Eschweiler - Papstwahl weckt Gedanken an die eigene Priesterweihe

Papstwahl weckt Gedanken an die eigene Priesterweihe

Von: julia Meuser
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Hat sehr emotionale Erinnerungen an Joseph Kardinal Ratzinger: Dr. Andreas Frick. Foto: Julia Meuser

Eschweiler. Am Mittwoch richteten sich alle Augen auf die Geschehnisse in der Vatikanstadt Rom. Jeder verfolgte gespannt die Nachrichten und wartete auf den einen Moment, wenn aus dem wohl berühmtesten Kamin der Welt weißer Rauch emporsteigt. Nach der Entscheidung wurde und wird noch viel diskutiert: „Ich bin sehr froh über die Wahl von Papst Franziskus“, sagt Pastor Dr. Andreas Frick lächelnd. „Mich beeindruckt der Wunsch des neues Papstes, für ihn zu beten. Er beginnt ein sehr schwieriges Amt. Dazu braucht er die Kraft Gottes: Offensichtlich lebt er aus einer tiefen Frömmigkeit“, fasst er seinen ersten Eindruck zusammen.

Was dem Geistlichen der Gemeinde St. Peter und Paul beeindruckt: „Der Papst überzeugt mich durch seine persönliche Bescheidenheit.“ Er bezog sich auf die ersten Worte von Papst Franziskus, als er von der Mittelloggia aus zu den Gläubigen sprach: „Buena sera (Guten Abend)“ oder auch später „Ruht euch jetzt aus“. „Am Donnerstag besuchte er Sante Maria Maggiore in Rom, bald wird er auf seinen Vorgänger in Castel Gandolfo treffen. Das finde ich großartig.“

An den neuen Papst werden auch viele Erwartungen geknüpft, die er jedoch aus dem Glauben heraus meistern werde, meint Dr. frick. Ein völliger Kurswechsel, ganz mit dem Mainstream, so der Pastor, sei jedoch nicht zu erwarten. Zu der Namenswahl des neuen Papstes sagt er: „Der Name Franziskus ist selbst schon ein Programm. Er steht für Einfachheit, für die Bescheidenheit, erst einmal selbst arm, einfach, mit viel Gottvertrauen zu leben. Diese Einfachheit alleine wird schon die Welt und die Kirche, also auch die Kurie in Rom verändern. Er scheint mir von einer besonderen Mitmenschlichkeit geprägt; er scheint ansprechbar für die Nöte der Menschen. Ich glaube, dass die Kirche, die katholische zuerst und die Ökumene, aber auch die Weltöffentlichkeit viel lernen kann.“

Bewegende Momente

In solchen Momenten denkt Pastor Dr. Andreas Frick jedoch auch weiterhin gerne an den Vorgänger, an Papst Benedikt XVI., genauer an den 10. Oktober 1989. An diesem Tag wurden die Studenten des Collegium Germanicum in Rom, darunter Dr. Andreas Frick, von niemand geringerem als Joseph Kardinal Ratzinger in Sant’Ignazio in Rom zu Priestern geweiht. Als ob es erst gestern gewesen sei, sind diese Stunden der Weihe stets in seiner Erinnerung: „Die Weiheliturgie ist voll von bewegenden Momenten, so auch dem Moment des Gehorsamsversprechens“, erzählt Dr. Andreas Frick. Bei diesem Versprechen kniet der Weihekandidat vor dem Bischof, seine gefalteten Hände legt er in die geöffneten Hände des Bischofs. „Meine waren in seinen Händen eingeborgen. Als ich so das Gehorsamsversprechen ablegte, vermittelte der Kardinal allein schon in der vorgesehenen Zeichensprache Schutz und väterliche Geborgenheit. Auch aus meiner heutigen Sicht war dieser traditionsreiche Lehensgestus ein Schlüsselmoment dieses wichtigsten Tages meines Lebens. Aber auch nach Jahren fehlen mit die Worte, diesen Moment zu beschreiben“, sagt er immer noch gerührt.

Beim Versuch, es doch zu beschreiben, fallen Begriffe wie: Geborgenheit, Mutmachen, tiefes Verstehen und vertrauensvolles Freigeben. „Das Ineinanderblicken, fast auf gleicher Augenhöhe, war durch die väterliche Persönlichkeit überwältigend, tröstlich und einfach schön“, stellt er zusammenfassend fest. Außer dem vorbereitenden Treffen und der Priesterweihe gab es jedoch noch weitere Begegnungen mit Papst Benedikt XVI., die ihm stets in Erinnerung bleiben werden. Gelegentlich sah man sich auf dem Petersplatz, bei einem Kurstreffen anlässlich des 10. Jahrestages der Priesterweihe, aber selbstverständlich auch während des Weltjugendtages in Köln. „Die freudige Erinnerung an meine Priesterweihe, die Dankbarkeit über die guten Jahre als Priester haben mich an diesem Tag überwältigt“, sagt er rückblickend.

Blick über den Tellerrand

„Mein Dank über die Jahre an diesen Bischof und Priester ist, ihm meinerseits tägliche Gebetstreue zu halten.“ So will er mit Gläubigen zum Beispiel in der Heiligen Messe auch für Papst Franziskus beten. „Hoffentlich bleibt diesem neuen und doch schon älteren Papst genug Kraft und Zeit“, fasst er, in die Zukunft blickend, zusammen. Doch eins ist für ihn sicher: „Uns lässt jetzt ein Papst aus Lateinamerika über den Tellerrand hinausschauen, was Weltkirche ist.“

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