Philipp Reis radelt 6400 Kilometer für das Hospiz

Von: Jan Mönch
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Empfang am Grenzübergang Vaals: Philipp und Monika Reis haben mit dem Fahrrad die Küstenländer der Nordsee bereist und zugleich Spenden gesammelt, über die sich nun Marie-Theres Reichert (Mitte) vom Kinderhospizdienst Sonnenblume freut. Foto: Martin Ratajczak

Eschweiler/Aachen. Noch ein wenig benommen wirkte Philipp Reis, als er am Samstag am Grenzübergang Vaals in Empfang genommen wurde. Nicht etwa von den schlappen 6.400 Kilometern, die der 57-Jährige auf dem Fahrrad zurückgelegt hat. Sondern von den vielen Eindrücken, die er nach seiner Tour rund um die Nordsee sicher noch ein paar Tage lang im Kopf ordnen muss.

Außerdem hatte Philipp Reis Geld im Gepäck, gesammelt für den ambulanten Kinderhospizdienst Sonnenblume. Der Dienst begleitet in Aachen und in Heinsberg schwerkranke Kinder ohne Heilungschancen sowie ihre Familien mit einem vielfältigen Angebot - und ist stets auf Spenden angewiesen.

Wenn ein Gönner wie Philipp Reis auch noch jede Menge Aufmerksamkeit für das Tabuthema Kindersterblichkeit und das Wirken der Sonnenblume schafft, kann das Marie-Theres Reichert (Koordination) und Hannelore Leiendecker (Öffentlichkeitsarbeit) nur recht sein. „Die Leute nehmen das Thema wahr, aber verdrängen es sehr schnell wieder”, schildert Leiendecker die Schwierigkeit ihrer Aufgabe.

Hobby und Hilfe

Philipp Reis jedenfalls verband auf seiner für Nichtradler wohl nur als verrückt zu bezeichnenden Route auf geniale Weise Hobby und Hilfeleistung. „Ich möchte jedes Land so intensiv wie möglich erleben”, sagt der aus Eschweiler stammende Fahrradenthusiast, der auf rund 2.000 Kilometern von seiner Gattin Monika begleitet wurde. Zweieinhalb Monate war Philipp Reis unterwegs, 100 Kilometer legte er durchschnittlich an den Fahrtagen zurück.

Nicht etwa mit dem Klingelbeutel im Gepäck. Die gesammelten Spenden ergaben sich vielmehr aus Gesprächen, die er mit den Einheimischen in den Niederlanden, Dänemark, England, Schweden, Frankreich, Belgien und Schottland führte. Hier steckte ihm jemand eine Handvoll Kronen zu, dort gab es ein paar Pfund. Und einmal verzichtete eine Jugendherberge auf das Geld für die Unterkunft und gab ihm stattdessen ein üppiges Lunchpaket mit auf den Weg.

„Am meisten hat mich beeindruckt, wie sehr die Leute mir vertraut haben. Schließlich kannte mich ja keiner”, sagt Reis. Und fügt bedauernd hinzu: „Ich glaube nicht, dass das so in Deutschland möglich wäre.” Wie hoch die Spende nun sein wird, wusste Reis bei seiner Rückkehr noch nicht.

„Aber es gibt sicher eine schöne vierstellige Summe.” Zumal er auch aus eigener Tasche einen Betrag für jeden gefahrenen Kilometer oben drauf legen wird - wie er es in der Vergangenheit bereits nach einer Tour von Stockholm nach Aachen (2500 Kilometer) sowie einer Rundfahrt durch Neuseeland (5000 Kilometer) getan hat.
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