Positive Signale für die Notarzt-Praxis im Krankenhaus

Von: tob
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Eschweiler. Die angedachte Neuordnung des ärztlichen Notdienstes sorgte im Rat der Stadt Eschweiler am Mittwochabend für eine emotionale Diskussion, aus der die Ratsvertreter mit einem positiven Gefühl hervorgingen.

Nach den derzeitigen Erkenntnissen kann sich Dr. Lothar Nossek gut vorstellen, dass die gemeinsame Praxis für Eschweiler und Stolberg in der Indestadt angesiedelt wird, wie er in der Sitzung sagte.

Dr. Lothar Nossek ist Vorsitzender der Kreisstelle Aachen der Ärztekammer Nordrhein sowie der Kreisstelle der Kassenärztlichen Vereinigung. Nachdem es die verschiedensten Gerüchte gegeben hatte, war er auf Einladung von Bürgermeister Rudi Bertram in die Ratssitzung gekommen. Es waren Gerüchte aufgekommen, Patienten aus Eschweiler müssten künftig bis Bardenberg fahren, um eine Notdienstpraxis aufzusuchen.

Er wiederholte zunächst die Fakten. So gebe es einen Prüfbericht des Landesgesundheitsministeriums, in dem angeregt worden sei, Änderungen zu prüfen. Dieser Bericht komme zu dem Ergebnis, dass rein von der Fläche und der Anzahl der Einwohner der Städteregion zwei Praxen ausreichend seien. Derzeit gibt es vier. Neben Eschweiler je eine in Stolberg, Simmerath und Bardenberg.

Aussagen aus Stolberg

In dem Prüfbericht gehe es vor allem um die Praxen in privater Trägerschaft, so Nossek weiter. Von den genannten vier ist Eschweiler die einzige, die nicht in Trägerschaft der Kassenärztlichen Vereinigung ist. Dr. Lothar Nossek betonte am Mittwochabend, dass er schon frühzeitig gesagt habe, dass er sich eine Zusammenlegung der Praxen in Eschweiler und Stolberg gut vorstellen könne. Dass die Eschweiler MQN-Praxis einen privaten Verein als Träger habe, bedeute nicht automatisch, dass die gemeinsame Praxis in der Kupferstadt sei.

Im Gegenteil. Er habe die Aussagen aus Stolberg zur Kenntnis genommen, nach denen auf den Erhalt der Praxis nicht so großer Wert gelegt werde, wie das in Eschweiler der Fall sei.

Die Notfalldienstpraxis in Stolberg ist seit 2005 in der Steinfeldstraße 5 angesiedelt. Gleich neben dem Haupteingang des Bethlehem-Gesundheitszentrums. Gábor Szük, Geschäftsführer des Stolberger Krankenhauses, sieht eine mögliche Schließung der KV-Ambulanz gelassen, sagte er unserer Zeitung: „Das ist keine wirkliche Verschlechterung für die Stolberger Bürger. Die Leute gehen heute schon oft in die Notfallambulanz des Krankenhauses.“ Und sei es auch nur, weil sie den Notdienst links neben dem Klinikeingang nicht gefunden hätten. Das spreche für Eschweiler als Standort, so der KV-Vorsitzende.

Ob die Praxis, wenn sie tatsächlich in der Indestadt bleibe, in privater Hand bleiben könne, wisse er nicht. Denkbar sei es.

Fahrdienst vor Änderung

Dr. Lothar Nossek sagte ebenfalls: Der eigene Fahrdienst der Notärzte, so wie es ihn derzeit gibt, soll abgeschafft werden. Das heißt, dass der notdiensthabende Arzt künftig nicht mehr alleine mit seinem Privatwagen zum Patienten fährt, sondern von einem Rettungswagen begleitet wird. So sehen es die aktuellen Planungen vor.

Der Mediziner begründete im Rahmen der Ratssitzung, warum Änderung notwendig seien. So solle etwa der Missbrauch eingedämmt werden. Es gebe Patienten, die nicht zwingend zum Notarzt müssten. Das System werde jedoch auch von Ärzten ausgenutzt. Änderungen seien ebenfalls notwendig, da der Arztberuf „weiblicher“ werde. Will heißen: Mehr Frauen ergreifen diesen Beruf. „Da Frauen sich auch um die Familie kümmerten, wird die Besetzung der Notdienste schwieriger“, so Nossek. Zudem seien unter den Praxen in freier Trägerschaft einige, die nicht nach Tarif bezahlen würden. Das gehe so nicht, sagte der Mediziner.

Dr. Lothar Nossek sagte, dass er mit einer Entscheidung bezüglich der Neuorganisation frühestens im Frühjahr 2015 rechne und mit der Umsetzung nicht vor Ende des kommenden Jahres. Das sei jedoch dann schon eine Blitzentscheidung.

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