Eschweiler - Pennäler führen „Besuch der alten Dame” auf

Pennäler führen „Besuch der alten Dame” auf

Von: anka
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„Eine Milliarde für die Gere
„Eine Milliarde für die Gerechtigkeit”: Die alte Dame Claire (Laura Krahe) sichert der Stadt Güllen ihre finanzielle Unterstützung zu, wenn ihr ehemaliger Geliebter Alfred III. (Björn Doll) getötet wird. Foto: Anne Karduck

Eschweiler. „Geld regiert die Welt”- hinter diesem oftmals so salopp dahergesagten Sprichwort steckt vielmehr, als man eigentlich meinen könnte. Zumindest spielt die Käuflichkeit des Seins in Friedrich Dürrenmatts tragischer Komödie „Der Besuch der alten Dame” eine entscheidende Rolle.

Und gerade dieses Stück mit seinem heute ebenso noch brisanten Grundtenor hatte die 32 Schüler des Literaturkurses der 12. Jahrgangsstufe des Städtischen Gymnasiums unter der Leitung ihres Lehrers Christian Kraus so begeistert, dass sie es auf die Bühne bringen wollten. Und siehe da: Bei der Premiere am Samstagabend in der Aula des Städtischen Gymnasiums bestanden die jungen Schauspieler die Feuertaufe mit Bravour.

Rachefeldzug

Allen voran: Die alte Dame Claire Zachanassian (Laura Krahe/ Frederike Braun), die als Milliardärin in ihre verarmte Heimatstadt Güllen zurückkehrt, um an ihrem ehemaligen Geliebten Alfred III. (Björn Doll) Rache zu nehmen. Denn dieser hatte sie in jungen Jahren geschwängert und die Vaterschaft geleugnet, sodass Claire entehrt die Stadt verlassen musste. Durch mehrere Ehen wird sie jedoch sehr vermögend, sodass sich die Bewohner und der Bürgermeister von Güllen (Thomas Liepe/ Franziska Strathmann) von ihr finanzielle Unterstützung versprechen. „Die Welt gehört mir”, tritt die alte Dame bei ihrem Besuch arrogant und dominant auf, die sofort ihre Bedingung formuliert: „Ich will Güllen eine Milliarde schenken, wenn ich mir die Gerechtigkeit kaufen kann. Alfred soll getötet werden.” Völlig schockiert von ihrem Angebot, lehnt es der Bürgermeister „im Namen der Menschlichkeit” ab.

Verzweiflung

Alfred III. als beliebtester Bürger der Stadt ist der Überzeugung, dass seine Mitbürger hinter ihm stehen und das Angebot der alten Dame abschlagen. Doch mit der Zeit wird er ein wenig skeptisch: Die Bewohner scheinen immer mehr Geld auszugeben und sich neue Kleidung zu kaufen. Daraufhin bittet er die Polizistinnen (Anna Zantopp, Emily Markus), Claire verhaften zu lassen. Doch ebenso wie der Bürgermeister versichern sie ihm, dass ihm nichts passieren werde. In seiner Verzweiflung wendet sich Alfred schließlich an den Pfarrer (Mirko Kremer/ Christian Frank), der ihm rät, die Stadt zu verlassen. Jedoch verpasst er den Zug, sodass er in Güllen bleiben muss. In einem Gespräch zwischen dem Arzt (Alex Esser/ Andreas Kerres), der Lehrerin (Lena Heuser) und der alten Dame stellt sich heraus, dass Claire die Stadt mit ihrem Vermögen bereits gekauft hat. „Konjunktur für eine Leiche”, gibt sie den beiden Bürgern abermals mit auf den Weg.

Mit der Zeit ändert sich jedoch die Stimmung der Güllener, die von einer Reporterin (Gobika Logeswaran) ausgehorcht w erden, und sie beginnen, Alfreds früheres Verhalten zu verurteilen. Die Bitte des Bürgermeisters, Alfred solle sich selbst töten, lehnt er ab. Schließlich beschließen die Bürger auf einer Stadtversammlung, darunter sogar seine neue Frau (Stefanie Cremer/ Lea Fiedler) und seine Tochter (Anna Zantopp), Alfred zu töten, woraufhin der Arzt als offizielle Todesursache einen Herzinfarkt angibt. Das Ziel ihres Besuchs in Güllen erreicht, übergibt Claire dem Bürgermeister den Scheck über eine Milliarde und verlässt die Stadt.

Mit jeder Menge Witz und Humor verpackt, boten die Gymnasiasten ihrem Publikum ein fantastisch dargebotenes Stück, das einmal mehr kritisiert, dass Menschen für Geld fast alles tun würden. „Mein Grundansatz war es, dass wir das Stück aus dem Team erarbeiten”, lobte Lehrer Christian Kraus die Eigendynamik, die die Gruppe im Laufe der vielen Proben in den vergangenen Wochen entwickelt habe.

Ihm habe die Arbeit mit den jungen Schauspielern wahnsinnig viel Spaß gemacht. Und das Ergebnis konnte sich bei der Bühnenpremiere mehr als sehen lassen: Bravourös und professionell meisterten die Schüler des Literaturkurses ihre Aufgabe.

Noch drei weitere Vorstellungen

Weitere Vorstellungen finden am Mittwoch, 13. Juli, Freitag, 15. Juli und Mittwoch, 20. Juli, jeweils um 20 Uhr in der Aula des Städtischen Gymnasiums statt. Karten sind an der Abendkasse und in der Buchhandlung Librodrom erhältlich.

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