Eischwiele - Prinz René I. vertreibt in Eschweiler die Regenwolken

Prinz René I. vertreibt in Eschweiler die Regenwolken

Von: Va K. Peskopp un N. Tefott
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Alle Hände voll zu tun: Prinz René I. brachte kiloweise Kamelle unters Volk und auch 10 000 Blumen. Gut, dass dem Narrenherrscher das Wetter keinen Strich durch die Rechnung machte. Foto: K. Salla
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Jecke Wiever sind außer Rand und Band. Nicht nur an Weiberfastnacht macht diese muntere Truppe eine gute Figur. Foto: H. Stetöne
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Alles klar in der City? Dieser Cop hatte alles im Blick. Foto: O. Bacht
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Gut gegen Regen geschützt. Den gab‘s aber kaum. Foto: G. Glückt
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Stein von der Seele losgeworden: Norbert Weiland. Foto: J. Seidank
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Clowns im Sonnesching – is dat nit schön?! Foto: X. Tase
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Wer ist die Schönste im ganzen Land? Foto: A. Pfell
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Wer thront denn auf dieser Tonne? Foto: O. Skar

Eischwiele. Und dann war doch alles in bester Ordnung. Tagelang hatten sich die Befürchtungen überschlagen, der Rosenmontagszug müsse abgesagt werden, wie dies dann in etlichen anderen Städten des Landes auch geschah.

Aber als der närrische Lindwurm dann tatsächlich durch die Stadt zog, lachte dem Prinzen die Sonne. Und Tausende – Aktive wie Zuschauer – lachten mit. Sie erlebten einen Fastelovendsumzug, wie man ihn sich nur wünschen kann. Und Eischwiele kann sich dazu beglückwünschen, in diesem Jahr den zweitgrößten Rosenmontagszug der jecken Republik gehabt zu haben.

Zug oder nicht Zug – leicht hatten sich die Verantwortlichen die Entscheidung nicht gemacht. Von 8.30 Uhr an hatte der Krisenstab, bestehend aus Komitee unter Präsident Norbert Weiland, Polizei, Feuerwehr, Ordnungsamt und Bürgermeister, in der Feuerwache getagt. Gegen 9.30 Uhr hatte Wehrleiter Axel Johnen noch einmal mit dem Wetteramt in Essen telefoniert und sich speziell für Eschweiler genaue Vorhersagen eingeholt. Bürgermeister Rudi Bertram kurz darauf: „Für Eschweiler wurden uns Windstärken zwischen 7 und 8 angekündigt. Das liegt innerhalb unseres Sicherheitskonzepts. Wir sind auf der sicheren Seite.“ Einstimmig sei die Entscheidung gefallen, den Zug unter bestimmten Auflagen (keine Pferde, keine Fahnen und andere windempfindliche Gegenstände) ziehen zu lassen. Bertram: „Sollten wider Erwarten dennoch Wetterkapriolen auf uns zukommen, werden wir den Zug kurzfristig beenden.“ Kaum war die Entscheidung verkündet, kam die Sonne raus.

Ein wenig Wind, ein paar kaum der Rede werte Nieselschauer – das war‘s. Es wäre auch zu schade gewesen, hätten die Jecken nicht stolz und lachend das zur Schau tragen können, was sie in oft monatelanger Arbeit auf die Beine gestellt hatten: Selten waren die Fußgruppen, für die Eschweilers Zug berühmt ist, so farbenfroh, so fantasievoll, so sehenswert – einfach klasse!

Dass die Zuschauerzahl in diesem Jahr deutlich geringer war, als man das in Eschweiler gewohnt ist, kann angesichts der Unwetterwarnungen nicht verwundern. Der Stimmung in den dennoch gut gefüllten Straßen tat dies keinen Abbruch. Dazu trugen nicht nur die bunt kostümierten Jecken und ihr uniformiertes Geleit im Zug bei, sondern auch die zahlreichen Musikkapellen, die aus halb Deutschland – zum Beispiel aus Lünen, Lohne, Hannover und Gressenich – sowie aus dem benachbarten Ausland angereist waren und Eschweilers renommierte Trompeterkorps lautstark unterstützten.

Axel Johnen, Leiter der Feuerwache Eschweiler, zog am Montagabend ein positives Fazit. Eine Zuschaueranzahl ließen sich sich Feuerwehr und Polizei jedoch nicht entlocken. Auf 50 bis 70 Prozent der Vorjahreszuschauer – das wären dann 80.000 bis 110.000 Zuschauer – bezifferten einige Experten die Zahl. Während des Umzugs gab es lediglich acht Einsätze für Feuerwehr & Co., erst ganz gegen Ende gar welche wegen Alkoholmissbrauchs.

Allerdings sei die Zahl der Einsätze nach dem Zug angestiegen, so Johnen  am frühen Montagabend auf Nachfrage unserer Zeitung. Dennoch habe er selten einen Rosenmontag mit so wenigen Einsätzen erlebt.

Feuerwehr & Co. hatten dieses Mal nicht alle Hände voll zu tun – der Narrenherrscher selbstredend wohl. Alleine 10 000 Rosen brachte er unters närrische Volk, dazu zwei Paletten – sprich mehrere Hundert Kilogramm – Süßigkeiten. Dazu stimmte er immer wieder sein Prinzenlied und „Eischwiele Alaaf“ an.

Die Zugteilnehmer hatten dem Narrenherrscher zuvor wieder den Weg bereitet. Die Kreativität kannte erneut keine Grenzen. Ob eine komplette Achterbahn, Paradiesvögel, ein Quartett, das als „Wilde 13“ durch den Zug rollte oder ein kunterbunter mit Elefanten geschmückter Wagen – was die Narren wieder auf die Straße zauberten, verdient höchste Anerkennung. Egal ob Sturm, Regen oder Sonne, das Prinzenmotto wurde in die Tat umgesetzt: „Me fiere va morjens bes am Ovend!“ Und wahrscheinlich auch noch deutlich länger...

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