Pfarrer nimmt CD auf: Erinnerung an zwei Kirchen

Von: Sonja Essers
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Franz Surges und Pfarrer Dr. Andreas Frick, der Eschweiler bald den Rücken kehrt, nehmen eine CD in Herz-Jesu und St. Michael auf.

Eschweiler. Es ist eine Art Erinnerungsstück und das sogar in vielerlei Hinsicht. Vor rund zwei Monaten nahmen Pfarrer Dr. Andreas Frick und Kantor Franz Surges die Cd „Klang Spuren“ auf. Dafür hatten sich Frick und Surges die beiden Kirchen St. Michael und Herz-Jesu ausgesucht.

Die beiden Gebäude erhalten künftig – genauso wie das Pfarr- und Jugendheim St. Antonius Röhe – keine Zuschüsse mehr vom Bistum. Was mit den Kirchen geschieht, steht derzeit noch nicht fest. Bis Ende 2015 haben die Gemeinden Zeit, Lösungen im Rahmen des Kirchlichen Immobilienmanagements (KIM) zu finden. „Es ist noch nicht entschieden, wie es weitergeht“, sagt Frick und fügt hinzu: „Die CD soll für die Gläubigen ein tröstliches Zeichen sein. Wir haben diese beiden Kirchen ausgewählt um zu zeigen, dass sie noch da sind.“

Doch nicht nur an die beiden Gebäude soll die Aufnahme erinnern. Auch Pfarrer Dr. Andreas Frick schlägt einen neuen Weg ein und wird künftig der Indestadt den Rücken kehren, um in Aachen als Generalvikar tätig zu sein. So soll die CD in gewisser Weise auch an ihn erinnern. Schließlich leitet er seit 2007 die Pfarrgemeinde St. Peter und Paul. „Auf diese Weise bleibt meine Stimme weiterhin in Eschweiler“, sagt er.

Als Frick und Surges vor rund zwei Monaten mit den Aufnahmen zur CD begannen, wussten sie noch nicht, dass Fricks Weg sich bald ändern würde. Auf der CD liest der Pfarrer verschiedene biblische Texte vor. Franz Surges spielt sowohl Werke von Johann Sebastian Bach und Ludwig van Beethoven, als auch freie Orgelkompositionen und choralgebundene Orgelwerke aus der Advents- und Weihnachtszeit. „Durch das Wechselspiel von Text und Musik soll eine bestmögliche Annäherung an die praktizierte kirchenmusikalische Wirklichkeit erzielt werden“, sagt Surges.

An jeweils einem Abend hat der Kantor die Orgelwerke in den beiden Kirchen aufgenommen. Unterstützt wurde er dabei von Bernd Schmitz, der sowohl St. Michael als auch Herz-Jesu vor der Aufnahme mit Mikrofonen ausstattete. „Wir haben erst einmal den Raum ausgetestet. Das bedeutet, dass ich gespielt habe und Bernd Schmitz die Mikrofone dann an den entsprechenden Stellen aufgestellt hat. Allein das hat mit Sicherheit gute 45 Minuten gedauert“, sagt Surges. Wie lang es gedauert habe, bis die Aufnahmen fertig waren, weiß der Kantor nicht mehr. „Es ging vom frühen Abend bis in die Nacht“, meint er.

Ganz so problemlos habe dies allerdings gerade in Herz-Jesu nicht funktioniert, erinnert sich der Kantor. „Sobald hier ein größeres Fahrzeug vorbeigefahren ist, konnte ich mit dem Stück wieder von vorne anfangen“, sagt er und lacht. Natürlich habe auch der ein oder andere Verspieler die Aufnahme in die Länge gezogen.

Nervös war Surges vor den Aufnahmen jedoch nicht. Schließlich hat er bereits 2012 einen Tonträger mit dem Belgischen Rundfunk aufgenommen.

Für den Kantor war besonders folgender Aspekt wichtig: „Wenn man die CD hört, dann soll man Herz-Jesu als Herz-Jesu und St. Michael als St. Michael wiedererkennen.“ Dieser Wiedererkennungswert liege vor allem am Klang der Orgeln, ist sich Surges sicher.

Diese feiern in diesem Jahr zwei besondere Jubiläen. Die Orgel, die in der Kirche Herz-Jesu zu Hause ist, wurde vor 40 Jahren erbaut. „Sie stand vorher in der Kirchenmusikschule des St.-Gregorius-Hauses in Aachen“, sagt Surges. Die Orgel aus St. Michael bringt es immerhin auf 35 Jahre.

Doch was geschieht mit den beiden Instrumenten, wenn die Kirchen nicht mehr als solche genutzt werden? Das wissen Frick und Surges nicht. Der Kantor ist sich jedoch sicher: „Wenn wirklich der schlimmste Fall eintritt und die Kirchen in zwei oder drei Jahren nicht mehr als solche betrieben werden, was wir natürlich nicht hoffen, dann kann man die CD einlegen und sich an die Gottesdienste erinnern.“ Da es für die beiden Gotteshäuser künftig keine Bistumszuschüsse mehr gibt, wird es sehr schwer, die Gebäude weiterhin als Kirchen zu erhalten. Eine Umnutzung ist wahrscheinlich.

Nicht nur Frick und Surges waren an der CD beteiligt. Neben Bernd Schmitz half auch Dr. Martin Gruhlke mit. Er schrieb die Texte im beiliegenden Booklet.

Frick und Surges wollen mit den Aufnahmen jedoch nicht nur erinnern. „Die CD soll auch ein Präsent zu Weihnachtszeit sein“, erklärt der Pfarrer. Zu einem Preis von zehn Euro können Interessierte die Aufnahme in den beiden Pfarrbüros St. Peter und Paul sowie St. Antonius Röhe erwerben. Außerdem werden die CDs nach den Gottesdiensten und auch auf dem Eschweiler Weihnachtsmarkt angeboten.

Dabei sah es bis vor wenigen Tagen noch so aus, als würden die fertig gepressten Werke sich verspäten und erst im kommenden Monat in der Indestadt ankommen. Umso erfreuter hielten Frick und Surges die fertigen Exemplare nun in ihren Händen.

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