Eschweiler - Pat O‘May stimmt bei „Blues meets Rock“ etwas härtere Töne an

Pat O‘May stimmt bei „Blues meets Rock“ etwas härtere Töne an

Von: psi
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Rockte das „Rio“ am Montagabend: der frische Franzose Pat O‘May. Foto: Paul Santosi

Eschweiler. „I‘m a funny guy“. Übersetzt etwa: „Ich bin ein lustiger Typ.“ So stellte sich Pat O‘May am Montagabend im Rio in der Schnellengasse seinem Publikum vor. Da hatte er nicht ganz unrecht, denn lustig und unterhaltsam war die über zweistündige Show mit seiner Band im Rahmen der Clubkonzert-Reihe „Blues meets Rock“ tatsächlich.

So richtig schwermütigen Traditions-Blues wie sonst oft gab es zur Freude der Rock-Fans aber nicht. O‘May, der bislang sieben Alben produzierte und auch schon mit Jethro-Tull-Gitarrist Martin Barre zusammenarbeitete, nennt Ritchie Blackmore als eines seiner Idole. Und der machte ja bekanntlich schon Hard Rock in einer Zeit, als der Musikmarkt noch nicht gefühlte 120 unterschiedliche Metal-Kategorien benötigte, um etwas aggressivere Klänge an den Mann zu bringen.

In die Abteilung „härtere Gangart“ gehörte das Repertoire von Pat O‘Mays Quartett zweifelsfrei. Es brauchte ungefähr 20 Minuten, bis die vier Jungs auf der Bühne auch mal eine etwas langsamere Ballade zum Durchatmen anklingen ließen. Zwischenzeitlich erkannten einige Gäste übrigens die frappierende Ähnlichkeit von Pat O‘May mit Bernd Bernholz, dem Gitarristen der Dürener Mundartband „De Halunke“.

Als eine Art ethnologischer Wundertüte entwickelte sich der Abend auch hinsichtlich der musikalischen Erwartungen. Von irisch beeinflusstem „Celtic-Rock“ zu sprechen, wenn der Hauptakteur eigentlich aus der Bretagne stammt, mag seltsam anmuten. Aber Kelten waren im ersten vorchristlichen Jahrtausend ja nahezu alle heutigen Europäer und Pat O‘May lieferte auf seiner Gitarre auch wunderbar dudelsackähnliche Sounds und Läufe, die seiner irischen Großmutter alle Ehre gemacht hätten.

Als Hommage an die grüne Insel spielte die Combo zum Abschluss des ersten Sets das unvermeidliche „Whiskey in the jar“ von Thin Lizzy in einer ziemlich knalligen Rock-Version. Das alles wie bereits erwähnt zur großen Freude des Rio-Publikums, das das Pat-O‘May-Quartett immer wieder mit reichlichem Zwischenapplaus beschenkte.

Der Bretone ist zwar klein an Körpergröße, war aber an diesem Abend riesig in Sachen Gitarre und Gesang. Er verriet in der Pause, dass er zum ersten Mal in Deutschland spiele und das ihm dies eine Menge Spaß bereite. Leider habe er am Konzert-Montag so gut wie nichts von Eschweiler sehen können, wozu ihm ein offensichtlich schelmischer Gast spontan und herzlich gratulierte.

Kleine Notiz am Rande: Klaus Schmidt, seit Jahrzehnten unermüdlicher Idealist, Bandbegleiter und Konzertorganisator, feierte am Montag mit den Gästen von „Blues meets Rock“ und der Pat O‘May-Band vor Ort seinen 58. Geburtstag und erwies er sich dabei als generöser Gastgeber.

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