Osterlamm: Tue Gutes und lass es dir schmecken

Von: rpm
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Bringen Lammspezialitäten frisch auf den Tisch: Deniz Tugcu (Mitte) mit seinen Köchen Aptullah Gündes (links) und Elgin Avci. Foto: R. Müller
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Cihan Kebap nennt Deniz Tugcu dieses delikate Lammgericht. Cihan bedeutet Universum und ist zugleich der Name seines kleinen Sohnes. Foto: R. Müller

Eschweiler. Osterzeit ist Lammzeit. Und das gilt nicht nur für die mit Puderzucker bestäubten Osterlämmchen aus Biskuitteig. Seit jeher wird zu Ostern Lammfleisch verspeist. Eine Tradition, die gleichermaßen auf heidnische und christliche Bräuche zurückgeht.

In vorchristlicher Zeit opferten Menschen während des erste Vollmondes nach Frühlingsanfang ihren Göttern Lämmer. Schafe zählten nicht nur zu den ersten Tiere, die Menschen für sich nutzten, sie waren auch von großem Wert: einfach zu halten, genügsam und gleichzeitig Lieferant von Wolle, Fleisch, Milch und Käse. Wurden sie den Götter geopfert, so wurden die Tiere im Anschluss an die Zeremonie als Opfermahl auch verspeist.

Eine Tradition, die die Christen übernahmen. Auch sie essen zu Ostern Lamm, allerdings sondern zur Erinnerung an Jesus – das „Lamm Gottes“. Ostern bedeutet das Ende der Fastenzeit. Religiös betrachtet bedeutet das Fasten Buße, Reinigung der Seele, Streben nach Konzentration, der Erleuchtung und Erlösung. Das ökumenische Heiligenlexikon erklärt, warum Christen seit jeher Lamm an Ostern verspeisen: „Das Lamm – oder eine junge Ziege – ist Symbol der Wehrlosigkeit gegen wilde Tiere, den Scherer und den Schlächter, es ist das klassische Opfertier im Alten Testament. Auch Jesus Christus wird als Lamm bezeichnet: Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünden der Welt hinwegnimmt (Johannes-Evangelium 1, 29).Im christlichen Altertum legte man Lammfleisch unter den Altar. Es wurde geweiht und am Auferstehungstag als erste Speise verzehrt.”

Damit sollten sich die Gläubigen zum Fest der Auferstehung an die Leiden Jesu – das Lamm Gottes – erinnern.“ Und weiter: „Das Osterlamm steht somit im christlichen Glauben für Reinheit und Unschuld und erinnert unter anderem an den Tod Jesu Christi, der als Lamm Gottes ohne Schuld für die Menschen am Kreuz gestorben ist. Außerdem steht das Jungtier für neues Leben und ist damit gleichzeitig ein Symbol für die Wiederauferstehung Christi, der an Ostern gedacht wird. Schließlich handelte es sich im frühen Christentum auch um ein Opfertier, das man zur Messe an Ostern weihen ließ, um es anschließend als erste Mahlzeit nach der langen Fastenzeit zu verspeisen.”

Dass Lamm gerade zu Ostern viele Speisezettel füllt, hat für Feinschmecker besondere Vorteile: Die Lämmer haben zu diesem Zeitpunkt ihre Ernährung von Muttermilch auf Gras umgestellt. Das macht das Fleisch würziger und schmackhafter. Lamm ist sehr bekömmlich. Das wiederum kommt dem nach der Fastenzeit leicht reizbaren Magen entgegen.

Einer, der sich mit Lammfleisch auskennt wie kaum ein anderer in Eschweiler, ist Deniz Tugcu. Er ist Inhaber des Restaurants Yakamoz am Markt, auf dessen Speisekarte sich Lamm in zahlreichen Variationen findet. Für unsere Leser hat er ein schnelles und überaus schmackhaftes Rezept zusammengestellt.

Cihan Kebap zum Nachgrillen

Für vier Personen benötigt man 1 kg gehacktes Lammfleisch, 2 Zucchini, 2 Auberginen, 2 Tomaten, 4 Champignons, 1 mittelgroße Paprika, 1 Kartoffel.

Das Lammfleisch wird mit Salz, Pfeffer, einer Knoblauchzehe sowie edelsüßem und scharfem Paprika gewürzt, dann in insgesamt 12 Portionen auf Holzspieße geschoben, flachgeklopft und gegrillt.

Zucchini, Auberginen und Paprika werden in Streifen geschnitten, die geschälten Tomaten halbiert und ebenso wie die Champignons gegrillt. Die Kartoffel wird in Stäbchen geschnitten und frittiert. Dazu wird aus frischen Tomaten, Knoblauch, Salz und Pfeffer eine Tomatensauce hergestellt. Auf jedem der vier Teller werden 50 Gramm Joghurt aufgestrichen, darauf wird das gegrillte Gemüse mit der Tomatensauce angerichtet, ehe schließlich obenauf die je drei Lammspieße gelegt werden. Dekoriert wird das Ganze mit Petersilie und etwas grünem Salat sowie Dreiecken von hauchdünnem Fladenbrot. Fertig ist das Cihan Kebap, wie Deniz Tugcu das Rezept nach seinem kleinen Sohn benannt hat. Dazu passen Reis bzw. Weizengrütze und ein frischer gemischter Salat. Bestens abrunden lässt sich das Mahl mit einem trockenen Rotwein – zum Beispiel einem Bogazkere aus dem ostanatolischen Diyarbakir.

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