Pfarr-Fusionen stoßen auf wenig Gegenliebe

Von: Patrick Nowicki
Letzte Aktualisierung:
gemein2_
Die Pfarren im Norden stecken in Gesprächen. Dies bestätigt Hehlraths Pfarrer Josef Wienand. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Der strenge Sparkurs des Bistums hinterlässt in Eschweiler deutliche Spuren. Während allerdings die Gemeinden im Süden und in Mitte bereits der Aufforderung des Bischofs zu fusionieren, nachgekommen sind, scheint der Weg im Norden der Stadt noch ungewiss.

Der Pfarrer der Gemeinde St. Cäcilia Hehlrath, Josef Wienand, bestätigt erste Gespräche. In seinen Augen wollen die meisten Pfarren ihre Selbstständigkeit behalten - dann käme nur die Gründung eines so genannten „Kleinen Kirchengemeindeverbandes” in Frage. Betroffen sind die Pfarren St. Cäcilia Hehlrath, St. Blasius Kinzweiler, St. Georg St. Jöris, St. Silvester Lohn, St. Bonifatius Dürwiß und St. Severin Weisweiler, in die St. Johannes Baptist eingegliedert wurde.

Grundsätzliche Gespräche gehören in den übrigen Pfarren der Stadt der Vergangenheit an. Die ehemalige Gemeinschaft in Mitte wird als eine Pfarre St. Peter und Paul die Katholiken vereinen. Dies geschah vorrangig aus juristischen Gründen, denn bei einer Änderung hätte die Trägerschaft des Hospitals und des Hauses St. Josef neu beantragt werden müssen. Ein aufwändiges Verfahren.

Den Namen der ehemaligen Gemeinschaft im Süden bestimmten die Katholiken nach einer Wahl selbst: Heilig Geist. Der Bischof teilte am Wochenende in einem Schreiben mit, dass die Pfarrkirche St. Marien in Röthgen als Hauptkirche der neuen Pfarre angesehen wird. Die anderen Gotteshäuser im Süden behalten ihren Namen. Sowohl in Mitte als auch im Süden wird jeweils nur ein Gemeinderat und ein Kirchenvorstand über die Geschicke der neuen Großpfarre entscheiden.

Etwa 13.000 Seelen umfassen die drei großen vom Bistum avisierten Einheiten in Eschweiler. Im Norden gab es bis vor wenigen Monaten noch keine Bestrebungen, die Pfarren unter einen Mantel zu nehmen. Bisher haben dort erst zwei Sitzungen stattgefunden, an denen auch Vertreter des Bistums teilnahmen.

„Es ist ja nicht so, dass das Bistum nun den Knüppel aus dem Sack lässt. Es war lange bekannt, dass die Entwicklung so kommen würde”, sieht Josef Wienand Nachholbedarf im Norden. Er selbst ist als Pfarrer an den Gesprächen beteiligt und rechnet erst in einigen Wochen mit klaren Ergebnissen. Allerdings werden ab dem 1. Januar des nächsten Jahres die Kirchensteuermittel nicht mehr an die einzelnen Pfarren gezahlt, so dass ein Zusammengehen unabwendbar ist.

Zwar ist die Fusion im Süden faktisch vollzogen, aber in einem ausführlichen Brief an den Bischof sparten die Gemeinderäte nicht mit Kritik am Vorgehen des Bistums: „Fusionen bisher selbstständiger Gemeinden sind nicht Ausdruck dessen, was sich die Menschen erhoffen”, heißt es in dem Schreiben. Sie befürchten einen „Schwund der aktiv in der Gemeinde engagierten und gebundenen Christen”.

Dass auch die Arbeit für den Geistlichen in einer Großpfarre nicht abnimmt, bestätigt Dieter Genten, Pfarrer der neuen Pfarre Heilig Geist: „Aber dies liegt nicht an den Fusionen, sondern am Priestermangel.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert