„Passagen“ mit Zeichnungen, Skulpturen und Plastiken

Von: mah
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„Passagen“ luden zum Dialog mit der Kunst und den Künstlern in der Galerie Art Engert. Foto: Manuel Hauck

Eschweiler-Röthgen. Keine Malerei fand sich bei der Vernissage der Ausstellung „Passagen“, zu der Anita Engert in ihre Galerie Art Engert geladen hatte. Zeichnungen, Plastiken, Skulpturen und Cutouts – am Sonntagnachmittag und bei herbstlicher Sonne vereinte Engert acht Künstler, die Besonderheiten und Höhepunkte ihres künstlerischen Schaffens ausstellen und die Bandbreite stilistischer Möglichkeiten darbieten.

Kontraste, die harmonisch verbunden wurde, offenbarten sich. Nachdem ein erster Umtrunk im Parkgarten in der Wilhelmstraße auf lockere Art zum Zusammenkommen führte, ließ sich die Vernetzung in den Räumen der Galerie Art Engert begutachten. Die Herausforderung, acht Künstler mit ihren verschiedenen Stilarten auf vergleichsweise kleinem Platz in Einklang zu bringen, das gelingt der Galerie, die mit der Ausstellung „Passagen“ auf ihre Vernetzung in der Szene zählen konnte.

Anita Engert begrüßte die Gäste, dabei vor allem die Vertreter aus Rat und Politik und gestand sogleich am Anfang: Malerei wird heute nicht zu erleben sein. Die Gäste mussten also verzichten, wurden sie jedoch mit einer Vielfalt entlohnt, die abseits der am häufigsten vertretene Kunstart, besteht.

Zeichnungen, Skulpturen, Plastiken und Cutouts – so verschieden die Stile, so verschieden sind die Werke der ausstellenden Künstler. Erstmalig im Boot von Art Engert sitzt Ekkehart Panek, der die Vernetzung des Menschen im 21. Jahrhundert sieht.

Die Digitalisierung und die künstliche Intelligenz fließen in seine Werke, werden teilweise kritisch interpretiert und münden in Plastiken mit Fragmenten menschlichen und tierischen Lebens, die in kristalline und abstraktere Strukturen übergehen. Ein Kontrast, der ebenso in den C-Prints deutlich wird und, so Galeristin Engert, als Kampf gedeutet werden könne. Ebenfalls im Bereich der Skulpturen angesiedelt ist Ingrid Roscheck, die eine kreative Formgebung weiterentwickelt und Tonfiguren, teils auch mit Studenten der Uni Köln gemeinsam, erschafft.

Die Zeichnung als Urmutter der bildenden Kunst ist dreifach vertreten. International renommiert, stellt der Spanier José Maria Guerrero aus seiner Serie aus, bei der schwarz-weiße Licht-Schatten-Spiele den Bezug zur Natur, vor allem zum Wasser in den Mittelpunkt stellen. Nachhaltige Eindrücke und einzigartige Charakterstärke, so lobte ihn Anita Engert bei der Eröffnung. Dieter Rogge und Ansgar Skiba sind neben Guerrero die beiden weiteren Zeichner.

Ersterer kreierte nach dreijähriger Reise in Frankreich ein weiteres Werk aus der Gruppe „Kathedralen“ und bewies seine Fingerfertigkeit mit der feinen Feder bei zarten Strichen und gleichzeitig der schweren Flächen. Skibar als letzter Zeichner fängt mit eher farbenreichen Bildern Strukturen ein, die keinesfalls nur Vorlage sind, sondern als eigenständige Werke dienen, die bereits in der Röher Parkklinik ausgestellt wurden. Aufgrund der hohen Nachfrage von Museen konnte nur ein kleiner Auszug seiner Momentaufnahmen – Landschaft, Eis, Gewässer, Gewitter und Regengüsse – in der Galerie Art Engert platziert werden.

Lyrische Auszüge

Die Südtirolerin Annemarie Langer sorgt für eine weitere Facette mit ihrer Pfauenserie. Mit Ewigkeitswert, da ihre Werke wie in Stein gehauen anmuten, wendet Langer den Fotodruck an, der anschließend auf Bleifolie gestanzt und mit lyrischen Auszügen überblendet wird. Nach ihrer schriftlichen Abhandlung, kreiert sie, so Engert, sensible Wahrnehmungsmomente zwischen Ästhetik und Entsetzen.

Mit dem Rheinischen Kulturpreis 2014 ausgezeichnet, schafft die siebte Künstlerin im Bunde, Zipora Rafaelov, sogenannte Cutouts, Werke mit skulpturalen und grafischen Bezügen und stellt eine der wenigen farbigen ihrer reliefartigen Arbeiten aus. André Schweers komplettiert zu guter letzt die Ausstellung mit seinen aus Papier geformten Objekten. Erdbraunfarben wecken seine Werke Assoziationen zu in Steilwände gegrabene Höhlen und enge Verknüpfungen zu den aktuellen Themen Flucht, Vertreibung, Krieg, Hunger und Tod.

Anita Engert freut sich, diese Vielfalt als vereinende Ausstellung präsentieren zu können und hatte sich bis zur Vernissage wohl überlegt, welche Werke in welcher Weise gut miteinander harmonieren können. Im März dieses Jahres, erklärte sie, begannen die Planungen; eine logistische Herausforderung, die Kunstwerke in die Inde-stadt zu holen.

Eine große Skulptur trotzte den stürmischen Verhältnissen der vergangenen Tage nicht, so dass auf sie im Parkgarten verzichtet werden musste. Bis zum 4. November lädt die Ausstellung nun zu „Passagen“, so Engert, als Höhepunkte und Zwischenstationen künstlerischen Schaffens. Öffnungszeiten der Galerie: dienstags bis freitags 13-19 Uhr und samstags nach Vereinbarung.

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