Eschweiler - Packende Geschichten: Zane Charron begeistert im Talbahnhof

Packende Geschichten: Zane Charron begeistert im Talbahnhof

Von: ran
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Lieferte seinen Zuhörern im Talbahnhof zwei Stunden lang Musik pur, untermalt mit kurzweiligen Geschichten: der exzellente Solo-Gitarrist Zane Charron. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Für einen an der Space Coast in Florida geborenen Gitarristen mit franko-kanadischen Vorfahren, dessen Name Zane Charron mit Johann Wagner zu übersetzen ist, der als Soldat nach Deutschland kam und sich inzwischen im bayrischen Bad Aibling im Landkreis Rosenheim niedergelassen hat, führt kein Weg an der Bühne des Eschweiler Kulturzentrums Talbahnhof vorbei.

Zum Glück! Denn was Zane Charron, der im Jahr 2007 die Musik zu seinem Beruf machte, am Freitagabend seinem Instrument als Solist entlockte, war schlicht und einfach beeindruckend. Ob selbstgeschriebene Songs, leicht „aufgepeppte“ Jazz-Standards von Duke Ellington, „Bluegrass-Tanzmusik“ von „Grandpa“ Jones oder Ragtime-Klassiker – das Repertoire des Gitarristen scheint beinahe grenzenlos zu sein.

Den Startschuss gab Zane Charron mit einem feinen Henry-Mancini-Medley zum Thema „Pink Panther“, bevor er bei seinem selbstverfassten Song „Follow through“ erstmals auch seine ausdrucksstarke Stimme hören ließ. Übersetzen lässt sich „Follow through“ mit „Durchziehen“.

Ein Hinweis darauf, dass Zane Charron erst im Alter von 30 Jahren seine Karriere als Profi-Musiker startete, seinen Traum seitdem aber auch mit Haut und Haaren lebt. Einen kurzen, kaum zwei Minuten dauernden Einblick in seinen Lieblingsmusikstil, dem „Ragtime“, der seine Blütezeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts erlebte und als die klassische Musik Amerikas gilt, gewährte Zane Charron mit dem „Raindrop-Rag“.

Hochbayrischer Akzent

Zwischen seinen musikalischen Vorträgen gab es auch immer wieder kleine Geschichten aus dem Mund des Amerikaners zu hören, natürlich mit „hochbayrischem“ Akzent. Über „Eight more miles to Louisville“ und „I see you in my dreams“ sowie dem „Grateful Dead“-Song „Friend of the devil“ ging Zane Charron dann auf die Suche nach deutschem Vokabular:

„Wie heißt nochmal das Wort für Gefühle im Frühling?“, lautete die Frage. „Frühlingsgefühle natürlich“, so die Antwort aus dem Publikum. Eine Stimmung, die Zane Charron mit dem Song „Spring fever“ perfekt zum Ausdruck brachte.

Auch der Fingerpicking-Klassiker „Windy and warm“ fehlte am Freitag nicht, bevor der Sologitarrist das Publikum mit „House of the rising sun“ in ein Etablissement nach New Orleans entführte. Kurz vor Schluss bekam der Abend der guten Laune dann aber doch einen kurzen traurigen und dennoch weiteren schönen Moment, als Zane Charron mit „Remembering Linda“ seine Klasse und Qualität an der Gitarre unter Beweis stellte.

Kurz darauf wurde den Zuhörern bei dem Blick auf die Uhr bewusst, dass zwei Stunden wie im Flug vergangen waren. Ganz ohne Schnick-Schnack. Nur mit einem hervorragenden Musiker und seiner Gitarre! Bravo!

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