Pendler-Statistik: 14.677 fahren raus, 12.448 kommen rein

Von: Tobias Röber
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Rein in die Indestadt, raus aus der Indestadt: Täglich pendeln viele Menschen. Eschweiler liegt zentral in der Städteregion und Autofahrer sind schnell auf den beiden Autobahnen A 4 und A 44. Foto: Tobias Röber

Eschweiler. Gerade an den Karnevalstagen betonen viele Eschweiler Bürger, wie einzigartig ihre Heimatstadt ist und dass man diese eigentlich ja gar nicht verlassen muss. Das mag stimmen, wenn es ums Feiern der fünften Jahreszeit geht, für Berufstätige gilt das jedoch nicht. Viele Indestädter pendeln in andere Städte, aber in Eschweiler arbeiten auch viele Menschen aus anderen Gemeinden.

Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) veröffentlicht jedes Jahr die Pendlerrechnung und die aus dem Jahr 2014 haben wir uns für Eschweiler einmal genau angesehen.

Zahlreiche Daten

Erfasst werden die Pendelströme zwischen den Gemeinden in Nordrhein-Westfalen und die Pendelbewegungen, die über die Grenzen Nordrhein-Westfalens beziehungsweise Deutschlands hinausgehen. Zudem werden für jede Gemeinde ausgewählte Merkmale der Pendler ausgewiesen.

Diese sind unter anderem unterteilt in Geschlecht, Alter und Beschäftigungsumfang. Berücksichtigt werden alle Pendler, die einer Erwerbstätigkeit nachgehen – ganz gleich in welchem Umfang. Möglich ist alles, ob Vollzeit, Teilzeit oder Selbstständigkeit.

Erfasst wird allerdings jeweils nur die Haupttätigkeit der Pendler. Und das sind landesweit eine ganze Menge: Etwa die Hälfte der 8,87 Millionen Erwerbstätigen in Nordrhein-Westfalen pendelte im Jahr 2014 täglich über die Grenzen ihres Wohnortes hinweg zur Arbeit. Die Zahl der Berufseinpendler (4,46 Millionen) war dabei höher als diejenige der innergemeindlichen Pendler (4,40 Millionen).

Allein nach Köln (311.100), Düsseldorf (289.100) und Essen (145.500) pendelten zusammen täglich nahezu eine dreiviertel Million Erwerbstätige. Doch auch in den kleineren Städten ist stets einiges in Bewegung.

12.448 Menschen pendelten 2014 nach Eschweiler, darunter 4855 Frauen. 14.677 Menschen pendelten aus Eschweiler in andere Kommunen, unter ihnen waren 6329 Frauen. Aachen (1920), Stolberg (1890) und Alsdorf (1223) sind die drei Städte, aus denen es die meisten Pendler in die Indestadt zieht. Aus Köln sind es 146 Menschen. Bei den Auspendlern steht die Domstadt hingegen auf Platz drei (896). Wie bei den Einpendlern liegen Aachen (5649) und Stolberg (1778) auf den Plätzen eins und zwei. Auch nach Grevenbroich (118) und Mönchengladbach zieht es einige Indestädter. Die Einpendlerquote, also der Anteil der Einpendler an den Erwerbstätigen am Arbeitsort, liegt in Eschweiler bei 51,2 Prozent.

Bis 80 Kilometer ist plausibel

Der Pendelweg von übergemeindlichen Pendlern innerhalb Nordrhein-Westfalens bzw. Deutschlands gilt noch als täglich bewältigbar und damit – so der Fachbegriff – plausibel, wenn die Luftlinienentfernung zwischen Wohn- und Arbeitsort 80 Kilometer nicht überschreitet. Pendeldistanzen von innergemeindlichen Pendlern, also innerhalb einer Gemeinde, gelten grundsätzlich als plausibel.

Bei Beschäftigten, die vom Ausland nach Nordrhein-Westfalen einpendeln, gilt die Pendeldistanz als plausibel, wenn der geografische Mittelpunkt der Arbeitsgemeinde nicht mehr als 45 Kilometer von der Grenze entfernt liegt. Unter den Top-15-Zielen für Auspendler sind – wie erwähnt – Köln mit 51,2 Kilometern und Düsseldorf (209 Pendler, 59,1 Kilometer) die am weitesten entfernten Städte.

Größte Gruppe: 45- bis 55-Jährige

Blickt man auf die Altersstruktur der Pendler, ergibt sich folgendes Bild: Von den 12 448 Einpendlern sind 1250 unter 25 Jahre alt, 2778 zwischen 25 und 35 Jahre und 2680 zwischen 35 und 45 Jahre alt. Die größte Gruppe der Einpendler ist mit 3785 Personen die der 45- bis 55-Jährigen. Bleiben die 55- bis 65-Jährigen (1879) und die kleinste Gruppe (58 Einpendler) der Menschen ab 65 Jahre.

Bei den 14.677 Auspendlern sieht es wie folgt aus: unter 25 Jahre (1521), 25 bis 35 Jahre (3246), 35 bis 45 Jahre (3110), 45 bis 55 Jahre (4274), 55 bis 65 Jahre (2434) und 65 Jahre und älter (92).

4961 der 12.448 Einpendler sind im produzierenden Gewerbe tätig (3946 Männer, 1015 Frauen), 7487 (3647 Männer, 3840 Frauen) im Dienstleistungsgewerbe.

Daten seit 1998

Von den Auspendlern sind 5389 Personen (4123 Männer, 1266 Frauen) im produzierenden Gewerbe beschäftigt und 9288 (4225 Männer, 5063 Frauen) im Dienstleistungsgewerbe.

IT.NRW veröffentlicht als statistisches Landesamt seit 1998 die Pendlerrechnung Nordrhein-Westfalen auf freiwilliger Basis. Sie liefert Informationen über die Pendelbewegungen der Erwerbstätigen auf Gemeindeebene. Diese Angaben sind aus arbeitsmarkt- und umweltpolitischer Sicht von großer Bedeutung. Die Ergebnisse werden sowohl für Arbeitsmarktbeobachtungen, Strukturanalysen als auch für Planungszwecke verwendet.

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