Platz vor der Kirche trägt Namen Martin Luthers

Von: pan
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Das Areal vor der Dreieinigkeitskirche wird wie erwartet Martin-Luther-Platz heißen. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. An der Moltkestraße steht heute die Dreieinigkeitskirche. Vor über 70 Jahren befand sich dort auch eine Synagoge, die dem Naziterror zum Opfer fiel. Ein Gedenkstein vor dem evangelischen Gotteshaus erinnert heute noch daran.

Der CDU-Ratsherr Wolfram Stolz hatte nun die Idee, den Platz vor der Dreieinigkeitskirche „An der Synagoge” zu nennen. „Man sollte auch auf diesem Weg die Hand der Versöhnung ausstrecken”, meinte Stolz.

Lange Gespräche

Dass das Areal nun Martin-Luther-Platz heißen wird, liegt wohl daran, dass Stolz erst sehr spät auf den Gedanken kam, an die Synagoge zu erinnern. Genauer: wenige Tage vor der Ratssitzung. Da zu diesem Zeitpunkt schon lange Gespräche mit dem Presbyterium der Evangelischen Gemeinde stattgefunden hatten, wollte die Ratsmehrheit keine Wende in der Namensgebung.

Allerdings erntete Stolz durchaus Lob für seinen Vorstoß: „Wir werden uns sicher mit dieser Sache beschäftigen”, versprach SPD-Fraktionschef Leo Gehlen, betonte aber auch, dass man schon sehr viel in Eschweiler mache, um an die Greueltaten zu erinnern. Die Stolpersteine gegen das Vergessen seien ein Beispiel. Franz-Dieter Pieta fand die Idee sogar so gut, dass er meinte: „Die hätte von uns kommen können, da bin ich fast ein bisschen neidisch.” FDP-Ratsherr Konstantin Theuer haderte jedoch mit dem späten Zeitpunkt: „Wann ist ihnen die Versöhnung denn gekommen?”, fragte er Stolz ironisch.

Die Synagoge an der Moltkestraße wurde am 9. November 1938 von Nazis niedergebrannt. „Mit der Judengasse ist auch der letzte alltägliche Hinweis auf jüdisches Leben verloren gegangen”, meinte Wolfram Stolz in seinem Antrag. Die Judengasse musste mit weiteren kleineren Straßen dem Bau der Indestraße weichen.
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