Philipp Reis tritt kräftig in die Pedale

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Philipp Reis und seine Frau Mo
Philipp Reis und seine Frau Monika treten für den Förderverein Onkologie kräftig in die Pedale. Privatdozent Dr. Peter Staib (links) und Elmar Wagenbach wünschten im Namen des St.-Antonius-Hospitals und des Fördervereins gute Reise. Foto: Michael Cremer

Eschweiler. In aller Frühe bricht der Eschweiler Philipp Reis am Samstag zu einer Benefiztour für den Förderverein Onkologie auf, die durch mehrere Länder und vor allem quer durch die Alpen führen wird - nicht mit dem Auto, sondern per Rad.

Rund 5000 Kilometer wird er bei seiner Rückkehr am 6. August in den Beinen haben. Auf einem Teil der Strecke begleitet ihn seine Frau Monika, mit der er schon um die halbe Welt geradelt ist.

Elmar Wagenbach, Geschäftsführender Vorstand des St.-Antonius-Hospitals und Vorsitzender des Fördervereins „Regionaler Onkologischer Schwerpunkt Eschweiler”, zieht den sprichwörtlichen Hut vor der Herausforderung, der sich Philipp Reis stellen wird. Und dabei hat er - genau wie das Ehepaar - das Wohl der Patienten und ihrer Angehörigen im Blick.

Zum einen, sagt er, sei es natürlich wichtig, dass es solche Aktionen gebe, die Menschen zu einer Spende für den Förderverein bewegten. Noch bedeutsamer aber sei, dass der Verein selbst dadurch wieder in den Fokus gerate, denn seit Jahren sinke die Zahl der Mitglieder kontinuierlich.

„Und das bei einem Jahresbeitrag von nur 15 Euro.” Einer solchen Leistung, wie Philipp Reis sie vollbringen will, zollt er tiefen Respekt: „5000 Kilometer und 50.000 Höhenmeter, das ist schon gewaltig.” Auch Privatdozent Dr. Peter Staib, Chefarzt der Klinik für Hämatologie und Onkologie am Hospital, ist angetan. „Ich bin jetzt im vierten Jahr in Eschweiler. Es ist bewundernswert, was es hier schon an Benefizaktionen gegeben hat, in der sich die Solidarität mit den Patienten widerspiegelt. Das macht viel Freude.”

Morgen will Philipp Reis erst einmal „Kilometer machen”. Das erste Etappenziel ist Vianden in Luxemburg. Entlang von Sauer, Mosel und Saone geht es dann weiter bis Lyon, von wo aus der 58-Jährige der Rhone folgend die Berge ansteuert. Durch die französischen, schweizerischen und österreichischen Alpen führt seine Tour dann nach Wien. Hier hat er die größten Strapazen hinter sich. Auf dem Rückweg, in der Gegend um Nürnberg, werden sich seine Frau und ein Freund dazugesellen und Philipp Reis bis in die heimatlichen Gefilde begleiten.

Für jeden gefahrenen Kilometer der mittlerweile dritten großen Benefiztour spendet das Ehepaar dem Förderverein einen Euro; zudem setzt Philipp Reis darauf, dass sich unterwegs wieder viele finden, die von der Idee so begeistert sind, dass sie spontan die Geldbörse zücken. Und natürlich freut er sich, wenn er durch seine Aktion Menschen dazu bewegen kann, auf eines der Spendenkonten des Fördervereins einzuzahlen. Das war schon bei den Touren zugunsten des Therapiezentrums Lohner Hof und des Ambulanten Kinderhospiz-Dienstes „Sonnenblume” so.

Wieso tut sich jemand, der den Vorruhestand genießen könnte, eine solche Qual an? Von Strapazen und dem viel zitierten inneren Schweinehund will Philipp Reis nichts hören, im Gegenteil. Er ist dankbar und spricht von Privilegien: „Ich darf das jetzt tun, viele andere können das nicht mehr.” Er, der auch ehrenamtlich als Fahrer für die Eschweiler Tafel arbeitet, weiß, wie es ist, für immer Abschied von einem lieben Menschen nehmen zu müssen. Vor 20 Jahren hat seine erste Frau den Kampf gegen den Krebs verloren.

Anderen zu helfen, bereitet ihm ebenso Freude wie die sportliche Herausforderung, die eine solche Tour mit allen Unwägbarkeiten - Regen, Wind, Pannen - darstellt. Anerkennung findet er auch und gerade bei jenen, die auf High-Tech-Rennrädern die Alpenpässe hocheilen. „Wenn ich mit meinem Packesel oben ankomme, sind die baff.” Um die 20 Kilo Gepäck plus Getränke schleppt Philipp Reis zusätzlich mit sich. Viel trinken, eine gute Kondition, die richtige Einstellung und vernünftiges Essen sind die Voraussetzungen, um all dies schaffen zu können: „Morgens gibt es Müsli, nachmittags was Süßes und abends meist Nudeln mit Gemüse.”

Als Zeichen der Wertschätzung überreichten Elmar Wagenbach und Dr. Peter Staib dem Benefizradler am Mittwoch im Namen des Krankenhauses kein gelbes, aber ein schwarz-gelbes Trikot. Das wird er unterwegs tragen, und es wird ihn ganz sicher hin und wieder an das erinnern, was ihm so am Herzen liegt: „Ich möchte etwas weitergeben an Menschen, die vielleicht nicht so viel Glück gehabt haben wie ich.”

Philipp Reis am Computerbegleiten

Wenn möglich, will Philipp Reis von unterwegs aktuelle Fotos von seiner Benefiztour 2011 nach Hause schicken, die dann auf der Homepage http://www.benefizradler.de veröffentlicht werden.

Wer sich über die Arbeit des Fördervereins Onkologie informieren möchte, kann dies im Internet unter http://www.sah-eschweiler.de tun. Hier sind auch die Spendenkonten aufgelistet.

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