Eschweiler - „Parforceritt“ durch 2000 Jahre Eifel

„Parforceritt“ durch 2000 Jahre Eifel

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Duo Gnadenlos: Hubert vom Venn (rechts) und Achim Konejung sind heute Abend im Talbahnhof zu erleben. Auch im neuen Programm spielt das Duo virtuos auf dieser Klaviatur der Vorurteile.

Eschweiler. „2000 Jahre Eifel – Die Jubiläumsrevue“ heißt es am Mittwoch, 11. Januar, 20 Uhr, im Talbahnhof, wenn Achim Konejung und Hubert vom Venn auf der Talbahnhofbühne stehen. Im vierten gemeinsamen Programm sind die Rollen zwischenzeitlich zementiert: Achim Konejung als zugezogener „ewiger Imi“ in der Eifel.

Konterpart des stimmgewaltigen Großstädters: das quirlige Eifeler Urgestein Hubert vom Venn. Seit Generationen hier fest verwurzelt. Auch im neuen Programm spielt das Duo virtuos auf dieser Klaviatur der Vorurteile. Zieht Politik, Vereinsleben und die Geschichte der Region gnadenlos durch den Kakao. Das Geniale und gleichzeitig Fatale daran: Jeder dieser Seitenhiebe lässt sich belegen. Und manchmal muss man die Geschichte nicht bis zur Römerzeit zurückblättern…

Ob Braunkohleabbau, Brexit oder „Eifel-Berlusconis“ – Konejung und vom Venn nehmen jedes (Tabu-)Thema in die Mangel, häckseln es in einem mörderischen Tempo durch. Das neue „Jubiläumsprogramm“ strotzt vor Fallstricken, Seitenhieben und Anspielungen. Mit hanebüchener Leichtigkeit und grandiosem Geschichtswissen präsentieren Achim Konejung und Hubert vom Venn in 90 Minuten einen „Parforceritt“ durch 2000 Jahre Eifel.

Auslöser für diese Jubiläums-Revue ist der Fund einer historischen Tonscheibe, die ein Vulkan in Rockeskyll ausgespuckt hat und die gesamte Region in helle Aufregung versetzt. Endlich lässt sich die Erfindung der Eifel genau datieren – auf den 5. März des Jahres 17. Natürlich soll diese Sensation mit einem gigantischen „Brillant“-Fest gefeiert werden.

„So etwas noch nie Dagewesenes wie Ritterspiele“ oder ein eigens komponiertes Musical, in dem die Nibelungen-Sage in grandioser Neubesetzung – mit Andrea Berg und Helene Fischer als Kriemhild und Brunhild – auf die Bühne kommt. Doch schon bei der Vorplanung scheppert es gewaltig hinter den Kulissen. Dabei ist die Frage, wie das Wort „Brillant“ geschrieben wird, noch das kleinste Problem. Um in die Story einzuführen, kündigt Konejung mit näselnder Stimme als Moderator von „Radio Vulkaneifel“ eine „Lifeschalte“ ins Kreishaus an, wo ein desorientierter Landrat sich um Kopf und Kragen redet.

Tastenstark besingt Konejung kurz darauf die „Eifel-Berlusconis“. Verhaltensauffällige Jungs, denen bereits in ihrer Schulzeit fiese Intrigen Spaß machten.

Als Leader-Region Eifel wollen die Festival-Organisatoren natürlich jeden Vorteil für sich nutzen. Klar, dass deshalb auch die Hermann-Schlacht hier stattgefunden haben muss.

Für Hubert vom Venn ist die Indizienkette eindeutig. Wer kenne es nicht, das Lied „Als die Römer frech geworden“, argumentiert er. Und wie lautet der Refrain? „Sim-se-rim-sim-sim-sim-sim,“ komplettiert das Publikum. Richtig, bestätigt der Kabarettist. Damit sei doch eindeutig belegt, dass diese historische Schlacht in Simmerath stattgefunden habe und präsentiert eine kleine, silberne Hermann-Statuette mit aufgerecktem Schwert.

Für nachhaltige Zweifler hat er gleich das nächste Argument parat: „Schauen Sie einfach mal ins Simmerather Telefonbuch. Hier wimmelt es von Hermanns.

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