Preiserhöhung: Viele Kneipiers zeigen Sky die rote Karte

Von: Christina Handschuhmacher
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Erboste Gastwirte und gekündigte Abos: das neue Preismodell des Bezahlsenders Sky sorgt auch bei den Eschweiler Gastronomen für Verärgerung. Foto: dpa

Eschweiler. Am Freitag startet die Fußball-Bundesliga-Saison 2013/2014. Doch in vielen Eschweiler Kneipen werden die Bildschirme in dieser Saison schwarz bleiben. Der Grund: Das neue Preismodell des Bezahlsenders Sky Deutschland.

„Sky hat bislang in jedem Jahr die Preise erhöht“, kritisiert Gastronom Marc Lersch. „2011 haben wir noch 179 Euro pro Monat gezahlt. Im zurückliegenden Jahr lagen wir bei 202 Euro monatlich und nun sind es auf einmal 309 Euro plus Mehrwertsteuer“, erzählt Lersch, der auch Vorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) in Eschweiler ist. Über 100 Euro pro Monat mehr - Marc Lersch zog die Reißleine und kündigte das Abo.

Die Gründe für die drastische Preiserhöhung kann er nicht nachvollziehen. „In meinen Augen haben die sich in den vergangenen Jahren verkalkuliert und versuchen nun das Geld wieder reinzuholen.“ Dass die Kosten für die Bundesliga-Rechte nun eins zu eins auf die Gastwirte abgewälzt werden, will Lersch nicht akzeptieren. „Wir haben auch versucht, jemanden bei Sky zu erreichen. Aber die Kündigungen einzelner Gastwirte scheinen das Unternehmen kaum zu interessieren.“

Auch Hasan Masic vom Gasthaus zur Quelle hat das Sky-Abo gekündigt. „Ich kann das Geld einfach nicht aufbringen“, sagt er. Die Einnahmen bei Fußballspielen würden die Mehrkosten nicht wettmachen. „Leider ist Sky konkurrenzlos auf dem Markt. Aber wenn da jetzt viele Gastwirte kündigen, will ich mal sehen, wie Sky das finanzieren will“, schimpft Masic.

Ähnliches ist von Jannis Argiriou zu hören, der mit seiner Frau das Restaurant „Der Grieche“ am Eschweiler Markt betreibt. Als die Preiserhöhung von Sky ins Haus flatterte, hat Argiriou von seinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch gemacht. 3000 Euro habe er im vergangenen Jahr an Sky gezahlt, 500 Euro jährlich wären aufgrund der Preiserhöhung hinzugekommen. „Das ist einfach zu viel Geld“, sagt der Gastwirt. „Sky hat sich bei uns auch nur bei Spitzenspielen gelohnt. Da war dann viel los.“ Nun hofft er auf die Spiele, die von den öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern übertragen werden.

Michael Esser, Inhaber des Gastro-Betriebs „Mexi & Co“, hat die deftige Preiserhöhung von Sky zähneknirschend zur Kenntnis genommen. Circa 1000 Euro mehr pro Jahr muss er nun an den Münchener Sender zahlen. „Erst das Nichtraucherschutzgesetz, nun die Preiserhöhung von Sky und die nächste Bierpreis-Erhöhung wird bestimmt auch nicht mehr lange auf sich warten lassen“, sagt Esser.

Im Gegensatz zu vielen anderen Gastronomen will er sein Abo jedoch behalten. „Ich habe bei Fußballspielen einfach sehr starken Zulauf.“ Dennoch sei die Verlängerung seines Sky-Abos eine Risiko-Kalkulation. „Bei den Champions-League-Spielen von Bayern München und Borussia Dortmund haben wir ein gutes Geschäft gemacht, weil die Halbfinals nur auf Sky zu sehen waren“, erzählt Esser. „Doch wer weiß, ob es in der nächsten Saison wieder solche Highlights geben wird.“

Der Münchener Sender begründet das neue Preismodell mit dem Hinweis auf die hohe Qualität und den Umsatz der Gastronomen während der Übertragung von Sportveranstaltungen. Bislang hatte Sky die Gebühren gestaffelt nach der Quadratmeterfläche der Betriebe berechnet. Nun sollen beim Preis auch Standortfaktoren wie Bevölkerungsdichte, Kaufkraft und die Sportaffinität in der Region berücksichtigt werden, heißt es von Seiten des Senders.

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