Päulchen schwenkt bald als 85-Jähriger

Von: se
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So kennt man ihn seit Jahren: Paul Bonn marschiert mit der Eschweiler Stadtfahne vorneweg. Am Sonntag wird er 85 Jahre alt. Das Bild zeigt ihn beim Festzug zum Stadtjubiläum vor fünf Jahren. Foto: I. Röhseler

Eschweiler. Unzählige Fotos zieren die Wände seiner Wohnung. Orden, Wimpel, Ehrenzeichen, Pokale und Urkunden so weit das Auge reicht. Obwohl er am 3. August 85 Jahre alt wird, ist Paul Bonn fit wie ein Turnschuh. Ohne Probleme steigt er auf einen Stuhl und nimmt ein Bild von der Wand, das ihn mit der bekannten Kölner Gruppe „Die Räuber“ zeigt. Diese Begegnung ist nur eine von vielen.

Bei einem Auftritt mit der Big Band der Bundeswehr begeisterte der 84-Jährige das Publikum auf dem Eschweiler Marktplatz genauso wie auf den Bühnen in der Karnevalssession oder beim Rosenmontagszug. Nicht nur die Verdienstmedaille der Stadt Eschweiler in Gold, sondern auch die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland darf die Fahnenschwenkerlegende sein Eigen nennen.

Trotz seiner Erfolge bleibt „Päulchen“, wie er liebevoll von seinem Umfeld genannt wird, noch immer bescheiden. „Die, die jet künne, dun sich nit in der Vordergrund dränge“, meint der Ureschweiler, der am 3. August 1928 in der Hüttenstraße in Röthgen zur Welt kam. Nicht nur für sein besonderes Talent, sondern für allem für sein ehrenamtliches Engagement und seine Herzlichkeit ist Bonn bei den Indestädtern sehr beliebt. Seit seinem 14. Lebensjahr begeistert Bonn, der eine Lehre bei der Firma Neumann absolvierte und anschließend in den Krieg eingezogen wurde, die Inde­städter als Fahnenschwenker. Nachdem er aus der Gefangenschaft in Frankreich zurückgekehrt war, arbeitete er vier Jahre lang beim Eschweiler Bergwerksverein in der Grube „Anna 1“ in Alsdorf. Außerdem stand er beim EBV am Ofen und ging nach vielen Jahren harter Arbeit 1987 in Rente.

Seine Leidenschaft zum Fahnenschwenken entdeckte er bereits früh, musste sich jedoch mit dem ein oder anderen Trick helfen. So funktionierte er einen Besenstiel und ein Tuch zur Fahne um und trainierte fleißig. Noch heute übt das Eischwiele Original, dessen Leitspruch „Glaube, Sitte, Heimat“ ist, jeden Tag rund eine Stunde und geht so seiner Leidenschaft nach. Schließlich gibt es beim Fahnenschwenken Einiges zu beachten. Sprünge und Würfe müssen regelmäßig geübt werden, damit „Päulchen“ auch beim nächten Rosenmontagszug, den er bereits seit den 50er Jahren anführt, dabei sein kann.

„Soweit meine Gesundheit es erlaubt, werde ich Karneval wieder dabei sein“, sagt er und fügt hinzu: „Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, das nicht mehr zu machen.“ Nervös ist Bonn vor seinen Auftritten, die der 84-Jährige allesamt ehrenamtlich absolviert, nicht. Nur bei niedrigen Temperaturen können gelegentlich Probleme auftreten. „Ich muss immer warm genug angezogen sein. Wenn ich kalt kriege, ist es aus.“ Auch die Ausmaße seiner Fahne, die stolze 12,5 Kilogramm wiegt, bereiten dem Ehrenamtler keine Schwierigkeiten. „Da ist nicht eine Falte zu sehen“, meint der 84-Jährige, der nach wie vor sehr stolz ist, seine Heimatstadt präsentieren zu dürfen.

Die Kunst des Fahnenschwenkens beherrscht er wie kaum ein anderer. Am liebsten präsentiert er diese natürlich auf dem Eschweiler Stadtmarsch, dem „Laridah“. Auch einen seiner schönsten Momente erlebte er auf einer Veranstaltung in der Indestadt. Vor einigen Jahren ist Bonn auf dem Scharwach-Damenabend aufgetreten. „Die ganze Bühne war voller Musik und die Scharwach-Mädchen sind mit ihren Fahnen zu den Nationalhymnen der verschiedenen Länder aufmarschiert“, berichtet er und ergänzt stolz: „Zum Schluss wurde der Laridah gespielt und dann kam ich auf die Bühne.“

Sein Hobby ist aus dem Leben des 84-Jährigen genauso wenig wegzudenken, wie er selbst aus seiner geliebten Indestadt. Im Kreis seiner Liebsten feiert er seinen Geburtstag. Auch wir wünschen alles Gute, liebes „Päulchen“, und freuen uns schon auf den nächsten Rosenmontagszug mit Dir!

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