Eschweiler - Personeller Engpass: 5000 Seelen stehen derzeit ohne Priester da

Personeller Engpass: 5000 Seelen stehen derzeit ohne Priester da

Von: Patrick Nowicki
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Baustelle: Der Platz und die Mauer vor der St.-Bonifatius-Kirche in Dürwiß werden derzeit saniert. Die Pfarre steht derzeit ohne Priester da, weil Pastor Ralph Osnowski erkrankt ist. Wann er zurückkehrt ist ungewiss. Foto: Patrick Nowicki
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Pfarrer für Lohn, St. Jöris, Kinzweiler und Hehlrath: Dr. Rainer Hennes. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Die Katholiken im Norden der Stadt müssen derzeit Geduld aufbringen. Aktuell ist dort nur Dr. Rainer Hennes als Geistlicher tätig. Er wird im Pastoralteam unterstützt von Pfarrer Norbert Crampen als Subsidiar sowie dem Diakon Günter Schiffeler und Manfred Joussen als Gemeindereferent.

Pfarrer Ralph Osnowski weilt nach einer Erkrankung in Kur. Wann er nach Dürwiß zurückkommt, ist ungewiss. Der langjährige Pfarrer in St. Cäcilia Hehlrath, Josef Wienand, starb im vergangenen Februar. Die Personaldecke ist dünn, Termine sind schwer zu erhalten.

An den Weihnachtstagen halfen Priester und von der Kirche ausgebildete Laien der Gemeinden in Mitte und im Süden aus, damit keine Messe im Norden der Stadt ausfallen musste. Die Situation für die etwa 10000 Katholiken dort (Stand 2014) stellt sich ohnehin anders dar als in den anderen Gemeinschaften der Gemeinden Eschweilers.

Während der Zusammenschluss von St. Peter und Paul sowie von Heilig Geist relativ reibungslos über die Bühne ging, hakt der Prozess im Norden noch.

Der Vorsitzende des Kirchengemeindeverbandes Eschweiler-Nord, Dr. Rainer Hennes, nennt die geografische Lage und die Historie als Gründe dafür, dass die einzelnen Gemeinden noch nicht enger zusammengefunden haben.

„Wenn man sich die Eschweiler Landkarte anschaut, dann reicht die Spanne vom äußersten Osten bis zum äußersten Westen der Stadt“, sagt er. Die Wege für die Mitarbeiter im Pastoralteam seien darum lang. Zudem seien Kinz­weiler, Dürwiß und Weisweiler auch politisch einst eigene Gemeinden gewesen.

Das Bistum denkt nicht darüber nach, für den Norden einen zusätzlichen Priester zu beauftragen. Die Frage, ob dies auch eine Folge des Priestermangels sei, beantwortet der Sprecher des Bistums Aachen, Stefan Wieland, mit den Worten: „Ja, das kann man natürlich so sehen. Aber dies betrifft nicht nur das Bistum Aachen, sondern auch andere Bistümer in Deutschland.“ Derzeit würden die Seelsorger der GdGs Eschweiler-Mitte und -Süd mit großem Engagement aushelfen.

Wenig Ehrenamtler im Norden

Der personelle Engpass wird selbst bei Beerdigungen spürbar. Immer seltener kann man sich mit einer Eucharistiefeier von dem Verstorbenen verabschieden, meist werden Wortgottesdienste abgehalten, die auch von Laien geleitet werden können. Ehrenamtler mit einer solchen kirchlichen Ausbildung sind allerdings im Norden dünn gesät. Man wolle darum mehr Menschen gewinnen, sich in der Kirche zu engagieren, sagt Stefan Wieland.

Dr. Rainer Hennes, der im September 1989 als Priester die Leitung der Kinzweiler Pfarre St. Blasius übernahm, kümmert sich als Geistlicher inzwischen auch um St. Jöris, Hehlrath, Lohn und eben Kinz­weiler. Ab und zu liest er Messen in Dürwiß, wenn sein „Terminkalender dies zulässt“. Auch in seinen Augen führt der Priestermangel dazu, dass man bestimmte Dinge in Zukunft nicht mehr als selbstverständlich erachten könne.

Größere Probleme gab es in Dürwiß seit dem Ausfall von Pfarrer Ralph Osnowski bislang noch nicht. Allerdings sind in den vergangenen Wochen in dem Stadtteil vergleichsweise wenig Menschen verstorben, sodass auch weniger Beerdigungen als üblich anstanden. Etwa 60 Bestattungen finden jährlich dort im Schnitt statt. Im Frühjahr und Sommer wird allerdings die Zahl der Hochzeiten deutlich steigen. Auch dadurch werden die Termine für das Pastoralteam im Norden zunehmen.

Crampen als Subsidiar

Einige Personalien sind noch ungeklärt. In Weisweiler hat Hannokarl Weishaupt, der Leiter der GdG Süd, die Pfarradministration im Sommer übernommen. Die Gottesdienste dort hält meistens als Subsidiar Pfarrer Norbert Crampen, der in der Weisweiler Gemeinde zwar ausgesprochen beliebt ist, allerdings in Aachen wohnt und dort auch als Lehrer tätig ist.

Die Leitung der Gemeinschaft der Gemeinden im Norden ist vakant: Sie hatte Josef Wienand bis zu seinem Tode im vergangenen Februar inne. Seitdem wurde die Funktion nicht neu vergeben. „Das Bistum Aachen wird die Wiederbesetzung der Stelle des Leiters gemeinsam mit Pfarrer Ralph Osnowski und Pfarrer Dr. Rainer Hennes besprechen“, teilt Wieland mit.

Wann Ralph Osnowski zurückkehrt, sei jedoch nicht absehbar, heißt es offiziell. Ende dieses Monats soll die Kur des Geistlichen enden, dann sind intensive Gespräche vorgesehen. Dabei wird das Bistum auch die Frage klären müssen, ob Pfarrer Ralph Osnowski zusätzlich zu seiner Arbeit in Dürwiß auch andere Pfarren übernehmen soll und kann.

Es ist also einiges zu tun in der Gemeinschaft der Gemeinden Nord. Da passt es, dass sich der Kirchenvorplatz in Dürwiß in eine große Baustelle verwandelt hat. Die Mauer, Treppen und Pflaster werden erneuert. Im Frühjahr sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Dann sollten auch die Personalfragen in der GdG Nord geklärt sein.

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