„Politeur” Michael Marks: Viel frische Luft, aber auch mal dicke
Kein Parkschein: Dafür gibt es von Michael Marks ein „Knöllchen”. Foto: Stefan Schaum
Der Mann in der blauen Ordnungsamts-Weste bleibt gelassen. Situationen wie diese kennt er und weiß: Wer den ruhenden Verkehr überwacht, der muss auch selbst ruhig bleiben.
„Ihr Parkschein ist schon vor 20 Minuten abgelaufen”, sagt er zu dem Mann, der das nicht gelten lassen will und schimpft. Von einem dringenden Bedürfnis erzählt der Parksünder. „Ich war drüben im Kaufhaus noch was länger auf der Toilette.” So langsam weicht der Druck auch aus seiner Erregung.
„Das müssen sie doch verstehen. Bitte.” Michael Marks nickt. Ja, das liegt in seinem Ermessensspielraum, das kann er machen. Er tippt auf der kleinen Tastatur, und auf dem Kontrollgerät steht: Fahrer wurde mündlich verwarnt. Das ist kostenlos. Der gerade noch einmal Davongekommene dankt und wünscht einen schönen Tag.
Als der Mann weg ist, sagt Marks: „War eine ganz normale Situation, nichts besonderes.” Sowas kennt der 49-Jährige auch ganz anderes. Zwar hat bislang noch niemand wirklich zugeschlagen, doch drohende Fäuste und Zeigefinger hatte er schon oft vor der Nase. „Beliebt sind wir ganz sicher nicht”, sagt er, aber das sei für ihn doch kein Grund, seinen Job nicht zu mögen.
Früher war er auf dem Bau, hat Wände verputzt. Seit 2009 ist er eine Überwachungskraft, ein „Politeur”, wie er sagt, eine männliche Politesse. Er ist einer von vieren, die in Eschweiler vor allem in der Innenstadt durch die Straßen ziehen. Täglich bringt Michael Marks es dabei auf gut 15 Kilometer. Das gefällt ihm. „Ist super. Immer frische Luft und viel Kontakt zu Menschen.” Er lacht. „Na ja, nicht alle sind schöne Kontakte.”
Wenn er in eine Straße einbiegt, dann hat er gleich alle Parkbuchten von vorn bis hinten im Blick. Damit ihm hinterher keiner mit der Ausrede kommen kann: „Aber ich hab mich doch gerade erst hingestellt. . .” Überhaupt sichert sich Michael Marks gern ab. Oft zückt er dazu die kleine Digitalkamera und fotografiert hier ein Parkticket, das einer mit der Rückseite nach oben in die Ablage gelegt hat, dort einen Behindertenausweis, der nicht blau, sondern grün und somit kein Freifahrtschein für den Sonderparkplatz ist.
„Sicher ist sicher”, weiß Marks. Wobei die wenigsten Widerspruch einlegen, wenn ihnen der Zahlungsbescheid ins Haus flattert. Anders sieht die Sache aus, wenn sie den Kontrolleur auf der Straße erwischen, nachdem er sie erwischt hat.
Alle erdenklichen Schimpfwörter hat Marks sich schon angehört - und sie ganz einfach an sich abtropfen lassen. „Wenn ich für jedes Mal ?Arschloch vor Gericht ziehen würde, wäre ich ja gar nicht mehr auf der Straße”, sagt er und lacht. Heiterkeit und ein dickes Fell - das brauche man als Kontrolleur.
Wer schimpft schneller?
Wer wohl häufiger falsch parkt: Frauen oder Männer? „Kann ich nicht sagen”, meint der Kontrolleur. Und wer schneller schimpft? „Auch da tun sich die Geschlechter nichts.” Doch weiß er, dass eher die Kleinwagenfahrer einen Strafzettel riskieren als die Besitzer teurer Karossen.
Er selbst sei übrigens auch kein unbeschriebenes Blatt. Klar habe er schon mal ein Knöllchen bekommen, aber nicht von einem direkten Kollegen. „Ich wohne nicht in Eschweiler.” Ob er sich geärgert hat? „Ja. Aber einer muss doch darauf achten, dass beim Parken nicht alles kreuz und quer läuft.”
Leserkommentare
„Ihr Parkschein ist schon vor 20 Minuten abgelaufen”, sagt er zu dem Mann, der das nicht gelten lassen will und schimpft. Von einem dringenden Bedürfnis erzählt der Parksünder. „Ich war drüben im Kaufhaus noch was länger auf der Toilette.” So langsam weicht der Druck auch aus seiner Erregung.
„Das müssen sie doch verstehen. Bitte.” Michael Marks nickt. Ja, das liegt in seinem Ermessensspielraum, das kann er machen. Er tippt auf der kleinen Tastatur, und auf dem Kontrollgerät steht: Fahrer wurde mündlich verwarnt. Das ist kostenlos. Der gerade noch einmal Davongekommene dankt und wünscht einen schönen Tag.
Als der Mann weg ist, sagt Marks: „War eine ganz normale Situation, nichts besonderes.” Sowas kennt der 49-Jährige auch ganz anderes. Zwar hat bislang noch niemand wirklich zugeschlagen, doch drohende Fäuste und Zeigefinger hatte er schon oft vor der Nase. „Beliebt sind wir ganz sicher nicht”, sagt er, aber das sei für ihn doch kein Grund, seinen Job nicht zu mögen.
Früher war er auf dem Bau, hat Wände verputzt. Seit 2009 ist er eine Überwachungskraft, ein „Politeur”, wie er sagt, eine männliche Politesse. Er ist einer von vieren, die in Eschweiler vor allem in der Innenstadt durch die Straßen ziehen. Täglich bringt Michael Marks es dabei auf gut 15 Kilometer. Das gefällt ihm. „Ist super. Immer frische Luft und viel Kontakt zu Menschen.” Er lacht. „Na ja, nicht alle sind schöne Kontakte.”
Wenn er in eine Straße einbiegt, dann hat er gleich alle Parkbuchten von vorn bis hinten im Blick. Damit ihm hinterher keiner mit der Ausrede kommen kann: „Aber ich hab mich doch gerade erst hingestellt. . .” Überhaupt sichert sich Michael Marks gern ab. Oft zückt er dazu die kleine Digitalkamera und fotografiert hier ein Parkticket, das einer mit der Rückseite nach oben in die Ablage gelegt hat, dort einen Behindertenausweis, der nicht blau, sondern grün und somit kein Freifahrtschein für den Sonderparkplatz ist.
„Sicher ist sicher”, weiß Marks. Wobei die wenigsten Widerspruch einlegen, wenn ihnen der Zahlungsbescheid ins Haus flattert. Anders sieht die Sache aus, wenn sie den Kontrolleur auf der Straße erwischen, nachdem er sie erwischt hat.
Alle erdenklichen Schimpfwörter hat Marks sich schon angehört - und sie ganz einfach an sich abtropfen lassen. „Wenn ich für jedes Mal ?Arschloch vor Gericht ziehen würde, wäre ich ja gar nicht mehr auf der Straße”, sagt er und lacht. Heiterkeit und ein dickes Fell - das brauche man als Kontrolleur.
Wer schimpft schneller?
Wer wohl häufiger falsch parkt: Frauen oder Männer? „Kann ich nicht sagen”, meint der Kontrolleur. Und wer schneller schimpft? „Auch da tun sich die Geschlechter nichts.” Doch weiß er, dass eher die Kleinwagenfahrer einen Strafzettel riskieren als die Besitzer teurer Karossen.
Er selbst sei übrigens auch kein unbeschriebenes Blatt. Klar habe er schon mal ein Knöllchen bekommen, aber nicht von einem direkten Kollegen. „Ich wohne nicht in Eschweiler.” Ob er sich geärgert hat? „Ja. Aber einer muss doch darauf achten, dass beim Parken nicht alles kreuz und quer läuft.”





