Eschweiler - Patientin gründet Leukämie-Selbsthilfegruppe

Patientin gründet Leukämie-Selbsthilfegruppe

Von: ran
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Möchten Leukämie-Patienten mit einer Selbsthilfegruppe die Möglickeit geben, sich mitteilen zu können: Gisela Scheufen und Privat-Dozent Dr. Peter Staib. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Leukämie ist eine heimtückische Krankheit. Mehr als 10.000 Menschen erkranken in Deutschland pro Jahr an dieser aggressiven Krebsart. Gisela Scheufen erhielt die Nachricht, dass sie an akuter Leukämie leide, im vergangenen Februar. Doch nach dem ersten Schock nahm die 36-Jährige aus Gangelt den Kampf auf.

Drei schwere Monate im St.-Antonius-Hospital folgten. Nach anfänglichen Problemen schlug die Therapie schließlich an. Heute ist das Knochenmark von Gisela Scheufen zwar leukämiefrei, der Kampf gegen den Blutkrebs ist aber noch nicht endgültig gewonnen. Die Rückfallquote ist hoch. Weitere Chemotherapien werden folgen.

Trotzdem möchte die dreifache Mutter sowohl für sich als auch für andere Patienten etwas tun. Unterstützt von Privat-Dozent Dr. Peter Staib, Chefarzt der Klinik für Onkologie und Hämatologie am St.-Antonius-Hospital, gründete sie eine Selbsthilfegruppe für Leukämie- und Lymphom-Erkrankte.

„Während meiner Krankheit haben mir unglaublich viele Menschen Glück gewünscht und für mich gebetet. Diese Anteilnahme hat mir sehr geholfen. Ich möchte nun etwas davon weitergeben und dazu beitragen, anderen Patienten Kraft zu geben”, nennt Gisela Scheufen einen ihrer Beweggründe.

Während ihres Aufenthalts im Hospital recherchierte sie viel über die Leukämie im Internet, setzte sich aber auch mit Sozialarbeitern, Theologen und Psychologen zusammen. Darüber hinaus lernte sie einige Patienten auf ihrer Station kennen. „Wir haben ein nettes Verhältnis zueinander entwickelt und auch gemeinsam gelacht”, denkt die gelernte Kinderkrankenschwester zurück. „Schließlich gibt es auch noch etwas nach der Krankheit.”

Nach ihrer Entlassung im Juli suchte Gisela Scheufen nach einer Selbsthilfegruppe. „Davon gibt es eine ganze Menge. Allerdings überwiegend für ältere Menschen. Jüngere Patienten bewegen aber häufig andere Themen”, hat sie festgestellt. So entstand langsam die Idee, selbst eine Selbsthilfegruppe ins Leben zu rufen.

Damit lief die Gestalttherapeutin bei ihrem behandelnden Arzt Dr. Peter Staib offene Türen ein. „Ich werde diese Gruppe mit maximalem Einsatz unterstützen. Neben der medizinischen ist nämlich auch die psychologische Behandlung der Patienten von großer Bedeutung”, so der Privat-Dozent, der vor seiner Tätigkeit am St.-Antonius-Hospital bereits 15 Jahre lang Leukämie-Erkrankte an der Universitätsklinik Köln betreute.

„Wir möchten den Patienten Raum geben, sich mitteilen zu können. Neben Ärzten sollen auch unter anderem Ernährungsberater und Sozialarbeiter bei den monatlichen Treffen dabei sein. Zu den behandelten Themen werden auch die finanziellen Auswirkungen der Krankheit gehören. Wie sieht es mit der Rente aus? Welche Möglichkeiten gibt es, mit seinen Ängsten umzugehen? Welche Techniken sind anzuwenden, um diese zu minimieren? Ich habe zum Beispiel mit Meditation und autogenem Training gute Erfahrungen gemacht”, möchte Gisela Scheufen den Mitgliedern der Selbsthilfegruppe möglichst ein „Rundumpaket” anbieten. „Auch Fachvorträge sollen das Wissen der Betroffenen vergrößern”, ergänzt Dr. Peter Staib.

Das erste Treffen der Leukämie-Selbsthilfegruppe am St.-Antonius-Hospital fand am 8. Januar statt. Mit von der Partie war mit Michael Enders auch der Vorsitzende der Leukämie- und Lymphom-Hilfe Köln, der für die Organisation einiger Selbsthilfegruppen im Bereich Nordrhein verantwortlich zeichnet und selbst einmal Patient von Dr. Peter Staib war.

„Mit sieben Personen war die Resonanz zufriedenstellend”, zieht Gisela Scheufen ein positives Zwischenfazit. Die angehende Gestalttherapeutin, die sich momentan noch im Erziehungsurlaub befindet, würde nach Ablauf der Elternzeit gerne wieder in ihrem erlernten Beruf arbeiten. „Ob das möglich sein wird, bleibt abzuwarten”, blickt sie nach vorne.

Den Lebensmut wird Gisela Scheufen aber keinesfalls verlieren. „Ich möchte meine drei Kinder aufwachsen sehen”, nennt sie ein Ziel. Und schaut hoffnungsvoll dem 8. Februar 2013 entgegen: „Dann soll eine große Party steigen. Nach fünf Jahren ohne Rückfall gilt man nämlich als geheilt.”
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