Pro Seniore Residenz: Begegnungen zwischen den Generationen

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Spielerisch den Altersunterschied überwinden: In der altengerechten Eschweiler Pro Seniore Residenz fühlen sich auch kleine Kinder ganz offensichtlich wohl.
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Seit einem Jahr ist in der Senioreneinrichtung Pro Seniore eine Kita integriert – die Interaktion zwischen Jung und Alt läuft hervorragend.

Eschweiler. Während die kleine Shantie die gelbe Spielzeugkiste in die Höhe schwingt, versucht Noor in aller Seelenruhe, ein pinkes Band in die Dose zu befördern. Mit viel Schwung laufen die Beiden hin und her durch den kunterbunten Raum, der voller Spielzeug ist.

Wenn man es nicht besser wüsste, läge die Vermutung nahe, man sei im Kindergarten gelandet. Doch tatsächlich befinden sich die Räumlichkeiten in der Pro Seniore Residenz, einer kindgerechten Senioreneinrichtung.

Die Kinder-Tagespflege ist seit 2015 in die Einrichtung integriert und wird von der Diplom-Pädagogin Gerda Brockly geleitet. Die Begegnung von Kindern und Senioren im Alltag oder bei Festen gehört zu dem besonderen Modell dazu und funktioniert.

Manchmal ganz schön laut

„Wie gut es den Senioren tut, haben wir schnell erfahren“, sagt Brockly. „Die Bewohner bleiben wegen der vielfältigen Angebote auch gemeinsam mit den Kindern unbeschwert und motiviert, am Leben teilzunehmen.“

Dabei kann es manchmal ganz schön laut werden in den Appartements rund um die Kinder-Tagespflege. Denn diese war zuvor selbst ein Appartement und wurde lediglich umfunktioniert. „Selbst wenn ein neues Kind bei der Eingewöhnung weint oder schreit, haben die Senioren Verständnis“, erklärt Carola Mahler, Residenzberaterin. „Bisher gab es noch keine Beschwerden.“ Ganz im Gegenteil: Viele Senioren, die keine Enkelkinder haben oder sie nur selten sehen, freuen sich über den Kontakt mit den Kindern.

„Schon lange habe ich mich hier wohlgefühlt“, erzählt Hanna Wiegand, Bewohnerin der Senioreneinrichtung enthusiastisch. „Das Kinderlachen und die unbeschwerten Jüngsten machen das Leben hier aber noch um einiges schöner.“

Manchmal sind es nur kurze Begegnungen zwischen den Kindern und Senioren. „Wenn wir zu einem Spaziergang raus gehen ist es vielleicht nur eine Begrüßung“, sagt Brockly. „Aber auch intensivere Treffen zum gemeinsamen Spielen sind möglich.“ Die 63-Jährige entscheidet dies individuell nach den Bedürfnissen der Kinder. Derzeit betreut sie fünf Kinder mit Migrationshintergrund, so dass auch sprachliche Barrieren eine Rolle spielen. „Wenn ein Kind noch sehr ängstlich ist und Berührungsängste hat, sollte es sich erst eingewöhnen, bevor ein Treffen stattfindet“, erklärt Brockly. Das Zusammenleben und Spielen helfe aber auch dabei, Sprache zu lernen und Vertrauen aufzubauen.

Einmal wöchentlich

Ursprünglich plante Pro Seniore gemeinsam mit dem Jugendamt eine betriebliche Kita für die Kinder der Mitarbeiter. Bislang gab es aber keinen Bedarf und so entstand eine offene Einrichtung, die einmal wöchentlich von einer Therapeutin für Frühförderung besucht wird.

Für die Zukunft kann Gerda Brockly sich vorstellen, einmal im Monat ein Zusammentreffen der Kinder und Senioren mit verschiedenen Spielen zu initiieren: „Zum Beispiel beim gemeinsamen Puzzeln freut es die Senioren, wenn sie den Kindern helfen und etwas weitergeben können.“

Trotz oder gerade wegen des großen Altersunterschiedes von einem Jahr bis zu 97 Jahren, ergeben sich Parallelen der beiden Generationen: „Finger- und Bewegungsspiele eignen sich sowohl für Kinder als auch für Senioren, um die motorischen und koordinativen Fähigkeiten aufzubauen oder aufrechtzuerhalten.“ Dennoch sei ein Konzept für Mehrgenerationenhäuser nicht zu unterschätzen, merkt Mahler an. Der Gesundheitszustand der Senioren und auch das Wohlgefühl der Kinder müssten immer wieder abgewägt werden, bevor es zu einem Treffen kommt.

Gerda Brockly hat ein Herz für Kinder und Senioren. Mit dem integrativen Modell will sie vor allem eines bewirken: eine Annäherung der Generationen.

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