Politik bleibt bei Jugendlichen oft auf der Strecke

Von: Jacqueline Winkler
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Politik kann auch cool sein. Das meinen Florian Weyand und Catarina Dos Santos. Die beiden Indestädter sind in der Jungen Union aktiv und wünschen sich, dass sich mehr Jugendliche politisch engagieren. Foto: Winkler

Eschweiler. Catarina Dos Santos und Florian Weyand wollen das ändern. „Wir müssen zeigen, dass Politik auch cool sein kann.“ Die Junge Union (JU) Eschweiler befindet sich im Umbruch und sie ist bereit, neue Dinge anzupacken, wie etwa die Präsenz in sozialen Netzwerken

Florian Weyand, Geschäftsführer der JU Eschweiler, im Schulausschuss der CDU, im Ortsverband West engagiert und Bildungsreferent des JU Kreisverbandes Aachen-Land, sowie Catarina Dos Santos, ebenfalls engagiert in der JU, Beisitzerin in der Frauenunion und im CDU-Ortsverband Dürwiß, sind politisch sehr engagiert und wollen die JU mehr in die Öffentlichkeit bringen und Jugendlichen zeigen, dass Politik ihren Lebensbereich betrifft und es somit wichtig ist, sich zu engagieren. Die JU Eschweiler wurde vor einigen Jahren von Thomas Schlenter wieder aufgebaut.

 

Wie seid ihr zur JU gelangt?

Catarina Dos Santos: Ich wollte mich eigentlich schon als Schülerin engagieren, war da aber nicht allzu motiviert. Von meinem Elternhaus her durfte ich frei entscheiden. Ich kenne viele Leute, die in der CDU engagiert sind. Die CDU ist meine Partei. Ich habe mich irgendwann einfach angemeldet, bin zu einer Vorstandssitzung gegangen und damit ging es los.

Florian Weyand: Ich habe mich auch schon immer für Politik interessiert, aber habe nie den Schritt gewagt. Ich war damals in der Schülervertretung und habe mich dadurch für ein freiwilliges politisches Jahr entschieden. Da ich schon immer konservative Werte hatte, hat die CDU am besten zu mir gepasst.

Wie ist eure Einschätzung gegenüber Jugendlichen, die sich nicht für Politik interessieren? Wie kann man Politik interessanter machen und was tut ihr dafür?

Florian Weyand: Junge Leute können und wollen sich nicht für Politik engagieren. Sie müssen wie wir den Schritt wagen, um etwas zu verändern. Doch den meisten ist gar nicht bewusst, dass sie etwas ändern können. Das größte Problem der Schüler oder jungen Leute ist die fehlende Zeit. Es gibt vor allem von der Schule viel Druck und viel zu tun, somit bleibt weniger Zeit für außerschulische Aktivitäten.

Catarina Dos Santos: Und da wir hier in einer Karnevalshochburg leben, sind viele in Vereinen tätig, oder sind sportlich aktiv. Wo bleibt dann die Zeit sich politisch und gesellschaftlich zu engagieren? Man muss die Jugend zunächst informieren. Die Politik betrifft die Lebenswelt der Jugendlichen und das muss man ihnen zeigen. Denn wenn es zum Beispiel in der Schule Ausstattungsprobleme gibt, braucht es Geld, um diese Lücke zu schließen und dafür ist natürlich auch die Politik zuständig. Wir müssen zeigen, dass Politik auch cool sein kann.

Wie kann das funktionieren?

Catarina Dos Santos: Dazu muss man die Jugendlichen motivieren. Man muss Formate erstellen, die Jugendliche ansprechen, innovative Ideen entwickeln, aber sich auch inhaltlich mit bestimmten Themen befassen. Die Zeit, die man opfert, muss es auch wert sein und das muss man den jungen Leuten zeigen. Wir versuchen, auf Facebook immer wieder Präsenz zu zeigen und einen Bezug zu Themen zu schaffen, mit der sich die CDU und die JU beschäftigen. Dennoch müssen wir uns auch von der Mutterpartei abgrenzen, denn wir sind die Junge Union und wollen junge Leute ansprechen.

Florian Weyand: Die interessierten Jugendlichen sollen einfach zu einer Sitzung kommen und es sich anschauen. Wir wollen, dass sich junge Leute beteiligen und ein Verständnis dafür entwickeln, was wir eigentlich tun und sie sollen für sich herausfinden, wo sie politisch stehen. Deswegen ist es uns auch wichtig, dass sich die Leute beide Parteien ansehen, JU und Jusos.

Wie seht ihr den Stellenwert der JU in der CDU?

Catarina Dos Santos: Wir sind ein Teil der CDU und sind hier sehr gut eingebunden. Es sind sehr viele Leute in der CDU, die im JU-Alter sind. Wir geben uns die Hand und profitieren voneinander. Die CDU braucht uns, denn wir sind die Politiker von morgen, aber genauso brauchen wir auch die Unterstützung der CDU. Wir helfen uns gegenseitig. Wir laden uns gegenseitig auf Veranstaltungen ein und stehen immer in Kontakt. Man wird nie alleine gelassen. Dennoch haben wir genug Freiräume, selbst Entscheidungen zu treffen, denn man darf nicht vergessen, dass wir eine eigene Organisation sind.

Steht ihr in Verbindung mit anderen Städten und Ortsverbänden? Besteht dort eine Zusammenarbeit?

Florian Weyand: Wir wollen uns mit anderen Stadtverbänden zusammenschließen und uns mit diesen vernetzen. Eine gegenseitige Unterstützung ist für alle sinnvoll, und es ist auch interessant zu sehen, was andere Ortsverbände planen und leisten.

Arbeiten JU und Jusos als einzige junge politische Organisationen in Eschweiler zusammen? Ist es überhaupt denkbar?

Florian Weyand: JU und Jusos haben gemeinsame Ziele und setzen sich beide für die Jugendpolitik ein. Bis jetzt besteht keine Zusammenarbeit, aber wir wären daran interessiert, eine Kooperation anzustreben. Denn es sind verschiedene Schnittpunkte vorhanden und somit wäre ein Kontakt schon wünschenswert. So könnte man sich in Eschweiler noch besser vernetzen.

Was gibt es für aktuelle Themen, die euch besonders beschäftigen bzw. für die ihr euch einsetzt?

Catarina Dos Santos: Ganz klar ist im Moment das große Thema Flüchtlinge vor allem hier in Eschweiler sehr wichtig, es betrifft uns alle. Natürlich wollen wir uns als JU für Flüchtlinge einsetzen, diesen helfen und unterstützen.

Wie seht ihr die Zukunft der JU in Eschweiler?

Florian Weyand: Wir wollen mehr Jugendliche für die Politik begeistern. Außerdem wollen wir viele neue Themen angehen und uns selbst nochmal verdeutlichen, wo wir eigentlich stehen und was wir in Eschweiler tun können. Wir wollen Themenabende und Tagungen veranstalten. Doch nicht nur solche Veranstaltungen sind wichtig, sondern auch „Spaßveranstaltungen“.

Zum Beispiel?

Catarina Dos Santos: Zum Beispiel zusammen grillen, sich austauschen und sich auch auf privater Ebene unterhalten. Auch ist es uns wichtig, mit den jungen Leuten in Kontakt zu treten und diese zu befragen, was ihre Meinung zu Eschweiler ist und was noch verbessert werden kann. Wir wollen politische Ziele erreichen und nicht nur davon träumen.

Welche Veranstaltungen stehen als nächstes an?

Florian Weyand: Wir sind im Moment im Umschwung, denn im Oktober stehen Neuwahlen an. Wir sind bereit, neue Dinge anzupacken und wollen die JU wieder mehr nach vorne bringen. Bis zu den Wahlen steht aber auch noch einiges an Arbeit an. Zudem ist eine JU-Fahrt nach Münster geplant, um auch auf privater Ebene ein gutes Verhältnis zwischen den Mitgliedern innerhalb der JU herzustellen. Denn wir wollen uns nicht nur auf Sitzungen sehen, sondern auch so ein gutes Verhältnis zu allen herstellen und auch unser Angebot attraktiver gestalten. Zudem ist eine Tagung geplant, um uns über bestimmte Inhalte bewusst zu werden.

Um welche Themen wird es in der Tagung gehen?

Catarina Dos Santos: Es wird um folgende Fragen gehen: Wo stehen wir? Wie wollen wir weitermachen? Wie können wir die CDU unterstützen? Wie können wir uns inhaltlich positionieren?

Florian Weyand: Wir wollen die JU lebendiger gestalten und somit dann auch für neue Gesichter sorgen, die sich gerne politisch engagieren.

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