Prinz Ralf II.: Muntere Truppe zu Gast in der Redaktion

Von: Rudolf Müller
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Närrischer Hochadel in unserer Redaktion an der Englerthstraße: Anderthalb Tage vor dem Start in die heißeste Phase der Eischwiele Fastelovend machte Prinz Ralf II. samt Zerm Georg, Pagen und weiterem Gefolge uns gestern seine Aufwartung: Foto: Annika Thee

Eschweiler. Und dann war er da: Prinz Ralf II., Herrscher aller Eschweiler Jecken. Mit Zeremonienmeister, Pagen und Gefolge gab die Tollität uns in der Redaktion die Ehre. Und plauderte mit uns über eine Zeit, wie nur wenige Auserwählte sie erleben.

In Eschweiler waren es bisher 65, seit anno 1934 der erste Prinz – Cornel I. – das Narrenzepter schwang. Seit viereinhalb Wochen ist Ralf II. samt Zerm Georg unterwegs.

Wie ist das werte Befinden?

Ralf II.: Ausgezeichnet! Bisschen kaputt, aber trotzdem super! Besser geht es eigentlich nicht!

Nach rund 200 Terminen noch nie die Nase voll gehabt?

Ralf II.: Nein. Wir sind schon mal abends platt nach Hause gekommen, was auch mit der enormen Hitze in den Sälen und Zelten zu tun hat. Das schlaucht ganz schön. Aber trotzdem bin ich jeden Tag wieder jeck darauf, wieder loszuziehen.

Wie lange ist denn so ein prinzlicher Arbeitstag?

Ralf II.: Am Donnerstag geht‘s schon früh um sieben in der Donnerberg-Kaserne los. Und abends wird‘s durchaus schon mal zwei oder halb drei. Nach Mitternacht ist die Regel. Und dann wird in der Hofburg noch ein Bierchen getrunken und geplaudert. Einfach den Schalter umlegen und zu Bett gehen, das könnte ich nicht.

Georg: Ralf kommt mit fünf bis sieben Stunden Schlaf hin. Bei mir sind‘s weniger. Dafür sorgt meine vier Monate alte Tochter Alexa.

Habt ihr nach so vielen Auftritten noch Lampenfieber?

Ralf II.: Das hat sich gelegt. Nach einer Woche wussten wir: Unser Stab ist top, alles funktioniert wie ein Uhrwerk. Aber eine gewisse Aufregung ist geblieben. Denn jeder Saal, jedes Publikum ist anders und stellt uns vor andere Herausforderungen.

Was war euer beeindruckendes Erlebnis?

Georg: Da gab es viele. Zum Beispiel unser Besuch in der Regenbogenschule. Wir sind auf viele behinderte Menschen getroffen, darunter viele Kinder. Es ist total schön, wenn man sieht, wie man denen eine Freude bereiten kann.

Ralf II.: Das gilt auch für unsere Begegnungen mit alten Menschen. Insgesamt gab es viele einschneidende Erlebnisse. Aber es braucht noch Wochen und Monate, das alles zu verarbeiten.

Was macht ein gutes Prinzengespann aus?

Ralf II.: Prinz und Zerm sollten sich gut verstehen. Immerhin verbringen sie sehr viel Zeit miteinander. Da muss auf und auch abseits der Bühne blindes gegenseitiges Verständnis herrschen, weil oft spontan Entscheidungen getroffen werden müssen. Man muss nicht 100 Prozent Eischwiele Platt sprechen. Das kann auch ich nicht. Wichtig ist, dass die Leuten merken, dass man mit dem Herzen dabei ist. Für mich ist es eine große Ehre, das hier in Eschweiler machen zu dürfen!

Und was macht aus einem guten Prinzen einen herausragenden?

Ralf II.: Dazu gehört ein Gesamtpaket. Neben Ausstrahlung, Redegewandtheit und Spontaneität gehören da auch ein Verein zu, der zu 1000 Prozent hinter dem Prinzengespann steht, Frauen, die einem den Rücken stärken, Lieder, die zum Gespann und zur Stadt passen, und und und...

Euer Tipp an die Prinzen, die nach euch kommen?

Ralf II.: Die sollen ihr eigenes Ding durchziehen, sollen natürlich bleiben, sie selber sein und nicht andere zu kopieren versuchen.

Gibt es etwas, was Ihr am Karneval in Eschweiler ändern würdet?

Ralf II.: Komiteepräsident Weiland macht mit seinem erfahrenen Team einen exzellenten Job, und mit Dieter Wolff haben wir einen ganz erfahrenen Mann als Prinzenführer an unserer Seite. Da gibt‘s keinen Grund, etwas zu ändern.

Aschermittwoch ist alles vorbei. Bis auf den Carnaval in Wattrelos. Welche Ziele hat man noch im Leben, wenn man bereits Prinz bzw. Zerm war?

Ralf II.: Ich möchte noch viele Jahre als Präsident in unserer KG bleiben und einige Dinge auf den Weg bringen bzw. verändern. So würden Georg und ich gerne die Kinder- und Jugendarbeit intensivieren. indem wir dafür einen Fond gründen. Meine weiteren Ziele: reisen, gesund bleiben, Zeit fürs Motorrad- und Skifahren finden (was dieses Jahr gar nicht drin war). Ansonsten bin ich wunschlos glücklich.

Georg: Ab Aschermittwoch werde ich mich erstmal verstärkt um meine Tochter kümmern. Die ist bisher deutlich zu kurz gekommen.

Ralf II.: Und ich werde mich, wenn ich aus dem Loch komme, in das ich Aschermittwoch sicher erst einmal falle, um meine Familie und mein Büro kümmern und mit meinen Hunden spazieren gehen. Und Ende April steht dann eine Motorradtour über Mallorca an. Aber erst einmal ist jetzt Fastel-ovend!

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