Eschweiler - Positiver Trend auf dem Arbeitsmarkt geht an Eschweiler vorbei

Positiver Trend auf dem Arbeitsmarkt geht an Eschweiler vorbei

Von: Patrick Nowicki
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Die Geschäftsstelle von Jobcenter und Arbeitsagentur am Bushof: Dort wird im Frühjahr ein „Integration Point“ für arbeitssuchende Flüchtlinge eingerichtet. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Während in der gesamten Republik die gesunkenen Arbeitslosenzahlen des vergangenen Jahres gefeiert werden, herrscht in Eschweiler eher Katerstimmung. Die Zahl der Arbeitslosen stieg in den vergangenen zwölf Monaten um 2,4 Prozent auf 2750 Personen.

Zwar lag die Quote im Laufe des Jahres unter den Werten des Vorjahres, aber im Dezember stieg die Zahl der Joblosen deutlich an. Dementsprechend ernüchternd fällt das Fazit für den Arbeitsmarkt 2015 in Eschweiler aus.

Einige Kinder betroffen

Das Jobcenter der Städteregion Aachen schlug schon vor Monaten Alarm: Die Zahl der Menschen, die trotz Arbeitsstelle nicht genug für den Lebensunterhalt verdienen, steigt. Die aktuellsten Zahlen für Eschweiler stammen zwar aus dem August des Vorjahres, zeigen aber das Dilemma: 6738 Menschen erhielten in diesem Monat finanzielle Unterstützung des Staates nach den Sozialgesetzbüchern II („Hartz IV“) und III, was oft als „Arbeitslosenhilfe“ bezeichnet wird.

Christian Neuß, Sprecher des Jobcenters, geht davon aus, dass sich die Zahlen zum Ende des Jahres nicht verbessert haben. Zudem sind immer mehr Kinder von Armut betroffen. 1932 Menschen in den sogenannten Bedarfsgemeinschaften waren im vergangenen August unter 15 Jahre alt.

Trotz des gesetzlichen Mindestlohns hat sich die Lage für die Arbeitnehmer nicht grundlegend verbessert. Konkrete Zahlen gibt es zwar nicht, aber im Jobcenter rechnet man nach wie vor mit deutlich über 1000 Indestädtern, die zwar einer geregelten Arbeit von über 15 Stunden wöchentlich nachgehen, aber dennoch zu wenig für den Lebensunterhalt verdienen. Explizit aufgelistet wird dieser Personenkreis nicht.

Das Jobcenter zahlte im August über drei Millionen Euro an die Betroffenen. 1,23 Millionen Euro davon wurden für Kosten der Unterkunft ausgegeben. Diese Summe wird in Zukunft weiter steigen: Das Jobcenter rechnet mit einer steigenden Zahl ausländischer Bürger, die auf den Arbeitsmarkt drängen. Schon jetzt liegt der Anteil der Ausländer an der Arbeitslosenzahl mit 20,3 Prozent sehr hoch. Jeder vierte Indestädter ohne deutsche Staatsangehörigkeit (23,4 Prozent) erhält Unterstützung von der Agentur für Arbeit.

Die Behörden erwarten auch dort steigende Zahlen. „Sind die derzeit laufenden Asylverfahren abgeschlossen, dann werden auch zahlreiche Flüchtlinge Kunden der Jobcenter“, sagt Christian Neuß. Aus diesem Grund richten die Arbeitsagentur und das Jobcenter sogenannte „Integration Points“ ein, wo die Menschen gezielt unterstützt werden sollen, Arbeit zu finden. Dazu zählen auch Deutschkurse. Diese Anlaufstelle für die Betroffenen soll in der Geschäftsstelle der Arbeitsagentur am Eschweiler Bushof entstehen, wenn das Jobcenter endgültig in die alte Hauptpost an der Rosenallee umgezogen ist.

Eine Herkulesaufgabe der Fallberater wird in diesem Jahr weiterhin sein, Langzeitarbeitslose wieder in Lohn und Brot zu bringen. 49,8 Prozent der Hartz-IV-Empfänger sind länger als ein Jahr lang arbeitslos. Zwar sind im Dezember 377 Arbeitsstellen, die der Arbeitsagentur gemeldet wurden, unbesetzt geblieben, allerdings zeigt die steigende Zahl auch, dass die Anforderungen an die Bewerber nicht erfüllt werden. Insgesamt 1129 offene Stellen wurden im vergangenen Jahr in Eschweiler der Arbeitsagentur gemeldet.

5835 neue Arbeitslose in 2015

Zahlreiche Arbeitslose stecken auch in Umschulungsmaßnahmen und fallen aus der Berechnung für die Arbeitslosenquote. Etwa 73 Personen haben im Dezember eine Maßnahme oder Ausbildung begonnen. Lediglich 103 Menschen fanden eine neue Stelle. Im Gegenzug dazu meldeten sich 474 Menschen arbeitslos. Im gesamten Jahr 2015 wurden 5835 neue Arbeitslose gemeldet. 5804 Personen erhielten entweder einen neuen Job oder starteten eine Ausbildung oder Umschulung.

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