Otto-Wels-Preis: 19-Jähriger überzeugt Jury mit fiktiver Rede

Von: ran
Letzte Aktualisierung:
9945110.jpg
Beeindruckte mit seiner fiktiven Bundestagsrede zum Thema „50 Jahre israelisch-deutsche Beziehungen“: Aaron Möller. Foto: Röchter

Eschweiler. Aaron Möller ist 19 Jahre jung, seit Januar dieses Jahres Geschäftsführer des SPD-Ortsvereins Eschweiler-Mitte und in wenigen Tagen einer der Preisträger des „Otto-Wels-Preises für Demokratie 2015“.

Kein Geringerer als Thomas Oppermann, Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, die den Preis zum dritten Mal ausschrieb, informierte den Jura-Studenten per Anschreiben: „Ich freue mich sehr, Ihnen mitzuteilen, dass wir aus mehreren Dutzend Wettbewerbs-Einsendungen ihren Beitrag als einen der besten ausgewählt haben. Welchen der ersten drei Plätze Sie belegen, möchten wir Ihnen gerne persönlich mitteilen. Deshalb lade ich Sie herzlich zur Preisverleihung am Mittwoch, 6. Mai 2015, in das Reichstagsgebäude nach Berlin ein“, so der Bundespolitiker in seinem Gratulationsschreiben.

„50 Jahre israelisch-deutsche Beziehungen“ lautet die Überschrift des Kreativ-Wettbewerbs, der sich an Jugendliche und junge Erwachsene richtet und diese auffordert, sich mit den Themen „Freundschaft und Verantwortung“ innerhalb der besonderen Beziehung der Menschen beider Staaten zu beschäftigen. Aaron Möller tat dies, indem er eine „Bundestagsrede“ zum Thema verfasste.

Gegenseitige Verantwortung

„In ihr beschreibe ich, dass aus Freundschaft auch gegenseitige Verantwortung erwächst, die dazu verpflichtet, gegenseitig Kritik äußern zu dürfen und diese eben auch gegenseitig zu ertragen“, erklärt Aaron Möller. Ausgangspunkt dafür sei nicht zuletzt die Rede von Martin Schulz vor dem israelischen Parlament, der Knesset, gewesen, in der dieser im vergangenen Jahr die Siedlungspolitik Israels kritisierte, was Tumulte zur Folge hatte.

Klar sei aber in erster Linie, dass die unbeschreiblichen Verbrechen Nazi-Deutschlands gegenüber dem jüdischen Volk niemals in Vergessenheit geraten dürften. „Wenn wir nicht mehr darüber sprechen, vergessen wir irgendwann. Und wenn wir vergessen, dann ist die Gefahr größer denn je, dass wir auch wiederholen“, heißt es in der Rede von Aaron Möller, der am 6. Mai per Zug nach Berlin reisen wird.

Dort wird er am Nachmittag bei der Vorführung des Dokumentarfilms „Schnee von gestern“, der eine junge Israelin bei der Suche nach der Geschichte ihrer Familie in Deutschland zeigt, zugegen sein. Anschließend steht eine Diskussion mit Zeitzeugen und jungen Menschen zur Geschichte, Gegenwart und Zukunft der israelisch-deutschen Freundschaft auf dem Programm. Während des Frühjahrsempfangs der SPD-Bundestagsfraktion findet dann am Abend im Otto-Wels-Saal des Reichstagsgebäudes die Preisverleihung statt.

„Diese Reise wird mit Sicherheit eine tolle Erfahrung“, fiebert Aaron Möller, der 2011 in die SPD eintrat, zunächst Geschäftsführer und dann Vorsitzender des Juso-Stadtverbands wurde und seit Anfang des Jahres nun Mitglied der jungen Vorstandsmannschaft des Ortsvereins Mitte ist, dem 6. Mai entgegen. „Politik macht mir einfach Spaß. Momentan kann ich mir nicht vorstellen, damit aufzuhören“, betont der Abiturient des Städtischen Gymnasiums, der die weitverbreitete Politik- und Parteienverdrossenheit als Herausforderung ansieht und gegen diese kämpfen möchte.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert