Prinzenempfang der Feuerwehr: Harald Pütz ist jetzt Ehrenhelmträger

Von: Christoph Hahn
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Stefan Preuß und Walter Münchow (von links) gratulierten dem so ausgezeichneten Harald Pütz (hier mit Laudator Dieter Kamp) ebenso von Herzen wie ihr Kollege in der Wehrleitung, Axel Johnen (ganz rechts). Foto: Christoph Hahn
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Ätzte besonders über den Wegfall der Geburtsstation im St.-Antonius-Krankenhaus zu Gunsten des Bethlehem-Gesundheitszentrums in Stolberg: Büttenredner und Feuerwehrarzt Dr. Jochen Vögeli. Foto: Christoph Hahn

Eschweiler. Tradition, aber ganz und gar nicht verstaubt: 48 Mal (diese Jahr eingerechnet) fand der Prinzenempfang der Feuerwehr Eschweiler statt – und noch immer hat diese jecke Löschübung nichts von ihrer Frische und Volkstümlichkeit eingebüßt.

Stadtbrandmeister Walter Münchow sowie seine Kollegen aus der Wehrführung, Axel Johnen und Stefan Preuß, mussten jedenfalls nicht lange an den närrischen Sinn ihrer überaus zahlreichen Gäste in der Hauptwache am Florianweg appellieren.

Die Karnevalisten jubelten ein ums andere Mal – und mit ihnen Prinz Ralf II. (Hesselmann) nebst großem Tross. Familie Hesselmann hat übrigens beste Verbindungen zur Feuerwehr: Der heutige Prinz war lange Löschzugführer in Dürwiß, seine Ehefrau Sachbearbeiterin auf der Wache

Für die gute Atmosphäre im Saal sorgte nicht nur die gute Bewirtung durch die Hausherren, sondern auch der unter der Leitung von Thomas Lehnen flott und farbenreich aufspielender Musikzug. Die gute Stimmung machte es Walter Münchow darum auch leicht, durch den Abend zu führen – zumal der Prinz, Zeremonienmeister Georg und ihr Anhang die anderen Gäste ein ums andere Mal mit ihrer guten Laune mitrissen.

Den Leuten von der Wehr gab der Regent der Jecken jedenfalls so freundlich Zuspruch, dass Moderator Münchow, der sich an diesem Abend aus seinem Amt verabschiedete, seinem Wehrkameraden und Chef Axel Johnen spontan zurief: „Axel, das lässt für die nächsten Jahre auf viel hoffen.“

Spaßfaktor zwei waren indes unbestritten die Künstler des Abends, deren Abfolge einem Querschnitt durch die bunte Welt des Karnevals in der Stadt an der Inde glich. Niemals fehlte es dabei an aktuellen Bezügen und damit auch nicht an beißendem Spott. Alfred Wings etwa nahm die chronische Torflaute der Germania aus seinem Heimatort Dürwiß aufs Korn. Langweilig wurde es dem Publikum bei ihm sowieso nicht, denn es galt immer wieder, im freien Zuruf Reime zu ergänzen.

Auf ganz andere, aber gleichfalls mitreißende Weise heizten die Inde-Singers ihren Mit-Jecken, darunter Bürgermeister Rudi Bertram und NRW-Parlamentarier Stefan Kämmerling, ein. Mit jedem Lied rockten die Jungs den Saal. Aber auch ihr „Nachfolger“ packte seine Zuhörer und ließ sie nicht mehr los: Feuerwehrarzt Dr. Jochen Vögeli setzte seine Pointen so gezielt wie sonst die Nadel der Spritze.

Mit ätzenden Bemerkungen zielte er nicht nur auf das St.-Antonius-Krankenhaus, das er wegen seines neuen Hubschrauber-Landeplatzes auf dem Dach mit dem Trump-Tower in New York verglich. Ganz besonders, schon wegen der in Eschweiler geschlossenen Geburtsstation, bekamen die Bewohner der Nachbarstadt ihr Fett weg. Der Wegfall der Klinik leuchtete dem Mediziner ganz und gar nicht ein: „Das ganze Theater nur, um einen Stolberger zu zeugen“, rief der Mann mit der vielfarbigen Narrenkappe aus und befürchte „Mütter mit Migrationshintergrund“.

Das Spektrum des Empfangs, zu dem Mirko Schiffer eine schillernd schöne Saaldekoration beisteuerte, bereicherte Tanzpaare und -ensembles um eine weitere Facette. Steffen Engels und Sophia Mießen von der KG Eefelkank aus Hastenrath bewiesen sich ebenso als Meister ihrer Kunst wie das Corps „Höppe Kroetsch“ aus Weisweiler. „Scharwachmüsje“ René Külzer und Urgestein Peter Deutschle von den Roten Funken rundeten mit ihren Büttenreden das Programm optimal ab.

Herzstück des Programms indes war die Verleihung des Ehrenhelms an den zum 1. Mai 2016 ausgeschiedenen Wehrführer Harald Pütz. Sein Wegbegleiter Dieter Kamp schilderte seinen Lebensweg humorvoll und farbig. Ein Höhepunkt der Laudatio: Wie der 1955 geborene und unweit der früheren Wache an der Rosenallee aufgewachsene Pütz 1972 durch eine Anzeige in der Jugendzeitschrift „Bravo“ dazu veranlasst wurde, sich unter die Brandbekämpfer einzureihen. Wortlaut der Annonce: „Sei ein Kerl, komm zur Wehr.“ Pütz nahm‘s mit Fassung – und ließ sich von seinen Kameraden ebenso feiern wie von den anderen Jecken im Saal.

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