Eschweiler - Polnische Schüler in Eschweiler: Im Bunker, im Dom und in Maastricht

Polnische Schüler in Eschweiler: Im Bunker, im Dom und in Maastricht

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Erkundeten unter anderem Ahrweiler: Schüler des polnischen Lyzeums Zspól Szkól Ogólnokszalcacych N° 2 aus dem schlesischen Ruda Śląska und ihre Gastgeber von der Gesamtschule Waldschule Eschweiler. Foto: Tobias Marquardt

Eschweiler. Bereits zum siebten Mal besuchte jetzt eine elfköpfige Schülergruppe des polnischen Lyzeums Zspól Szkól Ogólnokszalcacych N° 2 aus dem schlesischen Ruda lska die Städtische Gesamtschule Waldschule Eschweiler. Ermöglicht wurde der achttägige Schüleraustausch, wie auch bereits in den vorangegangenen Jahren, durch die finanzielle Unterstützung des Deutsch-Polnischen Jugendwerks (DPJW).

Nach 15-stündiger Busfahrt wurden die polnischen Gäste herzlich durch die Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgangsstufen 10 bis 13 und ihren Eltern in Empfang genommen. Für die meisten der austauscherfahrenen Teilnehmerinnen und Teilnehmer war es ein Wiedersehen mit Freunden, auf das seit Langem hin gefiebert wurde und das gemeinsam geplant worden war.

Europäische Perspektive

Herzstück des Programmes war das 25. Jubiläumsjahr der Maastrichter Verträge, welche die Grundlage für die enge deutsch-polnische Zusammenarbeit seit dem Beitritt Polens 2004 sind. Daher führte die erste Exkursion die Schülergruppe ins Centre Charlemagne nach Aachen. Hier bekamen sie einen Einblick in die wechselhafte Aachener Stadtgeschichte, lernten Kaiser Karl als Symbolfigur europäischer Integration kennen und erfuhren die Geschichte und Bedeutung des Aachener Friedenspreises.

Beeindruckt hiervon, fotografierten sich die Partnerschüler anschließend vor dem Grundstein für Frieden in Europa, der von Willy Brandt damals gelegt worden war. Bei sonnigem Wetter konnten die Schüler anschließend in Gruppen die Innenstadt sowie das Bühnenprogramm des September Specials erkunden. Auch die polnischen Kolleginnen, Frau Boguslawska und Frau Loewe, ließen es sich nicht nehmen, vom Riesenrad aus den Blick über die Aachener Innenstadt zu genießen.

Am Montag wurden die Gäste freudig in der Waldschule vom Chor und der Trommel-AG begrüßt. Der Schulleiter, Herr Herzog, hob in seiner Rede vor allem die außerordentliche Bedeutung des Austauschs vor dem Hintergrund der derzeitigen europapolitischen Differenzen der beiden Nachbarstaaten hervor. Nach einer Führung durch das Schulgebäude, der sich gemeinsamer Unterricht und ein Mittagessen in der Schulmensa anschlossen, erarbeiteten die Schüler zusammen die Geschichte des deutsch-polnischen Verhältnisses.

Vom Zweiten Weltkrieg ausgehend, wurde ein Bogen über den Kalten Krieg bis hin zu den Maastrichter Verträgen und der EU-Partnerschaft heute gespannt. Von den deutschen Schülern bereits inhaltlich durch Recherche vorbereitet, erstellte die Gruppe Plakate, die ihre Ergebnisse in polnischer und deutscher Sprache festhielten.

Diese wurden im Anschluss an Stellwänden im Pädagogischen Zentrum der Schule ausgestellt. Gelungen illustrierten die Schüler hiermit die Bedeutung eines partnerschaftlichen Verhältnisses von Polen und Deutschland für ein auch in Zukunft friedliches Europa.

Auf der Grundlage dieser Erarbeitung konnten die Tagesausflüge nach Ahrweiler, Köln und Maastricht stattfinden. Besonders beeindruckt waren die polnischen Austauschschüler von der Besichtigung des Regierungsbunkers in Ahrweiler. „Dieses Relikt aus den Tagen des Kalten Krieges war hochinteressant“, meinte etwa Wojciech Ptas. „Mich hat die Führung durch den Atomschutzbunker sehr nachdenklich gestimmt – besonders, was unsere Verantwortung für die Zukunft betrifft“, sagte Paulina Tomkiewicz.

Aber auch der Gang durch den Kölner Dom hinterließ einen bleibenden Eindruck. „Dies war das imposanteste Kirchengebäude, das ich je betreten habe“, so Wiktoria Jozefiok.

Die Führung durch die Stadt und Universiät Maastrichts durch Studenten und eine ehemalige Austauschschülerin war der defintive Höhepunkt der Woche. „Maastricht ist eine wunderschöne Stadt mit seinem Mix aus modernem Stil und historischen Sehenswürdigkeiten“, befanden Ania Dudziak und Julia Kadlubska. „Für mich war die Führung durch die Universität mit das Beste am Austausch. Die Internationalität und Problemorientierung innerhalb der Studiengänge reizen mich sehr“, erklärte Aleksandra Sobulska.

Nachdem am Freitag in der Schulbibliothek die Ausflüge auf Plakaten fotografisch dokumentiert und diese in die bereits erstellte Ausstellung integriert wurden, organisierten die deutschen Schüler die abendliche Abschiedsfeier, die mit einem Essen im Restaurant begann und am Lagerfeuer ausklang.

„Das Beste an diesem Austausch war, dass wir so viel wie noch nie bei der Gestaltung und Organisation mitwirken durften“, hielt Anna-Maria Willberg fest. Und Wiktoria Jozefiok kommentierte lachend: „Es gab in dieser Woche auch privat so viel Action, wir waren tagsüber so viel gemeinsam unterwegs, gingen spazieren, spielten Tischtennis, kochten, und natürlich auch abends ...“

Am Samstag verabschiedeten die Familien die polnischen Gäste am Fernbushof Aachen. Während sich die Schüler für das nächste Jahr verabredeten und Abschiedstränen vergossen, resümierten die zufriedenen Gasteltern die vergangene Woche. Während die einen insbesondere die Selbstständigkeit und Freundlichkeit der Gastschüler hervorhoben, freuten sich andere darüber, dass die Kinder unbedingt wiederkommen wollten. Wiederum bedauerten einige, deren Kinder in diesem Schuljahr das Abitur absolvieren, dass dies das letzte Jahr des Austauschs war.

Die polnische Gastschülerin Martyna Maraszkiewicz, die bereits zum dritten Mal am Austausch teilnahm, fand zum Abschluss beim Überreichen der Blumen an die deutschen Lehrkäfte, Schäber und Marquardt, rührende Worte: „Das Beste an dem diesjährigen Austausch war, neue, freundliche Menschen und die deutsche Kultur kennengelernt zu haben. Wir haben hier eine sehr schöne Zeit verbracht. Ich denke, das war mein bislang schönster Austausch.“

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