchaus Erfolge zu verzeichnen haben. Am gestrigen Vormittag präsentierten die Schülerinnen und Schüler in der Aula die Ergebnisse ihres Projekts.

Genitalverstümmelung

„Hat man sich einmal auf dieses Thema eingelassen, lässt es einen nicht mehr los. Dies gilt für Lehrer genauso wie für Schüler“, erklärt Lehrerin Rita Weiskorn, die das Thema vor drei Jahren erstmals mit einem Religionskurs behandelte und diesmal das Projekt gemeinsam mit ihren Kolleginnen Maria Becker und Frauke Meier sowie den Referendarinnen Vanessa Voissel und Jana Nieuwenhuizen ins Rollen brachte.

Zumal die Zuwanderung von Menschen aus Kulturen, in denen ein anderes Mädchen- und Frauenbild vorherrsche als in unseren Breitengraden, auch Themen nach Deutschland bringe, die zuvor wenig bis kaum existent waren. Eines der Stichworte lautet: Genitalverstümmelung! Auch dieser Begriff stand auf der Themenliste der Liebfrauenschüler. „200 Millionen Frauen sind davon jährlich betroffen. Sie erleiden neben physischen auch psychische Verletzungen. Und dies aufgrund einer sogenannten Tradition, die Qualen hervorruft, die bis zum Tod führen können“, unterstrichen die Schüler während ihrer insgesamt vier Schulstunden umfassenden Präsentation.

„Für mich war es erschreckend, zu erfahren, wie viele Frauen weltweit quasi ohne Rechte leben und darüber hinaus kaum eine Chance haben, diesen Zustand zu verändern“, blickt Schülerin Maria Prinz mit durchaus gemischten Gefühlen auf die zurückliegenden Wochen zurück. In Deutschland sei die Situation wesentlich besser als in vielen anderen Ländern.

„Auch hier erleiden zu viele Frauen Gewalt. Aber es gibt Möglichkeiten, darauf aufmerksam zu machen, wenn die betroffenen Frauen den Mut dazu finden!“ Die Schüler Peter Bardenheuer und Maximilian Denker weisen aber auch auf Missstände hierzulande hin: „Die sogenannten Frauenberufe haben gesellschaftlich ein zu geringes Ansehen mit zu geringen Aufstiegsmöglichkeiten!“

Auch in Zukunft soll es Projekte zum Thema „Mädchen- und Frauenrechte“ an der Bischöflichen Liebfrauenschule geben. „Dieses Thema gehört zu unserem Schulprofil. Jeder Oberstufenschüler soll im Laufe seiner Schulkarriere mindestens einmal damit konfrontiert werden. Sei es im Religions- oder im Geschichtsunterricht“, so Maria Becker.

Und Jana Nieuwenhuizen, die den Schülern eine sehr konzentrierte Mitarbeit bescheinigte, ergänzt: „Die Ausstellung bleibt in der Schule präsent und wird auf der Empore der zweiten Etage im Neubau für alle Schüler zu sehen sein.“

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