Prinz Ralf und seine närrischen Truppen erobern das Rathaus

Von: J. Jemaat
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Die Jecken im proppenvollen Ratssaal bereiteten dem bestens gelaunten Prinz Ralf II. und seinem Gefolge einen triumphalen Empfang. Foto: R. Götzt
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Im Ratssaal bieten die Mädels erstklassige Leistungen: die Weisweiler Blue Dance Girls. Foto: R. Götzt

Eischwiele. Kaiserwetter für den Prinzen: Die Sonne lachte mit den Jecken um die Wette, als sich am Samstag Hunderte von Uniformierten aller 22 Eschweiler Karnevalsgesellschaften mit klingendem Spiel auf den Marsch Richtung Rathaus machten, bejubelt von Tausenden Fastelovendsfans an den Straßenrändern der Innenstadt.

Bürgermeister Rudi Bertram erwartete die närrische Übermacht bereits und ergab sich ohne großen Widerstand. Im proppenvollen Ratssaal hieß er die Jecken – darunter wie stets auch etliche Freunde aus den Partnerstädten Wattrelos und Reigate & Ban-stead – willkommen. Und ließ es sich nicht nehmen, an Komitee-Ehrenmitglied Männ Dohmen zu erinnern, der vor einem Jahr die irdische Bühne verließ: „Ich vermisse ihn sehr. Er schaut jetzt mit Jupp Carduck auf uns herunter, und ich bin sicher, dass sie zufrieden sind.“

Spende und Ehrungen

Dazu hatten sie auch allen Grund: Was Bürgermeister Rudi Bertram mit Unterstützung des Karnevalskomitees mit Norbert Weiland an der Spitze für die feierfreudigen Gäste aufgeboten hatte, war Eischwiele Fastelovend vom Feinsten. Fastelovend, der nicht nur ausgelassene Stimmung bietet, sondern auch diejenigen nicht vergisst, die gerade nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen.

Wie die „Biker für soziales Engagement e.V.“. Von deren vielfältigen sozialen Aktivitäten hatte Komiteepräsident Weiland erst Ende vergangenen Jahres erfahren, als der Verein am Tag des Ehrenamts ausgezeichnet wurde. Kurz darauf brannte das Vereinsheim der Biker ab. Jetzt spendete das Komitee die Einnahmen der Saalsammlung bei der Prinzenproklamation – 1800 Euro – dem gebeutelten Verein.

Prinz Ralf II., dem die Jecken im Saal einen triumphalen Einzug bereiteten, war von dem Empfang begeistert: „Was kann es Schöneres geben?! Et Sönnche schingt, de Stadt es voller Lüh – fantastisch!“ Er bedankte sich bei allen Jecken, die ihn seit fünf Wochen durch die Session tragen: „Danke, dass wir das erleben durften! Das ist einfach unbeschreiblich!“ Norbert Weiland gab das Kompliment zurück: „Ihr habt die Stadt gerockt! Es macht einfach Spaß, met Üsch Fastelovend ze fiere!“

Auch Bürgermeister Rudi Bertram bedankte sich bei Prinz Ralf und dessen Zeremonienmeister Georg. Er lud sie ein, sich ins Goldene Buch einzutragen und überreichte ihnen die Ehrenteller der Stadt. Geschenke hatte auch Prinz Ralf mitgebracht: Er dekorierte Vertreter aus Kommunal-, Städteregions- und Landespolitik ebenso mit seinem Prinzenorden wie Mitarbeiter der Verwaltung.

Auf der Bühne gaben sich Stars und Sternchen des Eischwiele Fastelovend die nicht vorhandene Klinke in die Hand. Gleich zu Beginn des mitreißenden Programms zeigten die Weisweiler unter Leitung von Oliver Brosius, dass Trompetensound weit mehr hergibt als manche glauben. Mit ihrem quirligen Sänger Benny brachte die Formation den Saal zum Kochen. Dass es nicht immer „Spitzensportler“ sein müssen, wie Weiland sagte, die mit tänzerischen Höchstleistungen brillieren, bewies die Mini-Garde des Garderegiments Weiß-Rot, eloquent präsentiert von Kinderpräsident David Kuck. „Das hast du super gemacht“,lobte Weiland nicht ohne Neid: „Nach meiner Pfeife haben noch nie so viele Frauen getanzt...“ Dass es beim Auftritt der Minis technische Ton-Probleme gab, tat der Stimmung keinen Abbruch.

Spitze auch der Tanz von Alina Brosius, der Marketenderin der Lätitia Blaue Funken Weisweiler. Jill Ganser von der KG Kirchspiel Lohn allerdings stand ihrer Kollegin in nichts nach: Die „Königin des Spagats“, so Norbert Weiland, lieferte eine furiose, akrobatische Show.

Wolken? Ab nach Stolberg!

Als wahre Verwandlungskünstler präsentierten sich die strahlenden Blue Dance Girls der Weisweiler Lätitia, die zum 40. Geburtstag der Weisweiler Damenkorporalschaft eine hochkarätige, artistische Show mit zahlreichen Kostümwechseln auf offener Bühne boten. Und auch die Kröetsch zogen alle Register ihres beachtlichen Könnens, um ihr Publikum mit ihren zahlreichen Hits mitzureißen. Aktueller Song: „Obladi, oblada – op et Lääve! Et kütt noch imme wie et kütt!“

Klar, dass neben dem seit Jahren festivitätserprobten und -bewährten Peter-Heinz Arnolds auch Tollität, Zerm und Pagen musikalisch zum nie in Frage stehenden Gelingen der Veranstaltung beitrugen: mit ihren fast schon zu Gassenhauern aufgestiegenen Liedern „Blau und Weiß“ und „Eischwiele danz“ aus der Feder von Christian Leuchter, der auch die neue Weisweiler Hymne über die „Wolkenfabrik“ verfasst hat.

Die trug das Prinzengespann zum Abschluss der Audienz vor. Auch wenn Norbert Weiland da zwiespältige Gefühle hegte: „ Wolken wollen wir in den nächsten zwei Tagen hier nicht sehen. Jankt noch Düsseldörp oder mingetwäje noch Stolbersch!“

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